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Es kommen immer mehr Astrotouristen nach Mallorca: Welche Highlights der Sternenhimmel 2025 bietet

Nachgefragt bei einem Experten von AstroMallorca

Eine Mondfinsternis, in diesem Fall von Mallorca aus dokumentiert am 9.2.2001.  | FOTO: ÓSCAR PIPKIN/EFE

Eine Mondfinsternis, in diesem Fall von Mallorca aus dokumentiert am 9.2.2001. | FOTO: ÓSCAR PIPKIN/EFE

Hobby-Astronomen sollten schon mal mit Nackenübungen beginnen, um die Muskulatur zu trainieren. Experten sprechen von einem ereignisreichen Jahr, was die Himmelsbeobachtung angeht. Höhepunkt ist wohl die Aneinanderreihung von sieben Planeten. Laut Mateu Esteban, Chef des Astronomenverbands AstroMallorca, wird es dieses Phänomen erst 2492 wieder auf der Insel zu sehen geben.

Partielle Sonnenfinsternis

Am 29. März steht eine partielle Sonnenfinsternis an, die von ganz Spanien aus zu sehen sein wird, also auch von Mallorca . Auf dem Höhepunkt verdeckt der Mond knapp 30 Prozent der Sonne. Betrachtet werden sollte das Schauspiel nur mit Schutzbrille. AstroMallorca plant für die Beobachtung eine Sonderveranstaltung. Die Eckdaten sollen in Kürze bekannt gegeben werden. Wer an dem Tag nicht auf Mallorca ist, muss nicht traurig sein. Wesentlich dicker sollten sich Himmelsliebhaber den 12. August 2026 im Kalender anstreichen. „Das wird eine richtig bombastische Sonnenfinsternis auf den Balearen“, sagt Esteban. „Eine komplette Finsternis. Mit der Schutzbrille wird ein schwarzer Kreis zu sehen sein.“

Mondfinsternis

Zwei Mal verdunkelt sich der Mond in diesem Jahr und schimmert rötlich. Am 14. März und am 7. September wird es den sogenannten Blutmond am Inselhimmel geben.

Meteoritenschauer

Davon gibt es wie jedes Jahr reichlich. Die Astronomen sprechen von 30 größeren Meteoritenschauern. „Dabei handelt es sich um Spuren aus Staub und Kies, sandkornähnliche Partikel, die die Kometen und Asteroiden auf ihrer Bahn zurücklassen. Beim Eintritt in die Atmosphäre schmelzen sie und verursachen das leuchtende Phänomen, das wir Meteoriten nennen“, sagt Esteban. Für AstroMallorca sind die Geminiden die wichtigsten des Jahres. Sie sind zwischen dem 10. und 14. Dezember von der Insel aus zu sehen. Erstmals gesichtet wurden sie erst 1862, was vergleichsweise spät ist. Bereits Anfang Januar tauchten die Quadrantiden auf. Als Nächstes dran sind die Lyriden (21. und 22. April) gefolgt von den Eta-Aquariiden (3. und 4. Mai). Die Perseiden sind der bekannteste Meteoritenschauer. Die volkstümlich genannten Laurentiustränen verglühen rund um den 12. und 13. August. Am 22. und 23. Oktober stehen dann die Orioniden ins Haus.

Anfänger sollten sich auf die Perseiden oder Geminiden konzentrieren. Bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde sind in der Nacht zu sehen. Die Chancen, sie zu sehen, steigen ab 2 oder 3 Uhr am Morgen. Auf Mallorca gilt dann die Faustregel, möglichst großen Abstand zu Palma zu suchen, damit die Lichtverschmutzung möglichst gering ist. Einfach zu erreichen und relativ dunkel ist die Playa de Muro. Eine hilfreiche Karte bei der Suche nach dem richtigen Ort ist lightpollutionmap.info. Wie bei einer Wärmekarte werden bei den roten Gebieten die höchsten Werte erreicht. Statt Hitze ist das hier Licht.

Sieben auf einen Streich

Am sehnsüchtigsten warten die Astronomen auf Ende Februar. Planetenkonstellation nennt sich diese Aneinanderreihung. Alle Planeten des Sonnensystems sind dabei am Nachthimmel wie an einer Schnur aneinandergereiht. Von Mallorca aus erscheinen zwischen dem 25. und 28. Februar Merkur und Saturn in der Nähe des Horizonts kurz nach Sonnenuntergang. Venus, Jupiter und Mars tauchen im Verlauf der Nacht etwas weiter oben am Sternenhimmel auf. Um Uranus und Neptun zu sehen, ist ein leistungsstarkes Teleskop nötig. Die Experten gehen davon aus, dass die Konjunktion mehrere Nächte hintereinander sichtbar ist.

Der Supermond

Wenn Vollmond ist und der Mond sich der Erde größtmöglich nähert, ist von einem Supermond die Rede. Dann erscheint er schlichtweg riesiger als sonst und auch heller. Am 5. November ist das der Fall.

Der Atlas-Komet

Der C/2023 A3, als „Atlas-Komet“ bekannt, gilt als der dritthellste Komet der vergangenen 100 Jahre. Im vergangenen Oktober war er von der Nordhalbkugel aus mit bloßem Auge aus sichtbar. Auf der Insel gab es laut AstroMallorca bei dem Thema viel Lärm um nichts. Weder der Komet 2024 noch der dieses Jahr erwartete Nachfolger seien unter den hellsten der vergangenen 20 Jahre. „Am 13. Januar flog der Atlas-Komet noch einmal am Himmel über Mallorca entlang. Allerdings war er in Sonnennähe und so praktisch unsichtbar. Derzeit ist er nur von der Südhalbkugel aus zu sehen“, sagt Esteban. „Im Februar kommt er auf seiner Bahn der Sonne am nächsten. Schauen wir mal, was dann passiert. Es sieht nicht danach aus, als würde uns auf Mallorca eine spektakuläre Kometensichtung bevorstehen, aber Kometen sind sehr unberechenbar.“

Andere Events

In der Nacht vom 12. auf den 13. August kommt es zu einer Konjunktion. Dabei handelt es sich um einen scheinbaren Zusammenstoß zweier Himmelsobjekte. In dem Fall kommen sich Venus und Jupiter optisch nahe. „Das wird spektakulär“, freut sich Esteban. Doch schon am 19. Februar ist die Venus einen Blick wert. Dann leuchtet sie besonders hell und sieht laut dem Experten durch das Teleskop betrachtet wie ein Croissant aus. Bei AstroMallorca bieten die Astronomen die entsprechende Gerätschaft an. Am 24. Februar verlässt der Mars zudem die Planetenschleife.

Astrotourismus

An Orte zu reisen, von denen astronomische Highlights zu sehen sind, ist in Mode gekommen. Einige Himmelsbeobachter haben bereits Hotels für die große Sonnenfinsternis 2026 gebucht. „In den vergangenen Jahren hat das Interesse an der Astronomie auf Mallorca stark zugenommen. Es werden immer mehr Aktivitäten angeboten“, sagt Esteban. Nur die Politik spiele nicht so ganz mit, da sie nichts gegen die Lichtverschmutzung unternehme. „Wir verlieren auf Mallorca immer mehr den Sternenhimmel. Es gibt immer weniger Orte, von denen der Nachthimmel gut zu beobachten ist.“ Besser sei die Lage auf Menorca, wo man die Sterne noch zu schätzen wisse.

astromallorca.wordpress.com

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