Traditions-Eisdiele in Palma läutet den Sommer ein: 183 Eissorten und eine Hommage an Stammkunden
Seit 1979 steht Ca’n Miquel in Palma für handwerkliches Eis. Zum Saisonstart rückte die Traditions-Eisdiele ihre Stammkunden in den Mittelpunkt.

Die Eisdiele Gelateria Ca'n Miquel zählt zu den bekanntesten Mallorcas / Slowkid
Palmas Traditions-Eisdiele, die Gelateria Ca'n Miquel, hat am Mittwoch (13.5.) den Sommer mit einer besonderen Initiative eingeläutet: 25 kostenlose Eisportionen gab es im Austausch gegen 25 Porträts von Stammkunden.
In der Altstadt von Palma
„Wir möchten, dass die Kunden von früher sichtbar werden“, erklärte Maria Antònia Valero, Tochter der Inhaberin Teresa Solivellas. Menschen aus Palma sollten porträtiert werden, während sie Ca'n Miquel genießen – ein Aushängeschild der mallorquinischen Gastronomie. Die Resonanz war am Mittwoch groß: Neben Stammkunden kamen auch Inhaber historischer Geschäfte vorbei, darunter die Blumenhandlung La Rosaleda, die seit mehr als 75 Jahren geöffnet ist. So werde weiter „Nachbarschaft gelebt“, so die Verantwortlichen.
„Ich komme einmal pro Woche von der Plaça de la Reina hierher“, sagt Tomeu Nadal, ein anderer Stammkunde. Bereits seit 15 Jahren hole er sich regelmäßig Eis in dem Traiditionsbetrieb. „Für mich ist es ein Luxus, einen alten, natürlichen und handwerklichen Betrieb zu genießen. Hier findet man das immer – ebenso wie eine ausgezeichnete, menschliche Behandlung", schwärmt er. Vor allem schätze er die „authentischen“ Produkte: mallorquinische Mandeln, valencianische Erdmandeln und besondere Sorten wie Kaktusfeigen- oder Mahón-Käse-Eis.
183 Geschmacksrichtungen
Der Sommer halte aber auch Neuheiten bereit, so Inhaberinstochter Maria Antònia Valero. Zum Beispiel die Sorte Erdbeerbaumfrucht. „Dieses Jahr hat es viel geregnet und ich habe welche zu Hause“, sagt sie über eine Frucht, die bei übermäßigem Verzehr berauschend wirken kann. Es ist nur eine von vielen: Derzeit bietet die seit 1979 geöffnete Eisdiele 183 Geschmacksrichtungen an. „Wir verwenden 100 Prozent natürliche Produkte“, betont Maria Antònia.
Eine Generation von hier
Gleichzeitig verweist Valero aber auch auf die Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen habe. Es gebe weniger Fruchteissorten als früher, lokale Rohstoffe seien knapper: „Heute haben wir keine frische mallorquinische Milch mehr, um Eis herzustellen", so die Eismacherin und spielt auf die Schließung der Agama-Molkerei an.
„Meine Mutter hatte es leichter, weil es mehr Lieferanten gab und der Markt für kleine Betriebe zugänglicher war. Klein zu sein wird immer schwieriger“, sagt sie. Drei Tage pro Woche verbringe sie mit Papierkram, jemanden dafür einzustellen sei nicht möglich.
Dass Ca'n Miquel trotzdem weitermacht, liege vor allem an zwei Gründen: „Unsere Kunden sind von hier, seit jeher, und das Lokal gehört uns, wir müssen also keine Miete zahlen. Wir halten durch wegen der Generation von hier. Wir kümmern uns um die Menschen von hier.“
Unzählige Arbeitsstunden
Auch Jesús lässt sich porträtieren. Er ist seit der Eröffnung Stammkunde, weil die Bedienung „sehr gut“ und die Qualität „erstklassig“ sei. Seine Lieblingssorten sind Erdbeere, Himbeere und jamaikanische Schokolade. „Beim Eisessen tut man dem Körper etwas Gutes“, sagt er.
Maria Antònia zählt die vielen Arbeitsstunden nicht mehr. Jedes Mal, wenn sie das Rollladengitter hochzieht, empfinde sie Stolz. "Es ist eine Lebensweise.“ Zugleich hofft sie, dass ihre Tochter den Betrieb nicht übernimmt: „Ich werde alles tun, damit meine Tochter Arbeitszeiten mit Urlaub hat und die Möglichkeit, krank zu werden, ohne zur Arbeit gehen zu müssen.“
Als die Fotos gemacht und das Material eingesammelt ist, geht Gema, eine Seniorin, an der Hand ihres Enkels Joan hinaus. Auch sie blickt zufrieden drein. "Ich mag es, dass er es genießt." /somo
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