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Profan, aber bedeutend: Warum dieser Mallorca-Fisch jetzt sogar Protagonist eines Gastro-Events wird

Von Donnerstag (14.5.) bis Sonntag (17.5.) steht in Palmas Hafen die Sardine im Mittelpunkt. Eine Messe und ein neuer Dokumentarfilm zeigen, welche Bedeutung der kleine Fisch für Mallorca hat.

Frischer geht's nicht: Sardinen direkt nach dem Fang in Palmas Hafen

Frischer geht's nicht: Sardinen direkt nach dem Fang in Palmas Hafen / Dokumentarfilm "La Sardina de Mallorca"

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Sophie Mono

Sophie Mono

In Palmas Hafen dreht sich von Donnerstag (14.5.) bis Sonntag (17.5.) alles um einen profanen Fisch: Die Sardinen-Messe steht an. Klingt seltsam. Doch so alltäglich die Mallorca-Sardine sein mag: Sie ist wichtig für die lokale Fischerei- und Gastrobranche – und auch für die traditionelle Inselgesellschaft. Das vermittelt zumindest der Dokumentarfilm „Sardina de Mallorca: el tresor desconegut“ (Mallorcas Sardine: der unbekannte Schatz). In dem 15-Minüter wird detailliert die Wertschöpfungskette der kleinen Fische erklärt – und mächtig Werbung für das Meerestier gemacht.

Nur noch in Palma

Profan, aber bedeutend

Gegrillte Sardinen auf dem Teller / Dokumentarfilm "La Sardina de Mallorca"

Nur fünf Sardinen-Fischerboote gibt es noch auf den Balearen, sie alle sind im Hafen von Palma beheimatet, erfährt man aus dem Film, den Palmas Fischereizunft gemeinsam mit dem balearischen Fischereiministerium am Montag (1 1.5.) im Vorfeld der Sardinen-Messe präsentiert hat. „Ich kann nicht mehr dort fischen, wo mein Opa einst gefischt hat, wegen all der Schutzgebiete und Regeln“, kommt ein Fischer zu Wort. Überhaupt sei sein Beruf hart: Sardinen werden mitten in der Nacht gefangen. In der Woche um Neumond sei dies stets extrem schwierig. Nicht zu vergessen die Stürme oder Unwetter, die oft einen reichen Fang vereiteln. „Aber es lohnt immer noch“, sagt er.

Die Sardine wird mitten in der Nacht gefangen

Die Sardine wird mitten in der Nacht gefangen / Dokumentarfilm "La Sardina de Mallorca"

"Die Sardine verbindet"

„Ohne das, was die Besatzungen dieser fünf Boote leisten, würde niemand auf den Balearen mallorquinische Sardine essen können“, betont denn auch der Vorsitzender von Palmas Fischerei-Zunft, Domingo Bonnín. Und da sei ja auch der soziale Wert: „Traditionell isst man die Sardine auf Mallorca beim Grillen mit Freunden. Die Sardine verbindet.“ Nicht nur Menschen, sondern auch Meerestiere, ergänzt Ana Ventero vom Ozeanografischen Institut der Balearen. „Die Sardine hat im Mittelmeer eine Schlüsselrolle.“ Als Beute von größeren Fischen und Meeresvögeln sowie als Konsument von Kleinstlebewesen sei sie Bindeglied der Nahrungskette. „Sie enthält weniger Schadstoffe als viele andere Sorten – und ohnehin ist es gut fürs Ökosystem, lokalen Fisch zu essen“, so Ventero.

Profan, aber bedeutend

Mit der „Espeto“- Grilltechnik zubereitete Fische / Ajuntament de Palma

„Wertvolle Omega-3-Fettsäuren, hochwertiges Eiweiß“, zählen dann auch noch die Marktverkäufer und Gastronomen auf, die ihr tägliches Geschäft mit den Mallorca-Sardinen machen. „Die Sardine ist mehr als ein Fisch. Sie ist Wissenschaft, Leidenschaft und Philosophie“, heißt es pathetisch am Ende des Films. Vielleicht ein wenig übertrieben. Andererseits: Fisch von hier kann was. Und wer Inspiration für die Zubereitung braucht, ist auf der Sardinen-Messe genau richtig.

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