Neuer Mallorca-Krimi erkundet die "dunkle Materie" der Korruption auf der Insel
Was hält die Insel im Verborgenen zusammen? Mit „Die Toten von Mallorca“ legt MZ-Preisträger Klaus Späne seinen dritten Insel-Krimi vor. Nicht zuletzt geht es darin um das Thema Wasser

Das Cover von "Die Toten von Mallorca" von Klaus Späne / klausspaene.de
Chefinspektor Pau Ribera ermittelt wieder. Ähnlich wie in „Mallorca bis in alle Ewigkeit“ und in „Kap des Todes“ wird es auch in „Die Toten von Mallorca“ bei allem Insel-Kolorit nicht nur düster, sondern auch politisch. Doch diesmal geht der Journalist und MZ-Krimiwettbewerb-Finalist Klaus Späne noch einen Schritt weiter. Die Intrigen rund um Korruptionsfälle werden hier quasi zum Leitfaden des Romans.
Chefinspektor Pau Ribera muss mit seinen Kollegen Cristina Blum und Quique Montoya gleich zwei verschiedene tödliche Unglücke aufklären. Aber waren es wirklich Unfälle? Gleich zu Beginn stirbt die deutsche Radurlauberin Charlotte Zemp. Und dann fischt ein Müllboot auch noch den Umweltaktivisten Toni Castro tot aus dem Meer. Castro hat sich mit seinen umstrittenen Aktionen immer wieder Ärger eingehandelt und sich dabei mächtige Feinde gemacht. Dabei war sein Hauptthema stets das Wasser, eine Ressource, die auf Mallorca immer seltener und somit wertvoller wird.
Wer hatte eine Rechnung mit dem Umweltaktivisten zu begleichen?
Dass es sich um eine Wasserleiche handelt, erschwert die Ermittlungen. Chefinspektor Ribera und seine Kollegen tappen lange im Dunkeln. Wieso fuhr Toni Castro trotz Wetterwarnung zum Fischen raus? Was für eine Rolle spielte seine Ehekrise? Wer hatte noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen? Hat Toni Castro vor seinem Tod etwas erfahren, das ihn das Leben gekostet haben könnte? Oder war sein Tod doch nur ein tragischer Unfall, wie auch der von Charlotte Zemp, der verunglückten deutschen Radurlauberin?

Klaus Späne, hier bei der Recherche, ist Redakteur bei der „Frankfurter Neuen Presse“. / Privat
„Das Tückische an der Gota fría ist, dass du nie genau weißt, wann und wo sie zuschlägt.“ An dem Tag, an dem der Umweltschützer ums Leben kam, regnete es. In Strömen. Das Wetterphänomen Kaltlufttropfen gilt als besonders unberechenbar: Da braut sich etwas zusammen, doch wo es sich entladen wird, ist kaum vorherzusagen – ein gelungenes Sinnbild für das Geschehen in diesem Buch.
Auf Golfplätzen herumgetrieben und in Müllbooten hinausgefahren
Späne hat vor Jahren in beiden deutschen Inselzeitungen gearbeitet und verbringt auch heute noch viel Zeit auf Mallorca. Für sein neues Buch hat er sich auf Golfplätzen herumgetrieben, ist mit den Müllbooten hinausgefahren, hat sich mit dem Wasserkreislauf und den dafür zuständigen Behörden auf Mallorca befasst.
Diese Recherchen sind eine der Stärken des hauptsächlich in Palma und Calvià spielenden Krimis, in dem einige der vielen Figuren, etwa die Chefin der Umweltvereinigung GOB, auffallende Ähnlichkeiten zu tatsächlich existierenden Personen aufweisen. Die Leserinnen und Leser erfahren so einiges über die Insel, was ihnen sonst möglicherweise verborgen geblieben wäre.
Überhaupt führen die Ermittlungen den Chefinspektor immer tiefer hinein in eine „dunkle Materie“, die die Insel zusammenhalte, in ein unsichtbares Netzwerk von Beziehungen, das die unlauteren Machenschaften erst möglich macht. Klaus Späne trägt dabei auch mal dicker auf, die Leserinnen und Leser tun gut daran, nicht alles für bare Münze zu nehmen. Denn schließlich: Es ist ja nur ein Krimi.
Die Toten von Mallorca
Emons-Verlag, 304 Seiten, 14 Euro. Kindle, 10,99 Euro
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