Mallorcas süße Sünde: Diese Frucht sollten Sie auf jeden Fall direkt von der Insel genießen
Es gibt Lebensmittel, die schmecken auf Mallorca besonders gut - und haben lange Insel-Tradition. Dieses hier sollten Sie nicht missen

Inselfeigen – wie diese Exemplare auf dem Landgut Son Mut Nou – sind außerordentlich lecker. / Nele Bendgens
Sie sind süß, sie sind fruchtig – und haben auf Mallorca eine lange Tradition. Feigen sind ein fester Bestandteil der Insellandwirtschaft. Doch die Konkurrenz durch Produkte vom spanischen Festland oder aus der Türkei ist groß. Um den Konsum der hiesigen figa (katalanisch; spanisch: higo) anzukurbeln, hat der Verein zur Wiederbelebung des Feigenbaums (ARCUFI) noch vor der Erntezeit eine Kampagne gestartet, die Käufer auf der Insel ansprechen soll.
Helfen, das Erbe zu erhalten
„Si menges figa, que sigui la meva“ („Wenn du Feigen isst, dann meine“) lautet der Slogan, mit dem die Landwirte und Feigenliebhaber die Endverbraucher von ihren Produkten überzeugen wollen. In einer Pressemitteilung heben sie die besondere Mallorca-Verbundenheit der Feigen hervor. „Die Aktion ist eine Aufforderung an all jene Menschen, die mit der ländlichen Welt verbunden sind, zu reflektieren. Und ebenso an alle, die allein durch den Kauf von Obst dazu beitragen können, dieses Erbe zu erhalten“, heißt es.
„Die Qualität der Feigen von hier hat rein gar nichts mit der von außerhalb zu tun, da gibt es riesige Unterschiede“, betont auch Montserrat Pons i Boscana im Gespräch mit der MZ und gerät richtiggehend ins Schwärmen. „Die Textur, der Geschmack – all das muss man selbst erleben“, so das Ehrenmitglied von ARCUFI. Als Betreiber der Feigenfinca Son Mut Nou bei Llucmajor gilt er als Koryphäe auf dem Gebiet. Jahrzehntelang reiste der Mallorquiner um die Welt und sammelte Ableger der unterschiedlichsten Feigenbäume. Mittlerweile zählt seine Finca rund 3.200 Pflanzen mit mehr als 1.400 Sorten.
"Paradies für Feigen"
Trotzdem: Über die mallorquinischen Feigen gehe nichts. „Es sind kleine Schätze. Und dabei geht es nicht nur um den Geschmack, sondern auch um kulturelle und historische Aspekte“, betont der gelernte Apotheker. In den vergangenen Jahrhunderten sei der Anbau von Feigenbäumen in vielen Dörfern auf Mallorca bedeutend gewesen. „Die Insel ist ein Paradies für Feigen, mit viel Sonne und verschiedenen Nährböden. Jede Gegend der Insel bringt andere Sorten hervor.“
Profis wie er erkennen die Mallorca-Feigen schnell, für unwissende Käufer allerdings sei es schwierig, zu wissen, welche Früchte von der Insel stammen. „Deshalb sollen künftig alle Mallorca-Feigen mit speziellen Etiketten gekennzeichnet werden“, so Montserrat. Künftig, soll heißen: ab August, wenn die Haupternte beginnt (zuvor, im Juni und Juli, reifen die frühen brevas). Besonders rund um die Festa de Sequer am 29. August sollen die Infokampagne für die Konsumenten ausgearbeitet sein und die lokalen Sorten im Mittelpunkt stehen. Das landwirtschaftliche Spektakel erinnert seit 45 Jahren an das große Feigentrocknen, das einst im ländlichen Mallorca bedeutend für die Arbeit auf den Landgütern war.
Anpflanzen und genießen
Wenn alles nach Plan läuft, haben die Feigenschützer von ARCUFI bis dahin eine vollständige Liste von Produzenten, die sich auf Feigenprodukte auf den Balearen spezialisieren. „Diese wird dann veröffentlicht, sodass jeder Konsument sehen kann, wo in seiner Nähe Mallorca-Feigen kaufen kann“, so Montserrat, der die Anzahl der Feigenbauern auf knapp 30 schätzt. Viele seiner Kollegen verkauften ihre Ware ausschließlich an Supermärkte und nicht wie er direkt an die Kunden. Die Kampagne soll nun auch den Direktverkauf ankurbeln.
Ebenfalls im Fokus der Feigenschützer: die Förderung des Anbaus weiterer Feigenbäume auf Mallorca. „Jeder kann sie in seinem Garten anpflanzen – man sollte sich allerdings immer Tipps von einem Gärtnereibetrieb aus der unmittelbaren Umgebung einholen, da die Sorten und ihre Ansprüche je nach Gegend variieren“, rät Montserrat. Je heimischer die Feigensorte, desto besser.
Wer die Feige auf mallorquinische Art verzehren möchte, kann einiges ausprobieren. Allein auf Montserrats Landgut Son Mut hat er 21 verschiedene Feigenprodukte im Angebot, von Feigensekt über Feigenmarmelade bis hin zu Feigenpastete. „In der Regel isst man die Feigen auf Mallorca zusammen mit Lebensmitteln anderer Geschmacksrichtungen“, sagt Montserrat. Mit Käse, Sobrassada-Brot oder pa amb oli zum Beispiel. Tipps für die perfekte Zubereitung will der Feigen-Experte hingegen nicht geben. „Das ist Geschmackssache, da sollte jeder selbst ausprobieren.“ Nur eins: „Am besten schmeckt die Feige direkt vom Baum.“
Abonnieren, um zu lesen
- Zeugenaufruf: Samstagnacht an der Playa de Palma einfach umgetreten - wer hat den Vorfall beobachtet?
- Uns bleibt nichts anderes übrig': Wohnungsnot lässt neuen Wohnmobil-Hotspot entstehen - direkt vor dem Königspalast
- Sein Kopf und seine Schultern ragten aus dem zerbrochenen Fenster heraus': Chaosflug bei Ryanair
- Meer wie eine Badewanne: Überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen sorgen für Tropennächte auf Mallorca
- Vox zeigt Geschichte der 'Goodbye Deutschland'-Mallorca-Auswanderer vom Schnitzelpalast in Peguera
- Boot in Cala Santanyí angekommen: 148 Migranten erreichen die Küsten der Balearen
- Wohnzimmer in Schlafzimmer verwandelt und vermietet: 45.000 Euro Strafe für Wohnungseigentümer in Palma
- Tropische Nächte auf Mallorca: 'Schlecht zu schlafen ist schlimmer, als die ganze Nacht die Klimaanlage laufen zu lassen
