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Warum es gut ist, dass die Giga-Yacht vom Amazon-Boss Jeff Bezos gerade jetzt auf Mallorca ist

Dinge, die die Welt nicht braucht: Pünktlich zur Boat Show kreuzt Jeff Bezos Ultra-Luxus-Gigayacht "Koru" auf. Welch schöner Zufall ...

Am Freitagmorgen (25.4.) lief der Luxus-Segler in Palmas Hafen ein. Jetzt liegt sie im Club de Mar.

Am Freitagmorgen (25.4.) lief der Luxus-Segler in Palmas Hafen ein. Jetzt liegt sie im Club de Mar. / Eduardo Arango

Sophie Mono

Sophie Mono

Gutes Timing ist ja bekanntlich alles. Und ab und an haut das auch auf Mallorca hin. Pünktlich zur Eröffnung von Mallorcas maritimen Prestige-Event, der Palma International Boat Show, ist der Club de Mar so weit umgebaut, dass er Teil der Messe werden kann. So können nun auch die ganz großen Luxusgefährte in der „Superyacht Village“ vorgeführt werden. Und siehe da: Nur wenige Tage, bevor das Event startet, legt hier doch tatsächlich ein ganz besonders eindrucksvolles Prachtexemplar an: Die Ultra-Luxus-Segelyacht „Koru“ von Amazon-Gründer Jeff Bezos liegt seit Freitagmorgen (25.4.) unverhofft im Club de Mar – und scheint auch noch ein Weilchen dazubleiben.

Dinge, die die Welt nicht braucht

138 Meter lang, drei 70 Meter hohe Masten, zwei Holzdecks, marineblauer Rumpf, ein erhöhtes Heck mit Poolbereich – ganz klar: Die „Koru“ fällt definitiv unter die Kategorie „Dinge, die die Welt nicht braucht“. Doch vielleicht gerade deshalb – und weil sie immerhin 500 Millionen Euro wert ist (ja, wirklich, 500 Millionen Euro!) recken Schiffsliebhaber rund um den Globus die Köpfe, wenn die „Koru“ ihre Wege kreuzt oder zumindest auf einem Bildschirm zu sehen ist

Welch schöner Zufall also, dass Besucher der Boat Show das Schiff nun gerade jetzt in aller Ruhe in Palma bestaunen können. Von außen, versteht sich. An Deck lässt der Amazon-Gründer und Trump-Fan natürlich nur ausgewählte Gäste. Wie zum Beispiel auf seiner bevorstehenden Hochzeitsfeier, die ebenfalls auf der „Koru“ stattfinden soll. Bereits im März hatte sich die Klatschpresse mit Informationen über das Mega-Event überschlagen, das vom 24. bis 26. Juni in Venedig steigen soll. Jeff Bezos will dann auf der „Koru“ zum zweiten Mal „Ja“ sagen – diesmal zu der ehemaligen TV-Moderatorin Lauren Sánchez.

Wird vielleicht doch in Palma geheiratet?

Aufmerksame MZ-Leser erinnern sich vielleicht: Bezos und Sánchez schipperten bereits im August 2019 vor Mallorca herum, wenn auch in einem anderen Prachtschiff. Es war eines ihrer ersten gemeinsamen Abenteuer. 2023 nahmen sie hier dann auch die nagelneue „Koru“ in Betrieb. Kein Wunder, dass es bei so viel Mallorca-Bezug bereits erste Spekulationen in der Inselpresse gibt. Findet die Hochzeit, zu der angeblich auch Donald Trump und Leonardo DiCaprio eingeladen sein sollen, möglicherweise doch in Palma statt – wo das Schiff doch schon da ist?

Unwahrscheinlich. Immerhin soll Bezos bereits fünf Luxushotels Venedigs für seine Hochzeitsgesellschaft geblockt haben, ebenso wie eine ganze Flotte von Wassertaxis. Denn Eva Longoria, Orlando Bloom, Katy Perry, Barbra Streisand, Kim Kardashian und all die anderen rund 250 Premium-Gäste sollen es ja bequem haben, wenn sie denn der Hochzeitseinladung des Amazon-Magnaten nach Europa folgen.

Keine Frage: Da kann man schnell neidisch werden, hier auf der Insel. Einen solchen Promi-Auflauf hätte man hier doch auch gern. Das Wort Qualitätstourist bekäme dann gleich ganz neue Dimensionen. Und Qualitätstouristen, die sind ja bekanntlich bienvenidos auf Mallorca.

Weise Venezianer

Doch gemach. Bevor wir hier vor Gram vergehen, lohnt es sich, die venezianische Sicht der Dinge zu betrachten. Die Bewohner der Lagunenstadt sind nämlich eine der wenigen Bevölkerungsgruppen, die das Wort overtourism schon in den Mund nahmen, als man auf Mallorca noch kräftig dafür warb, immer mehr Urlauber auf die ohnehin schon volle Insel zu locken (also noch kräftiger als jetzt noch, und vor allem: unverhohlen). Die Venezianer wissen, was „zu viel“ bedeutet – und dass ein öffentlichkeitswirksames High-Society-Event wie die Bezos-Hochzeit der ohnehin überlaufenen Lagunenstadt nicht gerade zuträglich ist. Es dürften Erinnerungen hochkommen an die Hochzeit von Amal Alamuddin und George Clooney vor elf Jahren, als Fans und Paparazzi den Verkehr um den Canal Grande zum Erliegen brachten.

Freuen wir auf Mallorca uns also einfach, dass die „Koru“ gerade jetzt hier vor Anker liegt. In all ihrer Pracht, vor all den Augen dahinschmelzender Schiffsliebhaber. Und dass sie bald gen Italien davonfährt – noch vor dem saisonalen Wahnsinn. Denn wie gesagt: Gutes Timing ist alles.

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