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Zwölf traditionsreiche Backstuben: Wo Palma noch nach Geschichte, Ensaïmada und heißer Schokolade schmeckt

Manche dieser alteingesessenen Geschäfte auf Mallorca backen seit Jahrhunderten und sind bis heute feste Größen in der Stadt

Tomeu Arbona im Fornet de la Socà

Tomeu Arbona im Fornet de la Socà / Bernardo Arzayus

Die Auszeichnung ist rar: Das Ministerium für Unternehmen, Arbeit und Energie der Balearen-Regierung erkennt nur zwölf alteingesessene Bäckereien und Konditoreien in Palma als "traditionelle Geschäfte" an. Auf der Liste stehen Ca’n Joan de s’Aigo, Forn de Ca sa Camena, Forn de la Concepció, Forn de la Glòria, Forn de La Pau, Forn del Santo Cristo, Forn Fondo, Forn La Mallorquina, Fornet de La Soca, Panadería Fiol, Panadería s’Estació und die Xurreria Rosaleda.

Zu den bekanntesten Namen gehört Ca’n Joan de s’Aigo. Das historische Café wurde im Jahr 1700 gegründet und 1976 an seinen heutigen Hauptsitz im Carrer de Can Sanç verlegt. Besonders gefragt sind dort das köstliche Speiseeis, heiße Schokolade im Winter sowie handgemachte Ensaïmades und das luftige Insel-Gebäck Quarts. Die übrigen geschichtsträchtigen Geschäfte stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Forn de Ca sa Camena

Auch Forn de Ca sa Camena in Santa Catalina zählt zu den ältesten Häusern der Stadt. Die Familie Amengual Vich übernahm das Geschäft 1912. Heute führt die vierte Generation den Betrieb unweit des Mercat de Santa Catalina, in einer der belebtesten Gegenden der Stadt. Neben Brot verkauft die Bäckerei und Konditorei vor allem traditionelle Produkte wie Panades, Coques, Ensaïmades sowie weitere Süßwaren und Kuchen.

Forn de la Concepció

Wie die Website emblematicsbalears.es festhält, reicht die dokumentierte Geschichte des Forn de la Concepció im Zentrum von Palma bis ins Jahr 1902 zurück. Joan Isern begann im Alter von 16 Jahren dort zu arbeiten und das Handwerk zu erlernen. Nach dem Militärdiens kehrte er nach Palma zurück, um 1971 das Geschäft zu kaufen, und gab ihm den Namen der Straße, in der es liegt. Das Haus pflegt bis heute das traditionelle Bäcker- und Konditorhandwerk mit alten mallorquinischen Rezepten.

Forn de la Glòria

Die Existenz der Bäckerei Forn de la Glòria ist sogar seit 1717 belegt. Der Betrieb in einer schmalen Gasse im Viertel Puig de Sant Pere wirbt damit, dass die Straße ihren Namen von dem noch heute bestehenden Geschäft erhalten habe. Sebastià und Francisca Camps traten dort in die Fußstapfen ihrer Eltern und stellen jeden Morgen Brot im Holzofen sowie typische Produkte wie Llonguets (die klassischen Brötchen aus Palma), die Empanada-ähnlichen Teigtaschen Cocarrois und Ensaïmades her.

Der Forn de la Glòria

Der Forn de la Glòria / B. Ramon

Forn de La Pau

Auch der Forn de La Pau gehört zu den ältesten traditionellen Backstuben im Zentrum von Palma. Seine Existenz ist seit rund 300 Jahren belegt. In den 1950er Jahren kauften Tomeu Cirer und Joana Vallori das Lokal im Carrer de La Pau, der der Bäckerei ihren Namen gibt. Sie pflegt die traditionelle handwerkliche Konditorei und ist ebenfalls bekannt für Llonguets, Cocarrois und Ensaïmades.

Forn del Santo Cristo

Forn del Santo Cristo eröffnete sein erstes Geschäft 1910 im Carrer Els Paraires im Viertel Sant Nicolau. Gegründet wurde der Betrieb von der Familie Coll, und mehr als ein halbes Jahrhundert lang wurde er von den Schwestern Antònia und Joana Coll geführt. Seit 2010 steht Maria Mas an der Spitze des Geschäfts, in dem vor allem die Konditoreiwaren herausragen – insbesondere die Ensaïmades, die sowohl bei der lokalen Kundschaft als auch bei Urlaubern beliebt sind. Das Unternehmen hat inzwischen mehrere Filialen auf Mallorca.

Roscón de Reyes im Forn del Santo Cristo.

Roscón de Reyes im Forn del Santo Cristo. / Carlos Ginard

Forn La Mallorquina

1918 eröffnete Antònia Vila die Bäckerei Forn La Mallorquina an den Avenidas. Zuvor hatte sie den inzwischen verschwundenen Forn in einem der Erdgeschosslokale des Teatre Principal geführt. Später übernahmen ihre Tochter Catalina und Enkel Joan, seit 2008 führten Vanessa und Lara Cirer das Geschäft in vierter Generation von Konditoren weiter. In der vergangenen Woche übernahm Pastelería Cirer die beiden Lokale des Forn La Mallorquina.

Forn Fondo

Der Betrieb Forn Fondo befindet sich seit seiner Gründung im Besitz der Familie Llull. Heute führen Pau Llull und seine Schwester Neus das Geschäft in vierter Generation. Gegründet wurde es zu Beginn der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts von Jaime Llull Gelabert und Francisca Cañellas Pons – Letztere stammte aus einer Bäckerfamilie, ihre Eltern führten den Forn de la Plaça. Berühmt wurde das Haus in der Nachkriegszeit unter anderem mit Sahne- und Trüffeltorten. Zu den Markenzeichen gehören bis heute die Quarts Embatumats, also ein gefülltes fluffiges Gebäck.

Monas de Pascua im Forn Fondo.

Monas de Pascua im Forn Fondo. / Bernardo Arzayus

Fornet de la Socà

Der Betrieb Fornet de la Socà ist jünger als die meisten anderen Namen auf der Liste. Das Projekt des "Gastro-Archäologen" Tomeu Arbona und seiner Frau María José Orero – die übrigens einen äußerst sympathischen Social-Media-Auftritt haben – begann 2010. Im Jahr 2018 zogen sie in den historischen Forn des Teatre um, eine der ältesten und bekanntesten Bäckereien der Stadt, die sich direkt gegenüber des CaixaForum befindet. Das Haus ist für die Wiederbelebung sehr alter mallorquinischer Konditoreirezepte bekannt und bei Einheimischen wie Besuchern enorm gefragt. Die Bäckerei ist zudem einer von wenigen Orten, wo es auch vegane, mit saisonalem Gemüse gefüllte Panades ohne Schweineschmalz im Teig gibt.

Panadería Fiol

Sie mag von außen unscheinbar und sogar etwas düster anmuten, doch die Panadería Fiol gehört zu den Klassikern im Zentrum von Palma. Seit 2000 führt Christian Aparicio das Geschäft, nachdem bereits sein Vater es seit den 1980er Jahren betrieben hatte. Zu den Spezialitäten zählt die Coca de Cuarto con Crema, daneben verkauft der Laden Brot, Süßwaren, Konserven und weitere Lebensmittel im traditionellen Stil.

Panadería s’Estació

Bäckerei trifft Entertainment: Die Panadería s’Estació im Carrer Sindicat erlaubt durch einen Glasboden den Blick in die Backstube im Untergeschoss und man kann beobachten, wie die Köstlichkeiten hergestellt werden. Das Haus führt die Tradition der früheren Antiga Casa Pujadas fort, die dort seit 1870 ansässig war. Die Panadería ist nicht nur für ihre mallorquinischen Back- und Konditoreiwaren bekannt, sondern auch für die Einrichtung und Dekoration des Geschäfts.

Xurreria Rosaleda

Churros-Fans kommen nicht an der Xurreria Rosaleda vorbei: Sie feiert an ihrem heutigen Standort in der Costa de La Pols im Jahr 2026 das 50-jährige Bestehen. Das Geschäft verkauft Xurros, Bunyols und andere typische Süßwaren. Außerdem gibt es dort dickflüssige heiße Schokolade, Kaffee und Speiseeis.

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