Die Insel war sein Rückzugsort: Mallorca-Freund und Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot
Der Multimilliardär ist Medienberichten zufolge in der Nacht auf Montag (24.8.) im Alter von 89 Jahren gestorben

Klaus-Michael Kühne genoss auf Mallorca vor allem die Ruhe. / Sebastià Terrassa
Der deutsche Logistikunternehmer und Mallorca-Teilzeitresident Klaus-Michael Kühne ist tot. Das berichtet das "Manager Magazin" und beruft sich auf Informationen aus Familienkreisen. Demnach sei der Multimilliardär in der Nacht auf Montag (24.8.) in seinem Schweizer Wohnort Schindellegi im Alter von 89 Jahren verstorben. Erst vor zehn Tagen sei er zuletzt auf der Insel gewesen.
Kühne pflegte seit Jahrzehnten eine enge Beziehung zu Mallorca. Er besaß hier das Hotel Castell Son Claret in der Gemeinde Calvià. Zudem engagierte er sich jahrelang für die Caja de Música, dem geplanten Sitz der Balearen-Sinfoniker. Allerdings zog er sich später aus dem Projekt zurück. 2014 erklärte er in einem Interview mit der Mallorca Zeitung den Ursprung seiner Liebe für die Insel: "1997 hat mich meine Frau dazu überredet, die Insel einmal anzuschauen. Wir haben uns ein paar Häuser zeigen lassen und fast auf Anhieb das richtige gefunden. Es war unser Traumhaus, für unsere Zwecke nicht zu groß, zwei Jahre alt, möbliert, hoch über Port d‘Andratx … Es stimmte eigentlich alles."

Klaus Michael Kühne auf einem Archivbild von 2018. / Foto: Axel Heimken/dpa
Die Insel als Rückzugsort
Die Insel war für ihn ein Rückzugsort. "Vor allem suche ich Ruhe, weil ich noch sehr viel arbeite. Hier arbeite ich auch, aber es ist doch etwas anderes. Ab und zu, sogar recht häufig, kommen Freunde und Bekannte zu Besuch – das bringt Abwechslung. Früher sind wir viel über die Insel gefahren, aber jetzt haben wir alles gesehen, und im fortgeschrittenen Alter will man auch nicht immer im Auto sitzen. Stattdessen fahren wir manchmal mit unserem Schiff die Küste entlang." Integriert auf der Insel fühle er sich nicht, erklärte er damals. "Unsere Bekannten sind meistens Deutsche oder Schweizer, Mallorquiner kennen wir, aber nur oberflächlich."

Klaus-Michael Kühne und seine Frau Christine, auf einem Archivbild. / Sebastià Terrassa
Der 1937 geborene Kühne hatte die von seinem Großvater gegründete und von seinem Vater übernommene Spedition Kühne + Nagel zu einem weltweiten Logistik-Unternehmen gemacht, mit Vertretungen in mehr als 100 Ländern und Zehntausenden Mitarbeitern. Bis 2011 war Kühne Verwaltungsratspräsident der Gruppe, danach zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück. Sein Vermögen wird vom Fachmagazin "Forbes" auf 44,3 Milliarden US-Dollar taxiert. Er stand damit auf Platz 44 der reichsten Menschen der Welt.
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