Brisanter Berliner Tatort "Vier Leben": Schauspielerin Tara Marie Linke gibt Einblicke in die Dreharbeiten
Die auf Mallorca lebende Deutsch-Französin spielt im brandneuen Tatort an der Seite von Corinna Harfouch und Mark Waschke. Im Gespräch mit der MZ berichtet sie von ihren Erfahrungen

In Bedrängnis: Chef-Lobbyistin Ulrike Menzel (Tara Marie Linke) und Manuela Reichert (Julia Kratz) im Büro. / BRITTA KREHL, PROVOBIS, RBB
Bildgewaltig, tiefgründig und nah an den Figuren: Passend am Sonntag vor der Bundestagswahl zeigt die ARD den neuen Berliner Tatort „Vier Leben“, der Susanne Bonard (Corinna Harfouch) und Robert Karow (Mark Waschke) auf politisches Parkett führt. Ein Attentat auf einen Lobbyisten und ehemaligen Politiker bildet den Auftakt zu einer kaltblütigen Mordserie und einem Wettlauf gegen die Zeit für das Ermittlerteam. Es geht um den NATO-Abzug aus Afghanistan und um Lobbyisten, die in der Politik die Fäden ziehen.
Tara Marie Linke, die auf Mallorca lebt, hat eine Hauptrolle in dieser Episode, bei der nicht „einfach nur eine Leiche im Keller gefunden wird“, sondern große Themen berührt werden. „Aber es ist ein blutiger Tatort“, versichert die Schauspielerin im Gespräch mit der MZ. Als Ulrike Menzel, Chefin eines Lebensmittelverbandes, steht sie auf der Antagonistenseite und ist „eine verantwortliche Strippenzieherin“, die selbst in Schwierigkeiten gerät. Eine Frau, die aus Eigennutz Dinge tut, die nicht richtig sind – und trotzdem lassen sich ihre Beweggründe nachvollziehen.
Viel Freiheit für die Schauspieler
„Für mich war die Rolle großartig, und es war ganz besonders, mit Mark Waschke und Corinna Harfouch zu spielen und sozusagen gegen die beiden im Duell zu stehen“, sagt Linke. Ihre Figur müsse den Ermittlern Rede und Antwort stehen. „Da ich nicht von der feinen englischen Art bin, bekomme ich natürlich schon mein Fett weg.“ Insgesamt habe sie drei starke Szenen mit den Hauptdarstellern: Sie wird verdächtigt, ausgehorcht, darf einmal stark sein und muss schließlich in die Knie gehen. Außerdem sei sie „Teil des Showdowns“.
Auch die Stadt Berlin spielt eine prominente Rolle im neuen Tatort. Gedreht wurde im November und Dezember 2023, in vielen eindrucksvollen Gebäuden mit großen Glasfronten: Linkes Lobbyistin hat ein Luxusbüro über den Dächern des Potsdamer Platzes. „Einen Tag haben wir aber auch komplett in der Tiefgarage gedreht und wussten gar nicht mehr, ob Tag oder Nacht ist. Das war aufregend – auch wenn es sehr sauerstoffarm war“, erzählt Linke. Die Stimmung am Set sei hervorragend gewesen, was vor allem am Regisseur gelegen habe: „Mark Monheim ist ein ganz feiner Mensch, der einen Boden dafür geschaffen hat, dass wir Schauspieler virtuos werden konnten. Er hat ganz wenig korrigiert und uns sehr viel Freiheit gelassen“, sagt sie.

Soraya Barakzay (Pegah Ferydoni) mit den Ermittlern Susanne Bonard (Corinna Harfouch) und Robert Karow (Mark Waschke). / Gordon Muehle, PROVOBIS, RBB
"Als Teamplayer sind die beiden großartig"
Voll des Lobes ist Linke auch für Harfouch und Waschke: „Mit solchen Größen zusammenzuarbeiten und den großen Kollegen über die Schulter schauen zu dürfen, war für mich eine Ehre.“ Gemeinsame Absprachen, wie die Szene am besten funktionieren würde, mit welchen Kniffen man den Spannungsbogen erhöhen kann und welche Verbindungen und Erwartungen zwischen den Figuren bestehen – all das sei problemlos möglich gewesen. „Ich halte es für sehr großzügig und souverän, dass man sich durch den gegenüberliegenden Schauspieler in die Karten gucken lässt, um kurz eine Strategiebesprechung zu machen – im Namen des Films“, sagt Linke. „Als Teamplayer sind die beiden großartig!“ Und das sei in der Branche keine Selbstverständlichkeit.
Waschke bringe eine hohe Energie und Schlagfertigkeit hinein und sei „unglaublich schnell im Kopf“. Die Interaktion zwischen den Berliner Ermittlern schätzt Linke aber besonders deshalb, weil sie „nicht diesen klassischen Kollegen-Abtausch haben, der immer im Sarkasmus endet – wie bei den meisten deutschen Polizisten-Duos, die sich ständig ‚über die Schnauze fahren‘“. Linke betont das harmonische, humoristische Spiel miteinander. Ihr Umgang rege trotz der Brisanz des Themas immer wieder zum Schmunzeln an.
In dieser Episode gefällt der Schauspielerin, dass die Protagonisten „sehr stark in das Mitgefühl gehen“ und ihre persönliche Anteilnahme nicht verstecken können. „Da versuchen die Hände von Frau Harfouch erst einmal, die Notizen zu sortieren, während sie das Opfer interviewt. Schon bevor es losgeht, merkt man: Da ist eine hohe Nervosität, weil sie nicht weiß, ob sie der Geschichte emotional standhalten kann.“ Besonders diesem subtilen Spiel der Hauptdarsteller sei es zu verdanken, dass den Zuschauer die tatsächlichen Opfer in der Geschichte berühren.
Sendetermine im TV:
ARD-Erstausstrahlung: 16. Februar, 20.15 Uhr, Das Erste.
Wiederholungen: 16. Februar, 21.45 Uhr, ONE, 17. Februar, 4.10 Uhr, ONE, 18. Februar, 1.30 Uhr, Das Erste.
Der Film ist danach sechs Monate in der ARD Mediathek abrufbar.
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