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Mit Herz und pa amb oli: Wie das Café Mercantil in Inca Brotzeit und Solidarität verbindet

Das Café in Inca hat sich neben der traditionellen Küche auch dem Gemeinschaftswohl verpflichtet

In Inca stadtbekannt: Antonia Burguera und Pedro Rodríguez in ihrer Cafeteria Mercantil.

In Inca stadtbekannt: Antonia Burguera und Pedro Rodríguez in ihrer Cafeteria Mercantil. / Nele Bendgens

Einmal im Jahr zu Anfang des Sommers steht das Gewerbegebiet von Inca kopf. Ganz in der Nähe von Müller, Lidl und Camper sind dann rund um das Café Mercantil die Straßen gesperrt, eine Bühne ist aufgebaut und Hunderte Menschen feiern zu Musik verschiedener Bands das Fest „Gastroart“ mit günstigem Fingerfood und Getränken. Mittendrin die Betreiber des Café Mercantil, Antonia Burguera Canals (54) und ihr Mann Pedro Rodríguez Martínez (57), die Initiatoren. „Wir haben viel Arbeit damit, aber auch viel Spaß“, sagt Antonia Burguera. Immerhin werden sie dieses erfolgreiche Event in diesem Sommer bereits zum neunten Mal veranstalten.

Abwechslungsreich, kommunikativ, lebendig

Die beiden betreiben das Café seit bald zwölf Jahren. Zuvor hatten sie in den 90er-Jahren eine andere Cafeteria in Inca, einige Jahre zuvor eine in Playa de Muro. Als die Kinder kamen, wechselte Rodríguez ins Immobiliengeschäft. „Doch die Gastronomie ist abwechslungsreicher, kommunikativer und lebendiger“, meint er und freut sich über die zahlreichen Stammgäste, die regelmäßig aus Inca, aber auch aus anderen Orten kommen.

Im Mittelpunkt das pa amb oli

Zu essen gibt es hier vor allem pa amb olis. Die Auswahl der Beläge geht weit über die Klassiker Schinken und Käse hinaus: geschmorter Tintenfisch mit Sobrassada und Honig, Kalmarringe, Huhn, Pulled Pork mit Ziegenkäse und karamellisierten Zwiebeln, Räucherlachs mit Spiegelei. Insgesamt sind es knapp 30 Varianten. Das Brot dafür kommt vorrangig von der bekannten Bäckerei Francesc in Inca. Des Weiteren gibt es Gerichte von der plancha – es sind weitgehend die größeren Versionen ohne Brot der unterschiedlichen Pa-amb-Oli-Beläge – mit Schwein, Rind oder Huhn, Kalmaren und Tintenfisch sowie Spiegeleier mit Pommes frites. Teuerstes Gericht ist ein Rinderfilet mit Foie in Portweinsauce.

Eine Auswahl an „pa amb olis“.  | FOTO: NELE BENDGENS

Eine Auswahl an „pa amb olis“. | FOTO: NELE BENDGENS

Zur Vorbestellung wird geraten

Tipp: Freitags kommen Spanferkelfans auf ihre Kosten. Alles gibt’s auch zum Mitnehmen, und spezielle oder aufwendigere Gerichte wie Paella oder Lamm aus dem Ofen muss man vorbestellen. Ihre Produkte beziehen Burguera und Rodríguez von renommierten Lieferanten auf der Insel, wie etwa Carnicas Sunyer, Pescados Oliver oder Palma Fruits. Die Preise: Pa amb Oli (2 Scheiben) 5–13 Euro, Hauptspeisen 1 1–28 Euro.

Unterstützung für Hilfsbedürftige

Doch das sympathische Paar hat nicht nur ein Herz für seine Gäste – „die sind so etwas wie unsere Familie oder Freunde“ –, sondern auch für Hilfsbedürftige. Sie sammeln schon seit vielen Jahren das komplette Trinkgeld – und stocken manchen Betrag noch aus eigener Tasche auf –, um damit zwei- bis dreimal pro Monat Lebensmittel, Haushaltsartikel, manchmal auch Weihnachtsgeschenke und Schulbedarf zu kaufen für bedürftige Familien, ältere oder kranke Menschen. Sie arbeiten dafür mit der Vereinigung „Inca Mallorca Solidària“ zusammen. „Die wissen immer, wer etwas nötig hat“, sagt Burguera.

„Wer für uns arbeitet, egal ob in der Küche oder im Service, sollte das mittragen, denn normalerweise wird das Trinkgeld in der Gastronomie ja unter dem Personal aufgeteilt“, meint Rodríguez. Aber das ist offenbar kein Problem, alle sind einverstanden. „Wir spenden aber nicht das Geld, sondern hauptsächlich Lebensmittel und Haushaltsartikel“, erzählt seine Frau.

Transparenz wird groß geschrieben

Auf ihrer Facebook-Seite sind Fotos von den gekauften Produkten und Kassenzetteln. „Wir möchten so viel Transparenz wie möglich, damit alle sehen, was mit dem Geld geschieht. Und vielleicht motiviert das ja den einen oder anderen, etwas mehr Trinkgeld zu geben“, sagt Burguera. Der Grund für ihr Engagement: „Uns geht es gut, wir haben zwei erwachsene Söhne – da kann man auch mal etwas für all jene tun, denen es nicht so gut geht.“ Eine tolle Idee, die man unterstützen sollte!

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