Ungewohnt ungestellt: Wie ein Fotograf auf Instagram den Alltag auf Mallorca dokumentiert
Mit seiner Straßenfotografie hat sich der Fotograf Héctor García auf Mallorca eine eigene Fangemeinde aufgebaut

„Ich fotografiere das, was mich interessiert“, sagt García. Das können mal Urlauber sein, mal Lichtreflexe in Pfützen. / FOTOS: @MALLORQUINEANDO
Unbemerkt zieht er durch die Straßen der Stadt. Nicht dass er sich verstecken würde. Aber Urlauber und Einheimische, Arbeitende und Spaziergänger laufen an ihm vorbei, meist ohne groß auf ihn zu achten. Aber er, Héctor García, er schaut sehr genau hin, wenn er durch Palma läuft. Und im richtigen Moment drückt er ab.

Mehrmals die Woche zieht García durch Palma. / | FOTOS: @MALLORQUINEANDO
Die Bilder lädt er auf Instagram hoch. Seinen Account @mallorquineando betreibt García schon seit über zehn Jahren. So richtig an Fahrt aufgenommen hat er aber erst in den vergangenen Monaten. Fast täglich postet der 40-Jährige hier seine Impressionen der Stadt. Mittlerweile interessieren sich dort über 12.000 Menschen für seine Motive.

Demo in Palma. / @Mallorquineando
Bewusst nicht spektakulär
Seine Bilder sind bewusst nicht spektakulär. „Ich möchte niemanden bloßstellen, würde mich nie über jemanden lustig machen“, erzählt er. Auf der Plattform, auf der Influencer und solche, die es gerne wären, um Aufmerksamkeit heischen, sind die Posts von García ein wohltuender Ruhepol. Häufig veröffentlicht er Fotos zu einem Thema. Etwa eine Farbe, die sich wiederholt; Menschen, die sich anlächeln – oder Strandbesucher, die im Meer toter Mann spielen.

Ungewohnt ungestellt / @Mallorquineando
Er habe keine kommerziellen Absichten mit dem Projekt, sagt er. „Für mich ist es ein Hobby. Und auch wenn es kitschig klingen mag, ich möchte den Menschen eine Freude machen.“ Wenn sich jemand auf einem der Bilder erkennt, kann er García eine Nachricht schicken, der Fotograf schickt einem das entsprechende Foto dann zu.

Héctor García. / Privat
Manchmal kommen dabei Momente zustande, die den Fotografen bewegen. Etwa eine junge Frau, die ihre kurz zuvor verstorbene Tante auf einem der Instagram-Bilder entdeckte. „Du hast sie genauso abgebildet, wie sie wirklich war“, habe sie ihm in einer Nachricht geschrieben. Ein unerwartetes Andenken für die trauernde Nichte.
Ungewohnt ungestellt
Mittlerweile ist García nicht mehr so unbekannt, wird ab und zu auf der Straße angesprochen. Dass seine Bilder meist auf positive Reaktionen bei den abgebildeten Personen stoßen, führt er auch darauf zurück, dass man sich selbst selten im Alltag sieht. „Die meisten Bilder, die wir von uns selbst kennen, sind gestellt. Meine sind es nicht.“
Weit über 100.000 Bilder von den Einwohnern Palmas und ihrem Leben hat García, der eigentlich als Beamter in einem Tramuntana-Dorf arbeitet, in den vergangenen zehn Jahren schon gemacht. „Ich sehe es als mein Erbe, dass ich mit diesen Bildern dokumentiere, wie das Leben auf Mallorca in unserer Zeit wirklich war.“
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