Adeu, Mallorca-Milch: Die größte Insel-Molkerei Agama wird dichtgemacht
Trotz Investitionen von über acht Millionen Euro in den letzten neun Jahren kann Agama nicht mit günstigeren Milchmarken vom Festland konkurrieren

Hier wird Mallorcas Milch verarbeitet: Agama-Anlage in Palma. / Manu Mielniezuk
Seit Monaten brodelt die Gerüchteküche, jetzt haben sich die Befürchtungen bestätigt: Der spanische Getränkekonzern Damm hat den Angestellten von Mallorcas größter Molkerei Agama mitgeteilt, dass der Betrieb im Laufe des Jahres eingestellt wird. Zur Begründung verwies das Unternehmen auf die seit Jahren schwierige Lage des Milchsektors auf den Balearen. Die Mitarbeiter sollen in anderen Firmen der Unternehmensgruppe untergebracht werden.
Laut Damm ist die Wettbewerbsfähigkeit des mallorquinischen Milchsektors seit Jahren geschwächt. Ein anhaltender Anstieg der Produktionskosten, ein rückläufiger Konsum bei höherpreisigen Milchmarken sowie strukturelle Schwierigkeiten aufgrund der Insellage hätten dazu geführt, dass das Geschäft nicht rentabel sei.
Mallorca-Milch 50 Prozent teurer
Als einer der Hauptfaktoren wird demnach die Marktstruktur auf den Balearen genannt – sowie der Preisnachteil, der entsteht, weil die höheren Einkaufspreise für Milch von lokalen Landwirten auf Mallorca im Wettbewerb mit besonders preisaggressiven Marken vom Festland stehen. Demnach liegt der Preis pro Liter mallorquinischer Milch um 50 Prozent über den üblichen Handelsmarken und um 18 Prozent über der führenden Herstellermarke. Infolgedessen kommen derzeit nach Unternehmensangaben mehr als 95 Prozent der auf Mallorca konsumierten Milch von außerhalb der Insel.
Mehrere Investitionen
Das Unternehmen betonte, Agama habe seit 2017 daran gearbeitet, die Situation des mallorquinischen Milchsektors zu verbessern, und Initiativen gefördert, um den Primärsektor zu entwickeln und den Konsum von „Kilometer-Null“-Produkten zu stärken.
Zusätzlich habe Agama in den vergangenen neun Jahren erheblich in die Fabrik in Palma investiert – mehr als acht Millionen Euro. Dadurch sei die gesamte Produktionskette modernisiert und digitalisiert worden, von der Milchannahme bis zur Endabfüllung; die Anlagen seien mit mehr Effizienz, Nachhaltigkeit und fortschrittlicher Technologie ausgestattet worden. Dies führte jedoch nicht zu den gewünschten Resultaten.
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