Von der Dorfbar bis zur Traditionsbodega: Mallorcas Spirituosen räumen bei den World Drinks Awards ab
Mallorca kann mehr als Wein: In London gab es jetzt auch für Brandy, Gin, Rum, Wermut und Wodka Preise

Das Team von Casa Miss und Bodegas Túnel freute sich über die World Vermouth Awards. / CASA MISS
Gepflegt einen leckeren Gin, Wodka, Wermut oder Rum trinken – aus mallorquinischer Produktion. Das ist – in Maßen natürlich – etwas Feines. Gleichzeitig hat man mittlerweile die Qual der Wahl, denn in den vergangenen Jahren sind viele Firmen auf der Insel hinzugekommen, die sich an derlei versuchen. Mit Erfolg. Anerkennung, auch über Mallorca hinaus, ist ihnen sicher. Das zeigen auch die Preise, die sie nach und nach gewinnen.
Jüngstes Beispiel waren die am 2. Juni in London verliehenen „World Drinks Awards“. Das ist neben der San Francisco World Spirits Competition der größte und renommierteste internationale Spirituosen-Wettbewerb. Ausgezeichnet werden dort die weltweit besten Produkte von Absinth bis Whiskey. Mallorca konnte in London erneut mit Wermut, Gin, Wodka und Rum triumphieren.
Scharfes Dorf
Eine Goldmedaille ging an den „Miss Vermut Picante“ der Bar Casa Miss in Sa Pobla, die gleichzeitig auch in der Kategorie „Halbsüß“ eine Bronzemedaille für ihren normalen „Miss Vermut“ gewann. Im Jahr zuvor hatte dieser bereits eine Goldmedaille und die Top-Auszeichnung „Very Best“ bekommen.

Miss Vermut Picante. / Casa Miss
„Unser scharfer Wermut ist von der Basis mit mallorquinischem Weißwein und den verwendeten Gewürzen – darunter die vier Arròs-brut-Zutaten Pfeffer, Nelke, Muskatnuss und Zimt – genauso wie sein Vorgänger. Aber 20 Tage lang waren 30 bis 60, je nach Intensität des Basis-Wermuts, scharfe Chili-Schoten darin eingelegt. Die Idee dazu lag ja nahe, immerhin gilt Sa Pobla als das Dorf der Insel, in dem am schärfsten gegessen wird“, sagt Jaume Mir, der die Bar mit Unterstützung seiner Eltern leitet. „Während Mallorquiner allgemein eher nicht so scharf essen oder trinken, lieben wir es. Diesen Ruf müssen wir verteidigen.“ Weist der Miss Vermut einen Alkoholgrad von 15 Prozent auf, kann der Picante mit 17 Prozent aufwarten. Produziert werden die Wermuts in Kooperation mit der Bodega Túnel, dort konkret mit Pep Natta.
Serviert wird der Miss Vermut pur mit einer Orangenscheibe als guapo oder mit Orangenschaum als guapísimo. Den Picante gibt’s ebenfalls pur. Laut Jaume Mir passt er gut zur ensaladilla, dem spanischen Kartoffelsalat. „Der Kontrast zwischen mild und scharf macht es aus.“ Zu kaufen gibt es den Wermut flaschenweise in der Bar, in diversen Delikatessläden, bei Agromart oder in den Hipercentro-Supermärkten.

Miss Vermut. / Casa Miss
Das Team experimentiert derzeit mit einem dritten Wermut. „Er soll hell werden und erfrischend schmecken“, sagt Jaume Mir. „Aber wir haben keine Eile, deshalb gibt es auch noch kein Datum, wann er auf den Markt kommt.“ Die Bar am zentralen Platz von Sa Pobla, direkt neben dem Rathaus, ist auch wegen ihrer klassischen Tapas empfehlenswert. Tipp: Am Mittwochabend ist die Theke voll mit pintxos, einer Art Mini-Tapas. Die meisten kosten 1,50 oder 2 Euro, einige gibt es für 2,50 Euro. Infos: barcasamiss.com
Eine Bodega kehrt zu ihren Ursprüngen zurück
Die Bodegas Suau in Pont d’Inca ist für ihren Brandy bekannt. Ihr 25 Jahre altes Schätzchen „Gran Reserva Selección Solera“ gewann in diesem Jahr eine Bronzemedaille. Sie gesellt sich zu etlichen bei den verschiedensten Wettbewerben bereits erhaltenen Auszeichnungen.
Angefangen hatte der Mallorquiner Juan Suau i Bennassar 1830 in Kuba freilich mit Rum, Anissschnaps und anderen alkoholischen Getränken. Erst nach seiner Rückkehr nach Mallorca 1851 gründete er die Bodega und startete zudem die Brandy-Produktion. Bis heute ist die Brennerei auch mit Rum erfolgreich. Der 40-prozentige „Ron Jungla“ gewann in diesem Jahr eine Goldmedaille bei den World Spirit Awards. In Vorjahren hatte auch der „Maior Gin“ von Suau für Furore gesorgt – er gewann in diesem Jahr eine Silbermedaille. Der eher süße und sechs Monate in Brandy-Fässern gereifte Wermut „El Mallorquín“, benannt nach dem Schiff, mit dem einst Juan Suau i Bennassar nach Kuba fuhr, bekam eine Bronzemedaille. Informationen unter: bodegassuau.com

Ron Jungla. / Suau
Englisches Know-how für den Insel-Wodka
Auch das aus England stammende Paar Amber und Byron Holland, das 2018 auf der Insel mit der Produktion von Gin begann, hat im Laufe der Jahre mit seinen Sorten schon viele Preise gewonnen. Nun konnte auch ihr 40-prozentiger Wodka eine Goldmedaille abstauben, ebenso wie ihr delikater „Spiced Gin“. Zwei andere Sorten (Gin und Rosé Gin) gewannen je eine Silbermedaille. Infos: mallorcadistillery.com

Major Gin. / Suau
Abonnieren, um zu lesen
- Kurz dunkel, lange dicht: Mallorca sperrt die Tramuntana zur Sonnenfinsternis
- Rafa Nadals neues Leben: Hotels, Millionen-Deals und jede Menge Meetings
- Mallorca glüht: Bis zu 41 Grad und Tropennächte
- Endlos-Bauarbeiten am Flughafen Mallorca: Jetzt verliert auch der Inselrat die Geduld
- Sie kam zum Jobben nach Mallorca: Junge Deutsche an der Playa de Palma von ihren Mitbewohnern vergewaltigt
- Spaniens bekanntester Hotel-Schandfleck: Der Widerstand gegen den Abriss bröckelt
- Auswandern nach Mallorca? Sie sind leider zu spät
- Neue Spielsachen für Kinder an Bord und Rabatte für Familien: Mallorca-Flieger Eurowings umgarnt Familien