Mehr als nur Meerblick: In diesem Restaurant in Port d'Alcúdia gibt es mediterrane Klassiker mit einem verführerischen Twist
Von Pizza und Pasta bis zur Kreativküche: Zu Gast im neuen Korhu in Port d’Alcúdia

Das iberische secreto (Schweinefleisch) kombiniert er mit einem Apfel-Rosinen-Chutney, Möhren-Püree, Gemüse und Sa-Pobla-Kartoffeln. / Nele Bendgens
An der Promenade von Port d’Alcúdia reiht sich ein Restaurant an das andere, von den zahlreichen Eisdielen zwischendrin einmal abgesehen. Da fällt die Auswahl schwer, zumal alle trotz an dieser Stelle breiter Promenade mit Meerblick aufwarten.
Aber natürlich gibt es Unterschiede in Bezug auf die Qualität des gebotenen Essens. Gut aufgehoben sind die Gäste etwa bei Miquel Buades, einem einstigen Profi-Fußballer, der mit 27 in die Gastronomie wechselte. Buades bereichert bereits mit fünf Lokalen den Norden der Insel. In Can Picafort sind es die Restaurant-Bars Pirates und Jamaica, in Sa Pobla das E-Cosi und Es Racó de Na Maria und in Port d’Alcúdia das Sa Taverna an der Hafenmole.
Kurz vor Weihnachten eröffnete er hier auch sein sechstes Restaurant, das Korhu. Es hebt sich auch optisch wohltuend ab: großzügige Räumlichkeiten, die geschickt abgetrennt sind, viele Pflanzen, schöne Farben und auffällige Wandmalereien. Dazu eine weitläufige Terrasse.

An der offenen Küche. / Nele Bendgens
Etwas für jeden Geschmack dabei
Geboten wird ein Mix aus Gerichten, die möglichst jeden ansprechen, vor allem natürlich auch die Urlauber, wie Pizza (der Teig fermentiert mindestens zwei Tage, damit die Pizza schmackhafter und verträglicher wird), Pastagerichte und eine gute Paella. Neben den mediterranen Klassikern gibt es aber auch die etwas anderen, besonderen Gerichte.
Verantwortlich für die Küche ist Sebastià Grimalt, den Buades geholt hat, um zunächst die Karte des Korhu zu kreieren und die Köche dahingehend zu trainieren. Ist diese Aufgabe geschafft, und das Korhu läuft sozusagen in den richtigen Bahnen, wird sich Grimalt als Executive Chefkoch auch den anderen Lokalen von Buades widmen, um ihnen noch den gewünschten Schliff zu verpassen. „Das können Stiländerungen oder -verschiebungen sein, kulinarische Akzente oder auch Anrichtungsvarianten, denn das Auge isst ja immer mit“, erklärt Grimalt.

Chefkoch Sebastián Grimalt in dem erst im Dezember eröffneten, stylisch hergerichteten Lokal in Port d‘Alcúdia. / Nele Bendgens
Klassiker auf eigene Art serviert
Er hat in jungen Jahren das Kochen gelernt, war bei bekannten „Meistern“ in der Lehre wie Tomeu Esteva oder Toni Pinya. Vor der Anstellung bei Buades war Grimalt jahrelang in gleicher Position bei der Gruppe Can Calco, die verschiedene kleine Hotels samt Restaurants betreibt, oft in emblematischen historischen Stätten wie dem Sant Salvador Hostatgeria im früheren Kloster auf dem gleichnamigen Berg bei Felanitx. „Buades war Kunde in unseren Lokalen, daher kennen wir uns“, sagt Grimalt.
Zu den mediterranen Klassikern, die jedoch meist verfeinert werden, gehören Gerichte wie frittierte chipirones (Mini-Tintenfischchen), die Grimalt zuvor in Fino, dem trockenen Sherry aus Andalusien, mariniert. Die Spiegeleier kommen mit getrüffeltem Pilz-Pesto und baskischem Idiazábal-Käse auf den Teller. Das iberische secreto (Schweinefleisch) kombiniert er mit einem Apfel-Rosinen-Chutney, Möhren-Püree, Gemüse und Sa-Pobla-Kartoffeln.
Hier setzen Anis und Zimt besondere geschmackliche Akzente. Der Lammeintopf gibt es im Korhu mit Schnecken verfeinert. Und als kleine Geste an die britischen Besucher gibt es auch eine Grimalt’sche Version von Fish & Chips: panierter Bacalao auf Erbsenpüree, serviert mit Pommes frites.

Grimalt’sche Version von Fish & Chips: panierter Bacalao auf Erbsenpüree, serviert mit Pommes frites. / Nele Bendgens
Ungewöhnlich und überaus lecker ist der Lauch vom Grill, der nicht – wie bei den sogenannten calçots ansonsten üblich – mit einer Romesco-Sauce angerichtet wird, sondern mit selbst gemachtem Romesco-Eis. Dazu gibt es Shimeji-Pilze und Salicornia.
Grimalt veredelt das Gericht dann noch durch eine feine Sauce mit Walnüssen, sodass es auch optisch eine Augenweide ist. Die konfierten Artischocken vom Grill werden von Gorgonzola und iberischem Bauchspeck begleitet, die frittierten und panierten Kalmarringe kann man in eine Ponzu-Mayonnaise tunken.
Vom Toast bis zum Cocktail
Wer gerne frühstückt (Toasts, Bocadillos, llonguets, Eierspeisen, Fruchtbowls, Pfannkuchen), zwischen den üblichen Zeiten etwas Kleines essen will (Sandwichs, Salate bis hin zu Pad Thai) oder gerne Cocktails mag (klassische, ausgefallene und nicht-alkoholische Optionen), wird im Korhu ebenfalls fündig.
Die verwendeten Produkte stammen überwiegend von Mallorca, darauf legt Grimalt ebenfalls Wert, denn er ist seit Jahren Mitglied der Fundación Restaurantes Sostenibles (Stiftung nachhaltiger Restaurants). Dem entspricht auch das Motto des Lokals: Raíces sabor y cultura (Wurzeln, Geschmack und Kultur), womit man sich sowohl der Kochtradition als auch den Produkten der Insel verpflichtet – beziehungsweise der Bewahrung der hiesigen Ess- und Lebensmittelkultur. Die Preise: Vorspeisen 1 1–22 Euro, Pizza 1 1–18 Euro, Paella 19–32 Euro, Hauptspeisen 19–34 Euro, Desserts 6–8 Euro, Cocktails 8,50–12,50 Euro.
Apropos: Wenn Sie sich jetzt noch fragen, was „Korhu“ bedeutet oder was das Logo des Lokals symbolisiert, hier die Antwort: Eigentlich heißt das Wort Koru. Es stammt aus der Maori-Sprache und bedeutet Spirale, wie die Spirale eines Farnblatts. Es steht für neues Leben, Wachstum, Kraft und Frieden.
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