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Ermittlungen wegen Geldwäsche: Wie finanzierte der mächtige Mahmudov-Clan sein Immobilien-Imperium auf Mallorca?

Eine Ermittlungsrichterin befasst sich mit den Investitionen der Familie auf der Insel

Im Mittelpunkt der Ermittlungen: Anar Mahmudov.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen: Anar Mahmudov. / DM

Das Immobilien-Imperium des mächtigen aserbaidschanischen Mahmudov-Clans auf Mallorca steht im Fokus der Justiz. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Sonntag (29.9.) exklusiv berichtet, befasst sich eine Ermittlungsrichterin in Palma seit rund anderthalb Jahren mit der Familie. Im Mittelpunkt: die drei Kinder des 2015 wegen Korruption geschassten Chef des Ministeriums für Nationale Sicherheit, Eldar Mahmudov. Ihnen wird Geldwäsche in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro vorgeworfen.

Die Mallorca-Immobilien des Clans befinden sich in den teuersten Lagen: fünf Geschäfte in der Avinguda Alejandro Rosselló in Palma, ein Teil des Gebäudes Teatro Balear (am Mercat de l’Olivar), weitere Läden am Paseo Ingeniero Gabriel Roca (am Einkaufszentrum Porto Pi), zwei Apartments in der Avinguda de Mallorca in Calvià und mehrere Immobilien in der Urbanisation George Sand in Valldemossa. Sie wurden allesamt zwischen 2010 und 2019 über zwei in Spanien eingetragene Gesellschaft erworben, deren Büros sich beide in der Urbanisation Sa Vinya in Calvià befinden. Abgewickelt wurden die Transaktionen über ein Konto in Lettland.

Eldar Mahmudov.

Eldar Mahmudov. / DM

Veruntreuung, Bestechung und Espressung - oder ein Erbe?

Die Herkunft der Gelder derweil ist unklar. Die Familie erklärt, das Vermögen stamme aus einer Erbschaft. Die Ermittler allerdings sind überzeugt, dass während der Amtszeit von Mahmudov-Senior zwischen 2004 und 2015 Millionenbeträge durch Veruntreuung, Bestechung und Erpressung zusammen gekommen sind.

Nargiz Mahmudova.

Nargiz Mahmudova. / DM

Im Mittelpunkt steht der mittlerweile 40-jährige Sohn Anar Mahmudov. Dieser lebt in London und betreibt erfolgreich ein internationales Firmennetzwerk, das unter anderem aus Restaurants und Hotels, aber auch Ölbohranlagen, Autohäusern und Immobilienfirmen besteht. Er soll die beiden Firmen in Calvià gegründet haben. Die anderen beiden Tatverdächtigen sind die beiden jüngeren Schwestern Anars, die 36-jährige Khuraman und die 35-jährige Nargiz, die beide ebenfalls Eigentümerinnen von hochpreisigen Immobilien auf der Insel sind. Nargiz etwa gehört seit September 2013 eine Hälfte des denkmalgeschützten Jugendstilhaus Can Casasayas direkt am Obersten Gerichtshof in Palma.

Das denkmalgeschützte Jugendstilhais Can Casasayas in Palma.

Das denkmalgeschützte Jugendstilhais Can Casasayas in Palma. / DM

Alle Behörden informiert

Die drei Geschwister haben bereits per Videokonferenz ausgesagt. Sie bestritten die Vorwürfe und erklärten, alle Immobilientransaktionen seien transparent abgelaufen. Man habe alle zuständigen Behörden, etwa das Finanzamt und das spanische Handelsministerium, rechtzeitig und formgerecht über die Investitionen informiert. Zudem verwiesen die jungen Mahmudovs darauf, dass sie nichts mit den Korruptionsfällen im MInisterium für Nationale Sicherheit zu tun hatten.

Das Imperium der Mahmudovs auf der Insel war im Juni 2020 durch eine gemeinsame Recherche der MZ-Schwesterzeitung „Diario de Mallorca“ und der Reporter vom Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) bekannt geworden. Im Jahr 2022 brachte Staatsanwalt Juan Carrau die nun laufenden Ermittlungen ins Rollen. /pss

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