Riesiges Landgut nördlich von Palma soll Ausflugsparadies werden
Die Stadtverwaltung erwirbt die Finca Son Quint und will in dem Gebiet ein Wegenetz für Wanderer und Radfahrer erschließen

Trampelpfad. / Frank Feldmeier
Die Stadtverwaltung von Palma hat angekündigt, das Landgut Son Quint im Nordwesten von Palma zu erwerben und als Naherholungsgebiet zu erschließen. Das Gebiet werde das Herzstück des künftigen "Stadtwalds" von Palma und das Eingangstor zur Serra de Tramuntana sein, so Bürgermeister Jaime Martínez (Volkspartei, PP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (17.7.).
Son Quint ist bereits jetzt öffentlich zugänglich, die Wege auf dem knapp 2,9 Millionen Quadratmeter großen Gelände, das durch seine Landschaften und sein Kulturerbe hervorsteche, sind aber weder ausgeschildert noch hergerichtet. Nun bringt die Stadtverwaltung 1,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln auf, um die Finca zu erwerben. Es handle sich somit um das erste große Landgut im Stadtbezirk im öffentlichen Besitz, so der Bürgermeister.
Man komme mit dem Projekt einer Forderung der Anwohner nach und werde Son Quint in einen "Grüngürtel" rund um Palma eingliedern, zusammen mit der Finca Son Muntaner und dem Bellver-Wald. Die weiteren öffentlichen Landgüter auf Mallorca sind in erster Linie im Besitz der Landesregierung oder des Inselrats.

Von der Statue aus erscheint sogar das Castell de Bellver ganz klein. / Simone Werner
Was geplant ist
Konkret geplant ist, Wege für Ausflügler und Radfahrer anzulegen. Bei dem künftigen Konzept werde man die Anwohner mit einbinden. Zu diesem gehört auch der Erwerb der ehemaligen Steinbrüche von Garrigueta und Can Rosselló, man stehe derzeit mit den Eigentümern in Verhandlungen, so Martínez. Zusammen mit der Universität von Barcelona werde man ein Projekt der Begrünung dieser Steinbrüche erarbeiten.

Die Ziffer 6 markiert das Gebiet von Son Quint. / Ajuntament
Reiches Kulturerbe
Das weitgehend bewaldete Landgut Son Quint steht unter Naturschutz (ANEI und AANP). Ortskundige Ausflügler stoßen hier unter anderem auf Höhlen, in denen früher Gips abgebaut wurde, so etwa im „Vall de Silenci“, dem Tal des Schweigens. Die Coves del Pilar wiederum sollten nach dem Willen ihres Besitzers Josep Ventayol Sureda in den 1930er-Jahren touristisch erschlossen werden, was sich aber als nicht rentabel erwies. Auch Minen, Kalköfen oder aufgegebene Gutshöfe sind erhalten. So ist auch geplant, die Cases del Retiro zu restaurieren, die in den vergangenen Jahren Opfern von Vandalen geworden waren.
Vom Puig de Revells mit seinen 380 Metern Höhe haben Wanderer Aussicht auf die Gemeindegebiete Calvià und Puigpunyent. Über die Finca verläuft zudem der Camí Reial, ein Weg aus dem 13. Jahrhundert, der Teil der Trockensteinmauerroute ist und einst die Gemeinden Palma und Puigpunyent verband.
Weitere Infos
Ausgangspunkt für den Besuch von Son Quint ist der Parkplatz am Friedhof von La Vileta, neben dem Golf von Son Quint, hier steht auch eine Info-Tafel zum bislang nicht ausgeschilderten Wegenetz. Beschrieben werden Routen und Geschichte des Gebiets zudem ausführlich im Wanderführer "Die Wege Palmas". Den Artikel darüber lesen Sie hier.
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