Hier gab es noch echte mallorquinische Küche: Die Bar Can Biel Felip in Palma macht dicht
Nachdem Can Biel Felip 2026 als beste klassische Bar der Balearen ausgezeichnet wurde, verkünden die Betreiber das Ende einer Ära

Gemütlich und lecker: Can Biel Felip in Palma. / Bernardo Arzayus
Eines der gastronomischen Aushängeschilder Mallorcas schließt: Die Bar Can Biel Felip hat aus Altersgründen des Betreibers ihren Abschied angekündigt. „Es gibt Entscheidungen, die nie leichtfallen – und diese ist eine davon“, beginnt der Facebook-Beitrag des Lokals, das 2026 als beste klassische Bar der Balearen ausgezeichnet wurde. „Nach so vielen Jahren am Herd ist der Moment gekommen, unsere Türen zu schließen und uns von einer Etappe zu verabschieden, die unser Leben geprägt hat.“
Unter dem Beitrag zeigen sich zahlreiche Nutzer dankbar für all die Jahre, in denen die Betreiber ihre Gäste im Carrer de Miquel Capllonch im Viertel rund um das Konservatorium in Palma bewirtet haben.
Bekannt für das Variat
Can Biel Felip war vor allem für seine variats bekannt. Dabei werden verschiedene kleine Gerichte auf einem Teller serviert. Traditionell gehören zu einem Variat albóndigas mit Sauce (Hackfleischbällchen), ensaladilla rusa (Kartoffel-Thunfisch-Salat), frit mallorquí (Lamm- oder Schweineinnereien mit Gemüse), pica-pica (klein geschnittener Tintenfisch in pikanter Sauce), callos (Kutteln) und als Krönung obenauf etwas Frittiertes wie eine Krokette oder Kalmar-Ringe.

Ein variat bei Can Biel Felip. / Bernardo Arzayus
Die Bar bot allerdings auch Varianten an, die in Palma nur noch selten zu finden sind. So wird Pica-pica normalerweise mit Tintenfisch zubereitet, bei Can Biel Felip jedoch mit Oktopus. Zudem stand dort Frit de Sang auf der Karte, eine Variante des klassischen Frit mallorquí mit geronnenem Schweineblut. Einige seiner Rezepte veröffentlichte Biel Felip 2018 in dem Buch „La cuina mallorquina de Biel Felip“.
Zugleich betonen die Betreiber, dass es bei Can Biel Felip nie nur um das Essen gegangen sei. „Unser Restaurant war viel mehr als nur ein Ort, an dem man die mallorquinische Küche genießen konnte. Es war ein Treffpunkt voller Geschichten, Feiern und Erinnerungen, die wir für immer bei uns tragen werden.“
Derzeit verhandeln die Betreiber mit mehreren Interessenten über eine mögliche Übernahme des Lokals.
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