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Wie es dazu kam, dass Escorca und das oberbayerische Forstinning befreundet sind

Seit 2019 gibt es eine Gemeindepartnerschaft zwischen Escorca und dem bayerischen Dorf. Wie wird die gelebt?

Bürgermeister Rupert Ostermair aus Forstinning (li.) mit seinem Amtskollegen Toni Solivellas aus Escorca.

Bürgermeister Rupert Ostermair aus Forstinning (li.) mit seinem Amtskollegen Toni Solivellas aus Escorca. / Ajuntament de Escorca

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Der ein oder andere Ausflügler auf Mallorca dürfte sich bereits über das Schild gewundert haben: Kurz vor dem Wallfahrtsort Lluc steht an der Straße eine kleine Tafel mit dem Hinweis „Benvinguts a Escorca. Municipi agermanat amb Forstinning“ (Willkommen in Escorca. Gemeinde verbrüdert mit Forstinning). Aha, kurios. Soll das ein Scherz sein? Mitnichten. Die Gemeindepartnerschaft, von der hier die Rede ist, besteht seit inzwischen fast sechs Jahren. Forstinning liegt im oberbayerischen Landkreis Ebersberg rund 27 Kilometer östlich von München. Das Schild in Lluc begrüßt seit etwa zwei Jahren die Besucher, erklärt der Bürgermeister von Escorca, Toni Solivellas.

Die Freunde aus Forstinning

Eine Abordnung aus Escorca zu Gast in Forstinning. / Gemeinde Forstinning

Was aber haben Forstinning und Escorca gemeinsam, außer dass die Menschen an beiden Orten das „r“ rollen? Eigentlich nicht besonders viel. Und apropos Menschen: Von denen gibt es in Escorca ja eher wenige. Die meisten der rund 200 Einwohner leben rund um die Wallfahrtskirche in Lluc oder im Örtchen Sa Calobra. Forstinning ist ganze 20 Mal so groß und kommt auf rund 4.000 Bewohner.

Vor allem ein kultureller Austausch

Den Menschen hier wie dort ist das egal – und den Bürgermeistern auch. Und so füllen die beiden konservativen Politiker Toni Solivellas und Rupert Ostermair (CSU) auf der bayerischen Seite die Partnerschaft mit Leben. Beide plaudern am Telefon sehr angeregt von den gemeinsamen Unternehmungen. So gab es etwa schon mehrere Aufenthalte des Kinderchors Blauets und des Kammerorchesters aus Lluc in Forstinning und Umgebung.

Dafür kamen Mitglieder des Kinder- und Spatzenchores aus der bayerischen Gemeinde ins Tramuntana-Gebirge, um dort gemeinsam zu musizieren. „Es ist in erster Linie ein kultureller Austausch“, sagt Toni Solivellas der MZ. So wurde es auch in der Partnerschaftsurkunde festgehalten, die die beiden Bürgermeister im März 2019 unterschrieben. Wobei die Anfänge der Freundschaft zwischen beiden Gemeinden noch weiter zurückreichen.

Anfänge im Jahr 2017

2017, so erzählt es der Forstinninger Bürgermeister Rupert Ostermair, habe eine erste Abordnung aus Oberbayern, genauer gesagt der Kinder- und Spatzenchor, die Blauets in Lluc besucht. Eine Frau aus einer Nachbargemeinde von Forstinning habe den Chor auf Mallorca gekannt, die Muttersprache des Chorleiters in Forstinning ist Spanisch – da kamen ein paar Dinge zusammen, und schon war der erste Besuch auf Mallorca organisiert, der mit einem gemeinsamen Auftritt in der Kathedrale von Palma seinen Höhepunkt fand.

Seither gab es bereits mehrfach Besuche und Gegenbesuche, die Tochter einer Forstinninger Familie war gar zum Praktikum in Lluc und lernte dort die Arbeit als Erzieherin kennen. Und weil die Forstinninger und die Besucher aus Escorca jeweils bei Familien unterkommen, haben sich auch private Freundschaften entwickelt.

Verständigung auf Spanisch und Englisch

Die Verständigung klappt dank einiger Spanischkenntnisse der Bayern sowie auf Englisch gut, so heißt es. Gut angekommen ist auch ein Besuch in diesem Jahr in Oberbayern, wo die Abordnung von Mallorca dabei helfen durfte, den Maibaum in Forstinning aufzustellen – beinahe ein Ritterschlag für die Insulaner.

Und so wundert es nicht, dass beide Bürgermeister bestens aufeinander zu sprechen sind. Man könne sich von den Mallorquinern schon so einiges abschauen in puncto entspannterem Umgang mit so manchen Vorgaben, erzählt Rupert Ostermair fast ein wenig neidisch. Toni Solivellas dagegen hat das System der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern begeistert. Und so ist der Zweck des Austauschs ja erfüllt, voneinander auch etwas zu lernen.

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