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Welche Verantwortung übernehmen wir Deutsche für Mallorca? Die Rede des MZ-Chefs

Die Beziehungen zwischen Deutschen und Mallorquinern sind längst nicht mehr reibungslos. Die Insel steht vor einem Umbruch. Was bedeutet das für uns alle? Die Rede des MZ-Chefredakteurs Ciro Krauthausen bei der Verleihung der Preise der Mallorca Zeitung 2024

Die Preise der Mallorca Zeitung 2024 - So feierten wir unsere Preisträger

Die Preise der Mallorca Zeitung 2024 - So feierten wir unsere Preisträger / Nele Bendgens / Javier Fernández

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Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Lassen Sie mich zunächst ein wenig aufseufzen: Es hat schon bessere Zeiten für das Zusammenleben zwischen Deutschen und Mallorquinern gegeben als 2024, Zeiten, in denen es leichter und unbeschwerter war, Deutscher auf Mallorca zu sein. Wir haben uns dieses Jahr schon mehrfach für das Verhalten von Landsleuten fremdgeschämt.

Derlei Auftreten, gepaart mit der geballten Kaufkraft auf dem Immobilienmarkt, weckt bei nicht wenigen Menschen auf der Insel die Befürchtung, dass die Deutschen dabei sind, die Insel zu übernehmen, wobei die Bezeichnung "die Deutschen" durchaus auch andere Nationalitäten miteinschließen kann: Unser Kollege Matías Vallés pflegt von suecoalemanes, Schwedendeutschen zu sprechen. Es sind jedenfalls keine guten Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben.

Das ist die gute Nachricht

Die gute Nachricht ist: Es sind nicht alle so. Im Gegenteil: Es gibt sehr viele Deutsche, Schweizer und Österreicher auf der Insel, die hier seit vielen Jahren leben und sich auf der Insel einbringen. Um sie geht es bei den Preisen der Mallorca Zeitung.

Um Menschen, die sich wie die Mitglieder des Lions Club Palma ihrer privilegierten Position bewusst sind und wissen, dass Eigentum verpflichtet. Um Berufstätige, die wie Rainer Oberguggenberger ihren multikulturellen Hintergrund und ihre Fachkenntnisse zum Wohl aller Bewohner der Insel einbringen. Um Deutsch-Mallorquiner, die wie Margarita und Corinna Graf hier große, erfolgreiche Unternehmen aufbauen. Um Menschen, die sich in dem Melting-Pot-Mallorca engagieren und Verantwortung übernehmen.

So wie jetzt kann es nicht weitergehen

Das Stichwort lautet: Verantwortung. Wir sind uns hier wahrscheinlich alle einig, dass es so, wie die Insel derzeit aufgestellt ist, nicht weitergehen kann, dass weitreichende Veränderungen notwendig sind, um den Tourismus neu auszurichten, die Wohnungskrise zu lösen, die Insel für ihre Bewohner wieder lebenswerter zu machen.

Dieser Prozess ist jetzt in Gang gekommen und wir wissen, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Die Frage ist, welche Rolle kommt dabei uns Deutschen, uns Bewohnern, Teilzeitresidenten, ja, auch Urlaubern zu? Welche Rolle unseren Unternehmen, Institutionen, Vereinigungen? Wofür sind wir verantwortlich, was können wir beitragen? An welchen Stellschrauben können wir drehen?

Die Sehnsucht nach Mallorca immer weiter anfeuern?

Wir von der Mallorca Zeitung fragen uns zum Beispiel: Müssen wir die Insel für unsere Leser wirklich bis zum abgelegensten Strand erkunden? Sollen wir die Sehnsucht nach Mallorca mit unserer Berichterstattung noch weiter anheizen? Konzentrieren wir uns darauf, was wirklich ist, oder darauf, wovon unsere Leser und Nutzer träumen?

Ich lasse diese Fragen im Raum stehen: Vielleicht haben wir ja Gelegenheit, darüber zu diskutieren.  

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