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In diesen Restaurants auf Mallorca werden Meeresfrüchte und Fisch perfekt zubereitet

Ein Besuch bei ausgewählten Fisch- und Meeresfrüchtelokalen auf Mallorca

Ses Oliveres, Restaurant in Port de Sóller

Ses Oliveres, Restaurant in Port de Sóller / Nele Bendgens

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Fisch und Meeresfrüchte gibt es natürlich in (fast) jedem Restaurant auf Mallorca - das ermöglicht schon die Insellage und befriedigt auch die Nachfrage der Gäste. Doch bei unserer Auswahl in dieser Woche fokussieren wir uns auf Lokale, wo man besonders viele verschiedene Meeresbewohner auf besonders gute Art zubereitet – und davon gibt es weniger Lokale, als man denkt. Aber natürlich gibt es mehr, als wir diesmal herausgegriffen haben, und jeder kennt wahrscheinlich „sein“ Lokal, wo er die Seezunge oder die Garnelen liebt.

Ca n’Eduardo in Palma

Chefkoch Pedro Mesquida im Restaurant Ca n’Eduardo oberhalb der Fischbörse.

Chefkoch Pedro Mesquida im Restaurant Ca n’Eduardo oberhalb der Fischbörse. / Nele Bendgens

Anfangen wollen wir mit einem Klassiker, dem Ca n’Eduardo in Palma. Schon die Lage des Restaurants lässt darauf schließen, dass hier die Qualität der verwendeten Produkte erstklassig ist. Das Lokal befindet sich nämlich oberhalb der Fischbörse in Palma – und das schon seit 1943, gegründet von der Familie Carrasco, die mit einer einfachen Kneipe begann, es aber nach und nach zu einem gehobenen Restaurant ausbaute. Erst 2008 übernahmen neue Betreiber das Lokal, steckten viel Geld in die Renovierung und Umgestaltung.

Der erste Küchenchef der „neuen“ Zeit, Johnny Moloney, wurde schon bald zum Mitbesitzer und Geschäftsführer. Der aktuelle Küchenchef ist Pedro Mesquida. Seine Küche setzt weiterhin auf klassisch-traditionelle Gerichte wie den Wolfsbarsch in Salzkruste, den Petersfisch mit frittierten Zwiebeln oder den Hummer auf Pommes frites mit Spiegeleiern. Auch die langostinos de café, besonders große und aromatische Garnelen, zählen zu den Favoriten. Hinzu kommen Seehecht- und Kalmar-Kroketten, boquerones oder die ungewöhnliche Kombination aus Tintenfisch, Sobrassada, Pinienkernen und Honig. Sehr gefragt sind zudem der gemischte Vorspeisenteller mit sechs verschiedenen Garnelen- und Muschelvarianten, die Fisch- und Meeresfrüchteplatte inklusive Hummer, sowie die verschiedenen Reisgerichte.

Doch Küchenchef Mesquida bietet darüber hinaus auch moderne, ungewöhnliche Kreationen. So kombiniert er das Tatar vom roten Thunfisch mit Roter Bete, Ingwer, Avocado, Wasabi-Mayonnaise, Yuzu und frittierten Yuca-Streifen.

Infos: C/. Contramuelle Mollet, 5 (im ersten Stock der Fischbörse), Palma. Tel.: 971-72 1 1 82, caneduardo.com

Pomelia Sea Lab in Palma

Restaurant Hostal Playa in Colònia Sant Jordí.  | FOTO: HOSTAL PLAYA

Pomelia Sea Lab in Palma / privat

Avantgarde-Fischküche gibt’s im Pomelia Sea Lab im Llonja-Viertel in Palma seit Mai 2023. Das, was der sizilianische Chefkoch und Betreiber Salvatore Cetino zaubert, ist die hohe Kunst des Fische-Verstehens und -Verarbeitens. Er nutzt das ganze Tier. Nicht nur die gängigen Filetstücke, sondern auch jede Innerei, was einen nicht abschrecken sollte. Denn das Resultat schmeckt vorzüglich. Etwa das Stückchen Wolfsbarsch-Foie, also die Fischleber, auf einem gebackenen Mini-Fischskelett. Oder der dehydrierte und feste Bottarga (Fischrogen), den er über in Salz nach alter Methode getrocknetem und als Carpaccio serviertem Rotem Schnapper reibt. Andere Innereien verarbeitet er zu einer cremigen Fischsauce.

Und Cetino experimentiert ständig weiter, daher auch die Namensergänzung: Sea Lab – Meereslabor. Ein Essen im zweistöckigen Pomelia an den von Cetino selbst gezimmerten Tischen ist somit ein exklusives und ungewöhnliches Erlebnis, vor allem, was das fünfgängige Degustationsmenü betrifft. Darin sind die meisten „Experimente“ zu finden.

Infos: C/. Can Sales, 2, Palma. Tel.: 625-05 58 97, pomeliarestaurant.com

Hostal Playa in Colònia Sant Jordi

l La Parada del Mar (oben links)  l Pomelia Sea Lab in Palma (oben Mitte).  l Sa Roqueta (oben rechts).  l José Carballo vom El Viejo y el Mar.  l Ses Oliveres, Restaurant in Port de Sóller (unten). | FOTOS: LOKALE/ NELE BENDGENS

l La Parada del Mar (oben links) l Pomelia Sea Lab in Palma (oben Mitte). l Sa Roqueta (oben rechts). l José Carballo vom El Viejo y el Mar. l Ses Oliveres, Restaurant in Port de Sóller (unten). | FOTOS: LOKALE/ NELE BENDGENS

Fahren wir in den Süden. Dort führt eine Familie schon in der vierten Generation die Mischung aus kleinem Hostal und Restaurant direkt an der kleinen Bucht Cala Galiota. Das Haus wurde als Hostal schon 1921 gebaut und 1934 von der jetzigen Betreiberfamilie gekauft, die auch ein Restaurant hinzufügten.

Es wirkt sehr oldfashioned, obgleich es 1989 komplett renoviert wurde – aber unter Beibehaltung des alten Stils. Und traditionell sind auch die Zubereitungsarten: Auf der heißen Platte wird gebraten (a la plancha), mit gutem Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zitrone wird gewürzt – das ist alles. Ein guter Fisch braucht nicht mehr! Saucen sind verpönt, lediglich etwas Aioli sowie eine pikante und eine Petersiliensauce stehen auf dem Tisch. Auch bei den Vorspeisen gibt es etwa Meeresfrüchte wie Kalmar-Ringe, Muscheln, boquerones und Garnelen oder gar die gemischte Platte mit etwas von allem. Ein Träumchen, und das mit perfektem Blick aufs Meer und den Sonnenuntergang.

Infos: C/. Major, 25, Colònia de Sant Jordi. Tel.: 971-65 52 56, restauranteplaya.com

El Viejo y El Mar in Palma

Wo Meeresbewohner perfekt zubereitet werden

José Carballo vom El Viejo y el Mar. / Nele Bendgens

„Der alte Mann und das Meer“, wohl eines der berühmtesten Bücher der Weltliteratur, geschrieben von Ernest Hemingway. Nach diesem Buch hat José Carballo, ein Galicier, sein uriges Lokal benannt, das er seit 2016 führt – als Initialzündung galt das Herkunftsland seines Lebensgefährten, Kuba. Bilder sowohl aus Kuba wie aus Galicien, das auch Hemingway mehrmals besucht hatte, schmücken die Wände. Auf den Tellern Meeresbewohner, vorzugsweise Meeresfrüchte zu fairen Preisen wie Thunfisch-empanadas, zamburiñas (kleine Jakobsmuscheln), navajas (Schwertmuscheln), boquerones en vinagre (Sardellen in Essig), calamares (Kalmar-Ringe) und natürlich auch den galicischen Klassiker schlechthin: pulpo a feira (Tintenfisch). Die Rezepte stammen von galicischen Müttern. Es ist immer noch ein Geheimtipp – zumindest unter Ausländern.

Infos: C/. Aragó, 86, Palma. Tel.: 971-96 60 09, FB: El Viejo y el Mar Taberna Gallega

La Parada del Mar in Cala Major

Wo Meeresbewohner perfekt zubereitet werden

La Parada del Mar / privat

Dieses Lokal schräg gegenüber dem Sommerpalast des Königs, Marivent, samt seiner Terrasse ist außergewöhnlich, weil es zwei Dinge kombiniert: einen Markt- und einen Restaurantbesuch. Beim Eingang wartet eine große Fisch- und Meeresfrüchtetheke, aufgebaut wie ein Stand auf dem Markt. Die Produkte liegen hier ebenfalls auf Eis, und Preisschildchen stecken dazwischen. Man sucht sich als Gast aus, was man will, das Ausgewählte wird gewogen, man entscheidet die Zubereitungsart und erhält eine Nummer. Am Platz werden Getränkebestellungen aufgenommen und serviert. Wird die Nummer ausgerufen, holt man sich seinen Teller ab.

Neben dieser Bestellmethode kann man sich auch für das Menü entscheiden. Es kostet knapp 37 Euro und beinhaltet neun verschiedene Gerichte wie chipirones, Kalmar, Garnelen, zamburiñas, boquerones und verschiedene Muscheln, zwei Desserts und eine Flasche Wein (für zwei Personen) oder Bier. Vor dem Lokal ist ein Schiffchen platziert, ein Holzzaun und einige Pflanzen trennen die Terrassenplätze vom Bürgersteig. Es ist nicht gerade ein romantisches, leises Fleckchen, zumindest nicht draußen. Innen zieren Meeresdeko wie Netze und Metallfische sowie maritime Fotos das blau-weiße Ambiente.

Infos: Avenida Joan Miró, 244, Palma (Marivent). Tel.: 971-59 27 06, laparadadel mar.com

Sa Roqueta in Portitxol

Leckere Meeresfrüchte in Sa Roqueta

Leckere Meeresfrüchte in Sa Roqueta / privat

Im kommenden Jahr wird in Portitxol ein 40-jähriges Bestandsjubiläum gefeiert. Und zwar im Restaurant Sa Roqueta, einem der wohl bekanntesten und renommiertesten Fischlokale der Insel. Gegründet wurde es von Toni Serapio und seiner Frau Nieves Carbonell, die es auch führen. Er kümmert sich um die Gäste, sie mit ihrem Team um die Mahlzeiten. Die beiden hatten Fischer als Väter. Serapio war in jungen Jahren auch mal Fischhändler und hatte einen Fischstand samt Bar im Olivar-Markt in Palma.

Später eröffnete er das Restaurant in Portitxol. „In unserem Lokal riecht und schmeckt man das Meer“, so Serapio, der auch viel Prominenz in seinem Restaurant begrüßen kann. Die Gäste lassen sich sowohl verfeinerte Vorspeisen à la Kichererbsen à la Roqueta mit Tintenfischstreifen und Spinat oder die verschiedensten Muschelsorten schmecken. Dann warten Hummer, Langusten, Seespinnen und Austern, frisch aus dem großen Becken, sowie Fische auf den Gast.

Infos: C/. Sirena, 1 1 (kurz vor dem Hotel Portixol), Palma. Tel.: 971-24 94 10, restaurantesaroqueta.com

Can Tito in Molinar

Am Born in Molinar wurde vor 50 Jahren das Can Tito von Tito Serra und seiner Frau Joana eröffnet – und wird bis heute von deren Nachfahren geführt. Hier spezialisiert man sich auf Fisch, Meeresfrüchte und Paella. Das Lokal ist eine feste Größe in diesem Vorort von Palma, Generationen von mallorquinischen Familien haben hier schon ihre Geburtstage oder Weihnachten gefeiert.

Ob Fisch von der heißen Platte, aus dem Ofen oder vom Grill wie der Petersfisch mit frittierten Zwiebeln, die mit Garnelen und Champignons gefüllten Kalmare, die Languste mit Kaninchen oder der edle Klassiker des Hauses – Hummer auf Kartoffeln mit Spiegeleiern – die Gerichte werden traditionell erstklassig zubereitet.

Infos: Passeig del Born del Molinar, 2, Molinar (Palma). Tel.: 607-09 01 12, 971-27 10 16, restaurantecantito.com

Ses Oliveres in Port de Sóller

Die Hafenpromenade von Port de Sóller. Dort lockt den Fisch- und Meeresfrüchtefreund das Ses Oliveres von Bruno Selles Sinibaldi. Sein Vater Pep Selles hatte es 1987 eröffnet und von einer Kneipe mit Essen zu einem der renommiertesten Lokale des Ortes entwickelt. Sein Sohn hat das Lokal noch einmal reformiert und u. a. eine eindrucksvolle Fischvitrine installiert, wo das tagesfrische Angebot aus dem Meer ausgestellt wird. Die Gäste suchen sich hier den Fisch und die Meeresfrüchte aus, die für sie zubereitet werden sollen

. Selles legt Wert darauf, dass es neben den „teureren“ Meeresfrüchten wie gamba de Sóller (rote Sóller-Garnele), cigala (Kaisergranat) oder Hummer, sowie Fischsorten wie cap roig (Drachenkopf), mero (Zackenbarsch) oder gallo San Pedro (Petersfisch) auch günstigere Gerichte gibt, wie etwa einen Klassiker des Hauses, die leckeren Kalmar-Tuben, gefüllt mit botifarrón (Blutwurst) und Trockenaprikosen, überzogen mit Mandelsauce, oder die Sardinen vom Grill.

Infos: Passeig des Través, 18, Port de Sóller. Tel.: 971-63 41 68, sesoliveresportde soller.com

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