Stichflammen und glühende Kohlen: Diese Grillfehler können Kinder schwer verletzen
Kleine Kinder sind neugierig und wollen mitmachen – auch dann, wenn Mama oder Papa den Grill hervorholen. Ein paar praktische Hinweise, damit sich niemand die Finger verbrennt

Heiß und sehr gefährlich: Kinder haben beim Grillen in der Nähe des Feuers nichts zu suchen. | FOTO: MONIQUE WÜSTENHAGEN/DPA
Ricarda Dieckmann (dpa)
Der Magen knurrt schon, aber der Holzkohlegrill ist noch längst nicht so weit? Dann ist es keine gute Idee, zu Spiritus zu greifen. Vor allem dann nicht, wenn kleine Kinder um den Grill herumwuseln.
Brandbeschleuniger wie Spiritus können nämlich Verpuffungen auslösen, die eine plötzliche, extreme Hitzeentwicklung und eine Stichflamme mit sich bringen. Besonders heikel: „Kinder sind häufig mit dem Gesicht in der Höhe der Verpuffung und erleiden durch die Flammen dramatische Verletzungen im Gesicht, an Oberkörper und Armen sowie Händen“, beschreibt Joachim Suß von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH).
Heiße Kohlen auf dem Boden? keine gute idee
Auch ganz ohne Brandbeschleuniger kann es zu Verbrennungen kommen – etwa wenn das Kleinkind mit seinen Händen an den Grill packt. Daher sollten Eltern den Nachwuchs beim Grillen stets im Blick behalten – und ihn gar nicht erst zu nah an den Grill lassen. Zu einem Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern raten die Experten von Paulinchen, der deutschen Initiative für brandverletzte Kinder. Gefährlich wird es auch, wenn der Grill umkippt, daher auf festen Stand achten.
Mit der Verbrennungsgefahr für die Kleinen ist es aber auch nach dem Essen noch nicht vorbei. Kohlen speichern Hitze länger als viele Eltern denken. Wird etwa heiße Grillkohle auf den Boden gekippt, kann es zu Verbrennungen an den Füßen kommen, wenn das Kind drüberläuft. Die DGKJCH rät Eltern daher, die Kohlen vollständig abbrennen zu lassen und sie danach abzulöschen.
Verbrennung? Kühlen – und ab zum Arzt
Was tun, wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Grillunfall gekommen ist? „Verbrennungen sollten, wenn die Eltern keine Erfahrung haben, immer ärztlich begutachtet werden“, so Katrin Scherwatzki, die als Fachkrankenschwester auf Verbrennungen spezialisiert ist. Bei kleineren Verbrennungen ist die Kinderarztpraxis die richtige Anlaufstelle, bei größeren Verletzungen ist es die Notaufnahme des Krankenhauses.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollten Eltern laut Paulinchen die Verbrennungswunde für circa 10 Minuten mit handwarmem Wasser kühlen, das sind etwa 20 Grad. Doch nicht in jedem Fall ist Kühlen die richtige Entscheidung: Bei großflächigen Verletzungen (mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche), bei Babys und bei Bewusstlosigkeit kann Kühlen den Kreislauf zu stark belasten. Dann lieber verzichten.
Abonnieren, um zu lesen
- Dramatischer Vorfall in Palma: Mann springt von Hochhaus und fällt auf Gäste einer Caféterrasse
- Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez: Wie der Mallorca-Muffel hier früher Herzen brach
- Gleich zwei Waldbrände auf Mallorca - zwischenzeitlich auch Menschen in Gefahr
- Weil mitten im Sommer die Strandliegen fehlen: Balearen-Regierung feuert oberste Küstenchefin
- Nach Palma jetzt Sóller: Erneut großer Protest gegen Massentourismus auf Mallorca
- Angst vor Chaos zur Sonnenfinsternis auf Mallorca: Warum ab Montag (10.8.) auch Soldaten zum Einsatz kommen
- Nach Überfall mit Pistole: Wie die Polizei Lübeck einem Mallorca-Urlauber half, sein Portemonnaie an der Playa de Palma zurückzubekommen
- Zahl der Kontrollen von Autos mit ausländischen Kennzeichen spürbar erhöht': Veranstalter streicht Oldtimertreffen Mallorca Car Week