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Robatayaki: In diesen Lokalen auf Mallorca sitzen die Gäste mit am Grill

Wenn Japaner grillen, dann häufig mit einem Robata. Fünf Lokale auf der Insel, in denen Sie das Ergebnis kosten können

Derzeit wieder in Betrieb: das Pop-up-Restaurant Roka im Cap Vermell Grand Hotel.

Derzeit wieder in Betrieb: das Pop-up-Restaurant Roka im Cap Vermell Grand Hotel. / Roka

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Japanische Küche ist immer gefragter, die Zahl der japanischen Restaurants steigt kontinuierlich. Dabei gibt es viele Unterschiede – von All-you-can-eat-Lokalen bis hin zu luxuriösen japanischen Spitzenrestaurants wird auf Mallorca alles geboten. Eine spezielle Unterart sind die auf Robatayaki spezialisierten Restaurants. Robata bedeutet auf Japanisch wörtlich „Feuerstelle“ und Robatayaki demnach „Feuerstellen-Grillen“. Teils werden auch die Grillgerichte selbst Robatayaki genannt, kurz auch Robata.

Das Prinzip der Robata stammt ursprünglich von den Fischern Nordjapans, die ihre Mahlzeiten am Spieß auf Booten über heißer Kohle grillten. Heute nutzt man dafür im besten Falle Binchotan-Kohle. Dabei handelt es sich um eine hochwertige, traditionelle japanische Holzkohle aus der asiatischen Steinlindeneiche (Ubame-Eiche). Binchotan-Kohle gilt als die teuerste und reinste Grillkohle der Welt und wird für ihre rauchfreie, lang anhaltende und gleichmäßige Hitze geschätzt. Das Prinzip der Spießchen ist geblieben, aber auch Fisch, Fleisch und sogar Desserts kommen auf das Feuer.

Roka in Canyamel

Den Anfang dieser Übersicht macht das Pop-up-Restaurant Roka im Cap Vermell Grand Hotel in Canyamel. Seit dem 19. Juni und noch bis Mitte September brennt dort der Grill. Das Restaurant gehört zur Roka-Kette, die wiederum Teil der Azumi-Gruppe ist, die 2002 von Rainer Becker, einem deutschstämmigen Koch aus Bernkastel-Kues an der Mosel, mit seinem indischen Geschäftspartner Arjun Waney gegründet wurde. Insgesamt sind die rund 25 Lokale in vier verschiedene Konzepte aufgeteilt – eines davon ist Roka.

Das erste Roka, gegründet 2004, gab es in London (Großbritannien). Heute findet man Roka-Restaurants an Standorten wie Santorini, Mykonos (beide Griechenland), Istanbul, Dubai, Bahrain, Riad, Kuwait – und Canyamel. Letzteres bespielte erstmals im Sommer 2021 das Luxushotel und ist aufgrund des großen Erfolgs alljährlich erneut „zu Gast“.

Mittelpunkt des Geschehens, vor allem auf der Sommerterrasse, ist die offene Robata-Theke, von der ein Duft nach Binchotan-Kohle und aromatischen Marinaden über die Tische weht. Die Atmosphäre ist kosmopolitisch und lässig-elegant.

Schwarzer Kabeljau, zuvor in Yuzu-Miso eingelegt.

Schwarzer Kabeljau, zuvor in Yuzu-Miso eingelegt. / Roka

Besonders empfehlenswerte Gerichte sind die Lammkoteletts, mariniert mit koreanischen Gewürzen, außen kross und aromatisch, innen saftig-rosa. Auch der butterzarte schwarze Kabeljau, der in Yuzu-Miso eingelegt war, überzeugt. Vegetarisch geht es auch mit einer Aubergine vom Robata-Grill, eingelegt in Mirin-Sauce, Ingwer und Soja. Aber natürlich gibt es auch das, was ein japanisches Lokal ausmacht: exzellente Sushi-Kreationen, die spektakulär angerichtet sind, oder – ebenfalls ein Klassiker der Roka-Lokale – das Sashimi von der Gelbschwanzmakrele, hauchdünn aufgeschnitten mit einem erfrischend-scharfen Yuzu-Trüffel-Dressing. Hinzu kommen eine Sake-Auswahl sowie Cocktails, die asiatische Essenzen wie Ingwer, Shiso oder Hibiskus mit Klassikern verbinden. Die Preise sind gehoben, trotzdem empfiehlt sich eine Reservierung, denn das Roka ist beliebt.

Roka, Urb. Atalaya de Canyamel, Vial A 12, Canyamel. Telefon: 871-81 13 33, Website: rokarestaurant.com/en/roka-cap-vermell-grand-hotel-mallorca/menu

Kasui in Palma

Das Kasui liegt an der Plaça Raimundo Clar in Palma. Die abwechslungsreiche Speisekarte mit den asiatisch inspirierten Gerichten, zubereitet vor den Augen der Gäste von einem kleinen Team unter Leitung des Chefkochs Miguel Ángel Cerdá, hat viele Fans. Im September 2019 eröffnet, bedeutet „Kasui“ übersetzt nichts anderes als „Feuer und Wasser“. Und genau diese Dualität spürt man, sobald man den sympathischen, eher puristisch-gemütlichen Gastraum betritt oder sich einen der begehrten Plätze auf der Terrasse sichert.

Eines der Gerichte im Kasui: Soft-Shell-Crab-Tempura.

Eines der Gerichte im Kasui: Soft-Shell-Crab-Tempura. / KASUI

Hier verschmilzt die traditionelle japanische Robatayaki-Küche mit den lebendigen, oft scharfen Aromen des südostasiatischen Streetfoods. Das Prinzip des Lokals lautet: „Eat it, drink it & share it“. Alle Gerichte sind als asiatische Tapas konzipiert, die man am besten teilt. Inspiration für die Robata-Idee bekam Cerdá in London, wo er für Rainer Becker in dessen Roka-Restaurantkette tätig war. Glanzstück der offenen Küche ist denn auch ein japanischer Robata-Grill, auf dem etwa Aubergine brutzelt, die mit Pico-de-gallo-Würzsauce, Joghurt und Chili serviert wird. Oder ein Secreto Ibérico im Teriyaki-Stil mit Sellerie-Püree und Ananas-Chutney sowie Garnelen-Spießchen mit frittiertem Mais, Chili-Mayonnaise und Limone. Der besondere Tipp: Es gibt auch ungewöhnliche, gelungene Drinks. Die Preise sind für das Gebotene moderat.

Kasui, Plaça de Raimundo Clar, 6, Palma. Tel.: 971-67 77 80, kasuirestaurante.com

Quinta Avenida in Palma

Schon beim Betreten des Lokals in der Avenida Comte Sallent – einem Teilstück von Palmas Innenstadtring – fällt der Blick unweigerlich auf das Herzstück des Restaurants: die offene Küche mit der zentralen Gastro-Bar. Die Einrichtung ist eine gelungene Mischung aus modernem Großstadt-Flair und warmen, einladenden Elementen. Freigelegte Wände aus typisch mallorquinischem Marès-Stein harmonieren mit dunklem Holz und dezenten asiatischen Akzenten.

Lammkoteletts auf dem Grill.

Lammkoteletts auf dem Grill. / QUINTA AVENIDA

Neben der Sushi-Theke ist auch hier der Robata der Star. Auf dem Grill werden Fleisch, Fisch und Gemüse sekundenschnell angebraten, sodass die Säfte im Inneren erhalten bleiben, während die Außenseite ein leicht rauchiges Röstaroma entwickelt. Highlight der Karte im Quinta Avenida sind die verschiedenen Spieße (Kushiyaki), etwa die Hähnchenspieße. Die Fleischstücke sind außen knusprig, innen saftig und mit einer hausgemachten, leicht süßlichen Tare-Sauce glasiert. Bei den Rindfleisch-Spießchen drängt sich das Raucharoma der Kohle nicht auf, sondern hebt den Eigengeschmack des Fleisches hervor.

Der hier zubereitete Miso-Kabeljau (Black Cod) zergeht wie Butter auf der Zunge und bringt eine zarte Rauchnote mit, die mit der süßlichen Miso-Glasur harmoniert. Auch Gemüse profitiert von der Robata-Grilltechnik. Die gegrillten Pilze und der grüne Spargel haben noch Biss und behalten ihre frische, knackige Farbe.

OktopusSpießchen im Quinta Avenida.

OktopusSpießchen im Quinta Avenida. / QUINTA AVENIDA

Quinta Avenida, Avda. del Comte de Sallent, 5, Palma. Telefon: 871-04 30 66, Website: restaurantequintaavenida.com

Kansō in Palma

Die jüngere „Schwester“ des Kaizen, das Kansō, ist eine moderne japanische Taverne und hat sich ein wenig auf den Robata-Grill spezialisiert, obgleich das Lokal auch ein umfangreiches, delikates Angebot an Sushi-, Sashimi- und anderen japanischen Gerichten bietet.

Beide Lokale werden von Raúl García und Ismael Rojo betrieben. Letzterer ist zurzeit häufiger im Kansō. Das Ambiente ist intim, fast geheimnisvoll. Dunkles Holz, gedimmtes Licht, Wandmalereien. Das Herzstück des Raumes ist die offene Theke. Von diesen besten Plätzen des Lokals kann man den Koch gut beobachten. Das Feuer brennt hier ununterbrochen, die Rauchnote, die über die Kushiyaki zieht, ist kein dominantes BBQ-Aroma, sondern ein hauchzarter Schleier, der den Eigengeschmack des Produkts hebt.

Auf dem Robata-Grill im Kansō brennt das Feuer ununterbrochen.

Auf dem Robata-Grill im Kansō brennt das Feuer ununterbrochen. / KANSŌ

Besonders gut gelingt das beim Tintenfisch, der, kombiniert mit einer leicht rauchigen Paprika, eine Brücke zwischen Japan und Spanien schlägt. Wer es mutiger mag, probiert die gegrillten Austern mit Ponzu-Sauce – ein intensives Wechselspiel aus Jod und Röstaromen. Ebenfalls empfehlenswert sind die Spießchen mit Jakobsmuscheln, Garnelen, zartem Wagyu-Fleisch oder auch Pluma Ibérica. Eingelegte Gurken, Zwiebeln und Rettich sorgen als Kontrast für Frische.

Tipp: Der Cocktail Miyagi Mule neutralisiert mit seiner frischen, trockenen Ingwer-Note den Gaumen zwischen den Gängen.

Spießchen-Varianten im Kansō.

Spießchen-Varianten im Kansō. / KANSŌ

Kansō, C/. Francesc de Borja Moll, 24, Palma. Tel.: 971-96 87 14, kansotabernajaponesa.com

Izakaya in Palma

Auch wenn in diesem erstklassigen japanischen Restaurant spektakuläre Sushi-Gerichte und andere gehobene japanische Speisen den Vorrang haben, wird im Izakaya ebenfalls mit einem Robata-Grill gearbeitet. Ein überraschender, gelungener Einstieg könnten hier zum Beispiel die Edamame à la Robata sein, die mit einer cremigen Wagyu-Butter verfeinert werden. Bei den Hauptgängen ist das Rinder-Tataki an Yuca-Püree und japanischem Saucenmix besonders empfehlenswert. Ebenfalls zu empfehlen ist die Dorade Robata. Die Goldbrasse wird in einer feinen Ingwer-Soja-Reduktion mariniert, auf der Haut gegrillt und auf karamellisierten Blumenkohlcreme angerichtet, flankiert von knackigem, ebenfalls auf dem Holzkohlefeuer gegrilltem Pak Choi.

Der Gastraum des Izakaya.

Der Gastraum des Izakaya. / IZAKAYA

Izakaya, C/. de Monsenyor Palmer, 2, Palma. Tel.: 871-03 76 33, izakayamallorca.com

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