"Habe meine geheimen Wege, auf denen ich keinen Urlaubern begegne": Mallorca-Schauspielerin Christine Neubauer ganz privat im MZ-Interview
Die Schauspielerin und ihr Mann José Campos haben erst kürzlich geheiratet. Am 20. Mai erscheint zudem ihr Insel-Reiseführer. Mit einem gemeinsamen Filmprojekt geht für Neubauer der größte Traum ihrer Karriere in Erfüllung

Leben in der Nähe der Kathedrale: Christine Neubauer und José Campos. / Ana B. Muñoz
Es sind arbeitsintensive, aber auch schöne Zeiten für Christine Neubauer und ihren Mann José Campos. Anfang Mai haben die Schauspielerin und der chilenische Fotograf und Filmproduzent auf Mallorca geheiratet. Zudem erscheint am 20. Mai, noch vor ihrer Hochzeitsreise nach Chile, Neubauers Reiseführer „Bon dia, Mallorca“. An ihm hat die gebürtige Münchnerin ein Jahr lang von der Insel aus gearbeitet. José Campos hat die Fotos geschossen.
Kennengelernt hatten sich die heute 63- und der 60-Jährige 2008 bei Dreharbeiten in der Atacama-Wüste in Chile. Auf Mallorca hat das Paar, das seit 2024 auch die Produktionsfirma Santiago Film betreibt, eine Wohnung in Palmas Altstadt und ein Wochenendhaus am Fuße der Tramuntana. Die Insel sei für sie der perfekte Kompromiss, sagen die beiden beim Interview im Parc de la Mar vor der Kathedrale in Palma.
Wie kommt es, dass Sie erst nach 15 Jahren Beziehung und fünf Jahre nach Ihrer Verlobung geheiratet haben?
Christine Neubauer: Der Grund waren tatsächlich Papiere, auf die wir teils lange warten mussten. Als die von José endlich kamen, waren meine dann nicht mehr gültig, und ich musste sie neu beantragen.
Wieso haben Sie fast heimlich, still und leise und nur im kleinen Kreis geheiratet?
Christine Neubauer: Manche Dinge, wie unsere Hochzeit, sind für uns sehr intim. Wir haben auf der Insel keinen riesigen Freundeskreis oder viele Kontakte zu anderen deutschsprachigen Prominenten. Deswegen waren auch nur zehn Gäste bei unserer standesamtlichen Hochzeit, darunter gute Freunde.
José Campos: Ich schätze es, Privatsphäre zu haben und die kleinen Momente ohne Druck genießen zu können. Die große Party kommt schon noch.

„Bon dia, Mallorca: Christine Neubauer – ihr persönlicher Reiseführer zu Lieblingsorten und Geheimtipps auf der Trauminsel“, ab dem 20. Mai im Handel, 22 Euro / Verlag
Ihre Flitterwochen wollen Sie in Chile verbringen? Sind Sie da nicht ohnehin öfter?
Christine Neubauer: Wir sind immer im Winter da, um Josés Familie zu besuchen. Im Juli reisen wir in die Atacama-Wüste, wo wir uns damals kennengelernt haben, allerdings nicht nur, um dort Urlaub zu machen. Wir drehen mit unserer Produktionsfirma ein Roadmovie, eine chilenische, deutsche, kolumbianische und argentinische Co-Produktion. Das Projekt ist ein privates und berufliches Geschenk an uns. In Deutschland habe ich mit über 100 Fernsehfilmen und Theaterstücken alles erreicht. Die Teilnahme bei „Let’s Dance“ 2025 war die Krönung. Der größte Traum meiner Karriere wird nun wahr: ein eigener internationaler Kinofilm.
Wann geht es für Sie zurück nach Mallorca?
Christine Neubauer: Ende September fliegen wir wohl wieder auf die Insel. Von hier aus machen wir dann die Postproduktion des Films.
José Campos: Die Sommer verbringen wir oft fernab der Insel, sind viel am Reisen.

Sind frisch verheiratet: Christine Neubauer und José Campos. / Ana B. Muñoz
In Ihrem Buch verraten Sie, Frau Neubauer, Ihre Lieblingsorte auf der Insel, zeigen „Ihr Mallorca“. Wie sieht das aus?
Christine Neubauer: Das Buch ist ein Reiseführer, der sich von anderen unterscheidet. Ich schreibe von Orten in Verbindung mit lesenswerten Geschichten über Menschen. Hier am Parc de la Mar vorne an den Treppen zum Beispiel sitzt am Abend oft ein Straßenmusiker mit seiner Gitarre und einer Stimme, die dir Gänsehaut bereitet. Mit der Kathedrale im Abendlicht ist das wie ein Privatkonzert. In meinem Buch erzähle ich zum Beispiel die Geschichte von Sergio. Er ist Argentinier, auf einem Bauernhof aufgewachsen. Als Jugendlicher ist er nach Buenos Aires gezogen und wusste, dass er von der Straßenmusik leben will. Das hat er sein Leben lang getan. Auch jetzt, mit über 50 Jahren, ernährt er seine zwei Söhne davon.
Werden Sie auf Mallorca oft erkannt und angesprochen?
Christine Neubauer: Nach meiner Teilnahme an „Let’s Dance“ war es extrem. Viele Frauen in meinem Alter haben mich bewundert. Der Großteil der anderen Kandidaten war immerhin um die 30 Jahre jünger. Aber auch so werde ich regelmäßig angesprochen, täglich. Es freut mich, wenn ich Menschen, die mich in einem Film gesehen haben, eine Freude bereiten kann. Es ist für mich wie eine Art Anerkennung. (Während Neubauer antwortet, kommt, als wäre es abgesprochen gewesen, plötzlich ein Mann an den Tisch. Wie sich wenig später herausstellt, kennen sich die beiden von der Produktion „Hannas Entscheidung“ aus dem Jahr 2012. Der Mann, damals ausführender Produzent, fragt Neubauer nach ihrer Telefonnummer, Anm. d. Red.)
José Campos: Genau so läuft das dann ab. (Er schmunzelt und schaut die MZ-Redakteurin an, Anm. d. Red.)
Stören Sie solche Situationen, Herr Campos?
José Campos: Gar nicht. Ich bin es gewöhnt, und die Leute sind ja nett. Manchmal sitzen wir im Restaurant und Gäste dort fangen an, zu googeln, wer wir sind.

Christine Neubauer und José Campos bei Let's Dance. / Rolf Vennenbernd/dpa
Können Sie überhaupt noch ungestört durch Palma schlendern?
Christine Neubauer: Rund um die Kathedrale wird es schwierig. Aber ich habe meine geheimen Wege, auf denen ich keinen Urlaubern begegne.
Mit welchen Filmen oder Serien bringen Sie die Menschen heute noch am meisten in Verbindung, Frau Neubauer?
Christine Neubauer: Mit der ARD-Fernsehserie „Die Löwengrube“, für die ich den Grimme-Preis bekommen habe. Auch an die Romanze „Ein Sommer auf Sylt“ erinnern sich noch viele. „Hannas Entscheidung“ war ebenfalls ein Meilenstein. Ich habe für den Film viele internationale Preise bekommen.
Mallorca verändert sich stark. Sehen Sie sich ewig hier sein?
Christine Neubauer: Zusammen ja. Anlässlich der Dreharbeiten zu „Bella und der Feigenbaum“ standen wir damals vor den wunderschönen Häusern in der Altstadt von Palma und haben beschlossen: Hier würden wir gerne unser Leben verbringen. Mallorca ist einfach unsere Herzensinsel, die wir gemeinsam entdeckt haben.
José Campos: Wir waren an so vielen Orten der Welt, haben uns aber für Mallorca entschieden. Hier gibt es Sonne, man spricht Spanisch, zudem kommen wir dank der guten Anbindung leicht an die verschiedensten Produktionsorte. Es ist ein Privileg, hier zu leben.
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