Paella auf Mallorca: Diese neun Restaurants sollten Reisfans kennen
Wo kann man auch als Einzelperson Paella bestellen? Was hat es mit der „Gebirgs-Paella“ auf sich? Und welche Tipps gilt es zu beachten, wenn man selber kocht? Ein Besuch bei ausgewählten Paella-Spezialisten der Insel

Ponderosa Beach: Eine bessere Aussicht mit Paella gibt es kaum. / Ponderosa Beach
In dieser Woche widmen wir uns der Paella. Dies ist kein mallorquinisches Gericht, aber sie wird gerne auch auf der Insel gegessen, vorzugsweise mittags am Wochenende. Übrigens: Sie werden keinen Spanier sehen, der eine Paella am Abend isst – dafür gilt sie als zu mächtig. Auf Mallorca nennt man die meisten Paellas schlicht Reisgerichte, die trocken (seca), cremig (meloso), ja fast sogar suppig daherkommen (caldoso) – sie werden generell arroces genannt. Deshalb heißen die entsprechenden Lokale auch arrosseria. Tipp jenseits der folgenden Lokale: Fast immer werden in den Restaurants der nautischen Clubs in den Häfen ebenfalls gute Paellas beziehungsweise Reisgerichte serviert – meist sogar günstig und mittags im Rahmen eines Mittagsmenüs.
Tipps zum Selbermachen
Sie stammen vom Paella-König der Insel, Kike Martí. Er kocht mit dem Team seiner Firma Arrózame köstliche Reisgerichte bei vielen Events der Bodegas Ángel und José L. Ferrer, ist aber auch privat für Veranstaltungen buchbar (Instagram: kikemarticer da, arrozame@gmail.com).
- Der Reis: Man nimmt Rundkornreis wie den sogenannten arroz bomba, möglichst aus der Region Valencia, alternativ funktioniert auch Risotto-Reis. Aber der sollte nicht aus asiatischen Anbauregionen kommen. Paella-Reis darf nicht aufbrechen, muss körnig bleiben, aber perfekt die Flüssigkeit und die Aromen aufsaugen.
- Das Feuer: Nur gleichmäßig verteiltes Feuer unter der gesamten Paella-Pfanne sorgt für ein perfektes Ergebnis. Deshalb sollte man einen gasbetriebenen Feuerring nutzen.
- Kochzeit und Brühe: Das ist individuell und hängt von der Art des Feuers und der Menge der Zutaten ab. Was das Verhältnis Reis und Brühe betrifft, gilt als Richtwert bei einer Paella für zwei Personen das Verhältnis 1:2,5 bis 1:3, wobei man etwa 100 Gramm Reis pro Person rechnet.
- Generelle Tipps: Auf sogenannte colorantes, also künstliche farbgebende Substanzen, sollte man verzichten. Dafür kann man Tomaten, Paprika oder natürlich Safranfäden nutzen. Damit die Paella schön saftig serviert wird, lässt man sie nach der Kochzeit circa 7-10 Minuten ruhen und bedeckt sie in der Zeit mit nassen Servietten, Küchentuch oder Zeitungen. Die Feuchtigkeit zieht in die Paella und macht sie perfekt. Und übrigens: Wenn die Paella am Boden anbrennt, dann ist das kein Fehler, sondern gewollt. Diesen Bodensatz nennt man socarrat, und er ist bei Paella-Fans begehrt.
Morralla Restaurante
Im Polígono Can Valero am Stadtrand von Palma liegt seit Ende 2023 das Restaurant Morralla von Enrique „Kike“ Erazo und seinem Geschäftspartner Emanuel Paggi, beide gebürtige Argentinier. Auch wenn man Südamerikanern vorrangig Kompetenz in Bezug auf Fleisch zuschreibt, ist das bei Erazo ein wenig anders. Er kennt sich AUCH mit Fleisch aus und bietet bestes Premiumfleisch sowie Fisch, maritime Vorspeisen, aber halt auch kreative Reisgerichte. Auf der Karte finden sich etwa arroces mit Garnelen und Kalmar, mit Huhn, Garnelen und Gemüse, mit Hummer oder Thunfisch, aber auch tagesaktuelle Varianten mit Bäckchen vom Rind und Artischocken. Erazo ist ein Perfektionist, der so lange an einem Gericht experimentiert und probiert, bis er die richtigen Zutaten, Mischung und Kochzeit gefunden hat. Dabei verwendet er viel Zeit auf die Zusammensetzung von Saucen, sofritos (Gemüsemix als Saucenbasis) und Brühen, die er dann bei den Gerichten teils mischt, was für besondere Geschmacksintensität sorgt. Für die perfekte Zubereitung sorgen auch fünf spezielle Paella-Herdplatten mit jeweils acht Feuerringen.
Info: Camí de Jesús, 6, Pol. Can Valero (Palma), Tel.: 871-74 56 58, FB: Morralla Restaurante

Argentinier mit Paella-Kompetenz: Kike Erazo / Morralla Restaurante
Sa Cranca
In Palma gibt es an der Hafenpromenade im ersten Stock den Klassiker Sa Cranca mit fast 30 verschiedenen Paella-Gerichten zur Auswahl – und natürlich einer großen Auswahl an Vorspeisen, Fleisch- und Fischgerichten. Bei den Paellas finden sich alle Klassiker, aber auch eine „Gebirgs-Paella“ mit einem Steak, eine „Kloster-Paella“ nur mit Gemüse, eine „Seemann-Paella“ mit Kalmar und Garnelen sowie natürlich die „Königliche Paella“, der Star des Sa Cranca, mit Hummer, Kaisergranat, Muscheln und Fisch. Die Preise für Paella: 17–36 Euro. Paella zum Mitnehmen schon ab 14,50 Euro.
Info: Avda. De Gabriel Roca, 13, Palma, Tel.: 971-73 74 47, sacranca.com

Sa Cranca: Paella mit Meeresfrüchten / Sa Cranca
Arosseria Nimo’s
Auch das Nimo’s gegenüber dem Ocimax in Palma kann schon auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit 2004 werden hier Fans von Reisgerichten und anderen Speisen zufriedengestellt. Von außen wirkt das Restaurant eher unscheinbar. Umso erstaunter ist man, wenn man es betritt, denn im Inneren erwartet die Gäste ein 1.000 Quadratmeter großes und schönes Restaurant mit einem in verschiedene Bereiche unterteilten gemütlichen Hauptraum, sechs kleineren speziellen Sälen für zehn bis 30 Personen und eine große Bar. Die Preise für die 25 verschiedenen Paellas und Reisgerichte: 15–39 Euro.
Info: C/. del Bisbe Pere de Puigdorfila, 10, Palma, Tel.: 971-49 87 74, arrosserianimos.com

Nimo's: Paella mit Kabeljau und Gemüse. / Nimo's
Es Palau de S’Arròs
Fahren wir nach Ciutat Jardí. Dort gibt es nicht nur viele Fischrestaurants, sondern man hat sich in dieser Gegend auch auf Paella spezialisiert. So etwa der Reispalast in zweiter Linie, Es Palau de S’Arròs, von Juan Andrés Amer, den es ebenfalls schon über 30 Jahre lang mit unterschiedlichen Betreibern gibt. Auf der Karte finden sich rund ein Dutzend Reisgerichte, wovon der exzellente arròs brut eindeutig heraussticht. Selten: Hier kann man Paella auch als Einzelperson bestellen! Die Preise: 18–31 Euro.
Info: C/. Illa de Xipre, 31, Ciutat Jardí. Tel.: 971-26 71 1 1, FB: Es Palau de S’Arròs

Es Palau de s'Arròs: Schwarze Paella mit Meeresfrüchten. / Nele Bendgens
El Bungalow
Dieses Lokal, ebenfalls in Ciutat Jardí, liegt direkt am Meer. 1992 machte die Besitzerfamilie aus ihrem Strandbungalow ein Restaurant, das in den letzten Jahren lange um seine Existenz kämpfen musste, da es aufgrund rechtlicher Probleme abgerissen zu werden drohte. Doch es existiert weiterhin, nicht zuletzt dank seiner hervorragenden, langjährigen Reputation. Neben Fischen in allen Varianten glänzen hier ebenfalls die Reisgerichte.
Info: C/. Esculls, 2, Ciutat Jardí, Tel.: 971-26 27 38, FB: El Bungalow

El Bungalow: Eine caldoso-Paella mit Hummer. / El Bungalow
Safrà 21
Und hier das dritte Restaurant in Ciutat Jardí, das Safrà 21, das es seit 2008 gibt, mit etwa 30 verschiedenen Paellas und Reisgerichten – auch zum Mitnehmen. So gibt es etwa die blinde Paella, bei der man sich die Finger nicht schmutzig machen muss, auch mit feinem Schweinefilet, Artischocken und Pilzen, oder eine mallorquinische Paella mit Pilzen, sobrassada, botifarró und Fleisch vom schwarzen Schwein. Bei den arroces melosos sind die Varianten Pilz mit Foie, Tintenfisch mit Zwiebeln und Kabeljau mit Lauch und Blumenkohl die eindeutigen Favoriten der Gäste. Die Preise: 18–32 Euro.
Info: C/. de l’Illa de Corfú, 10, Ciutat Jardí, Tel.: 971-26 36 70, safra21.com

Safrà 21: Paella mit Speckstreifen, Trüffeln und Eiern. / Safrà 21
Grano a Grano
Fahren wir an die Ostküste nach S’Illot ins Grano a Grano von David Serrano, der früher als Maître jahrelang die Gäste des Sternerestaurants Andreu Genestra umsorgt hat. Er nutzt für seine Reisgerichte den Premium-Reis der Firma Molino Roca aus Valencia.
Hier gibt es etwa einen cremigen Reis mit zarten Rinderbäckchen, angereichert mit Rotwein aus Callet-Trauben. Oder ein delikates Reisgericht mit Entenbrust an Pistazienkruste mit Pistazien-Aioli und Feigen. Letzteres a la llauna, das heißt auf einem rechteckigen Blech, das zum Schluss in den Ofen kommt. Nur zwei Beispiele aus der Karte des Restaurants Grano a Grano oberhalb des Strandes von S’Illot. Die Preise: 19–34 Euro.
Info: Ronda del Matí, 14, S’Illot, Tel.: 971-18 30 80, granoagrano.es

Grano a Grano: Vegetarisches Reisgericht. / Grano a Grano
Can Gavella
Im Norden an der Playa de Muro liegen auch zwei empfehlenswerte Lokale mit guten Reisgerichten und Paellas. Zum einen das Can Gavella. Hier wird ausschließlich mit frischen, lokalen Produkten gearbeitet. Vom Außenbereich des Lokals aus kann man aufs Meer blicken und oft eine frische Brise genießen. Die Preise sind vergleichsweise moderat, geboten werden Gerichte in verschiedenen Preisklassen.
Info: Casetes des Capellans, 174, Playa de Muro, Can Picafort, Tel.: 682-15 12 59, cangavella.com

Can Gavella: Paeella mit chipirones. / Can Gavella
Ponderosa Beach
Auch beim Nachbarn an der Playa de Muro, der Ponderosa Beach, kann man hervorragende Reisgerichte und Paellas schmausen – und so einiges mehr. Kein Wunder, denn hier hat der Paella-König von Mallorca, Kike Martí, auch schon seine Spuren und einige Rezepte hinterlassen.
Das Lokal, wo man mit den Füßen im Sand und dem Blick aufs Meer speisen kann, wurde schon in den 1960er-Jahren von den Großeltern der jetzigen Betreiber gegründet, ist leger, sehr beliebt, und ohne Reservierung geht am Wochenende gar nichts. Die Preise: 23–36 Euro.
Info: Casetes des Capellans, 123, Can Picafort. Tel.: 971-18 41 18, ponderosabeach.com
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