Romantischer Garten, ungewöhnliche Gerichte und Hunde willkommen: In diesem Restaurant an Mallorcas Ostküste lohnt der Besuch
Das La Vida in Port Vell nahe Costa dels Pins an der Ostküste begeistert durch internationale Küche, schönes Ambiente und herzliche deutsche Gastgeber

Betreiber Marcus Kaps und seine kochende Lebensgefährtin Ariane Rassai Kirpalani im luftig hellen Gastraum des La Vida / Nele Bendgens
Eine gebackene Maispoulardenbrust auf Kartoffel-Erbsenpüree mit Gemüse und – als Clou des Gerichtes – eine Walnuss-Granatapfelsauce. Fein und ungewöhnlich in der Kombination. „Das Rezept der Sauce stammt aus Persien, dem heutigen Iran“, erzählt die Köchin Ariane Rassai, die mit ihrem Lebensgefährten Marcus Kaps seit zwei Jahren das Restaurant La Vida in Port Vell bei Costa dels Pins in Meernähe betreibt.
Sie lebte früher lange Jahre in Asien, etwa in Hongkong oder Dubai, daher stammen auch Kenntnisse und Affinität zu dortigen Rezepten. Nach ihrer Rückkehr und dem Neubeginn auf Mallorca mit ihrem aktuellen Partner besann sie sich auf ihre Erfahrungen als Köchin, die sie sich im Rahmen einer vierjährigen Ausbildung zur Hotelkauffrau mit integriertem Kochstudium angeeignet hat, während ihr Mann sich um Theke und Service kümmert. Der Endfünfziger hat schon in vielen Berufen gearbeitet, aber auch lange Zeit im Event- und Gastronomiebereich. Mallorca kennt und schätzt er seit seinem 15. Lebensjahr, weil er von da an oft im Urlaub hier war. „Insofern war es eine einfache Entscheidung, ganz nach Mallorca zu ziehen.“
Drinnen und draußen
Das bereits seit 1956 existierende Lokal an der Kreuzung in zweiter Linie zum Meer wurde von dem Paar attraktiv umgebaut, und das Küchenkonzept komplett verändert. Es bietet für seine Gäste vier Möglichkeiten: Innen im hohen, mit Deckenbalken versehenen Raum sitzt man gemütlich und kann zahlreiche schöne Details begutachten wie etwa ein auffälliges Bild mit bunten Sardinendosen. Außen gibt es drei unterschiedliche Bereiche – überdacht am Haus der eine, die von einer Pflanzendecke überdachte Pergola als Alternative, und auf dem Rasen befinden sich weitere Tische. Das alles wirkt sehr anheimelnd. Der hauseigene große Parkplatz davor erübrigt zudem die nervige Stellplatzsuche.

Betreiber Marcus Kaps und seine kochende Lebensgefährtin Ariane Rassai Kirpalani im luftig hellen Gastraum des La Vida. | FOTO: NELE BENDGENS
Hunde willkommen
Während Haushund Balu – der Pekinese ist stolze 16 Jahre alt und gleichzeitig Symbol für die Toleranz Hunden gegenüber im La Vida – seine Runden zieht, kann man die Speisekarte studieren. Mittags gibt es (zurzeit) kein À-la-Carte-Angebot, sondern ein Drei-Gang-Menü mit Auswahlmöglichkeit für 19,90 Euro. Am Testtag waren dies einfache, aber gut gewürzte Kartoffelspalten mit einem pikanten Aioli-Paprika-Dip oder ein Rote-Bete-Salat mit Apfel und Walnüssen, gefolgt von zarten geschmorten Rinderbäckchen mit Kartoffelpüree und schmackhafter Sauce oder Calamari mit Knoblauch-Kräuter-Sauce und Reis. Den süßen Abschluss bildete ein spanischer Apfelkuchen oder eine Zitronencreme mit Früchten.
Abends ist das Angebot elaborierter, zumal die Karte noch um bis zu zehn tagesaktuelle Vorschläge ergänzt wird. Nicht zu vergessen das selbst gebackene Brot, wie eine Oliven- und Tomatenbrot-Variante eindrucksvoll zeigen, die mit Aioli als Entree optional auf den Tisch kommen. Ob Rinder- oder Thunfischtatar, Oktopus vom Grill, mediterraner Salat, italienisches Vitello Tonnato, asiatische Kokos-Limetten-Fischsuppe, BBQ-Rippchen, Lammhaxe, Kalbsschnitzel oder Kabeljaufilet – die Karte ist vielseitig und bietet für jeden Geschmack das Passende. Je nach Saison sind natürlich auch spezielle Gerichte präsent wie in der Vorweihnachtszeit Gans, Hirsch oder Reh. Ab und an dürfen es auch mal Königsberger Klopse oder Hühnerfrikassee sein. Und die Spargelzeit ist natürlich auch im La Vida angekommen. „Aber derlei findet sich dann nicht auf der Hauptkarte. Die deutschen Gerichte sind Tagesvorschläge, weil wir mit unserem Konzept offen bleiben wollen“, sagt Kaps. Preise: Vorspeisen, Salate 9,50–15 Euro, Hauptspeisen 19–35 Euro, Desserts 8,50–10 Euro.
"Nach und nach kommen auch Mallorquiner"
Familie Kaps – der erwachsene Sohn Aaron von Ariane Rassai ist auch im Team dabei – und ihre restliche Equipe haben in der kurzen Zeit mit gutem Essen, leckeren Drinks, viel Gastfreundschaft und ab und an Livemusik schon eine zufriedene Stammkundenschar gewinnen können. Natürlich sind das bislang vorzugsweise deutschsprachige Gäste. „Doch so nach und nach kommen auch Mallorquiner – und darauf sind wir natürlich auch stolz“, berichtet Kaps zufrieden.
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