Das gibt es in Mallorcas geheimen Polizeimuseum an der Playa de Palma zu sehen
Wie es dazu kam, dass im Bürgerbüro von Arenal Ordnungshüter-Schätze ausgestellt werden

Eine Sammlung von Polizeimützen aus der ganzen Welt. / Sarah López
Polizistenhelme und Uniformen aus der ganzen Welt erwartet man wohl kaum in einer Oficina d’Atenció Ciutadana, wie Bürgerbüros auf Mallorca genannt werden. Doch wer das Bezirksrathaus in Arenal an der Playa de Palma im ersten Stock besucht, entdeckt dort einen Raum voller Ordnungshüter-Schätze: Retro-Sheriff-Helme aus dem Wilden Westen der USA oder ein „Stetson Hat“ der berittenen Polizei Kanadas. Ausgestellt sind auch Polizeiabzeichen aus den USA sowie Gala-Uniformen regionaler Ordnungshüter in Spanien – etwa der Mossos d’Esquadra aus Katalonien und der Ertzaintza aus dem Baskenland.
Dienst durch Freundschaft
Der Raum dient nicht nur als kleines Polizeimuseum, sondern auch als Treffpunkt der International Police Association (IPA). Schon deren Motto „Servo per Amikeco“ (Dienst durch Freundschaft, auf Esperanto) macht deutlich, dass es hier um das Knüpfen internationaler Kontakte geht . Rund 500 Beamte aller Polizeieinheiten auf den Balearen – Guardia Civil, Nationalpolizei, Ortspolizei, Zoll- und Hafenpolizei – sowie Polizei-Residenten aus anderen Ländern sind auf Mallorca Teil dieser Gemeinschaft.
Ingo WohlfeilDie Work-Life-Balance der Polizisten am Ballermann
Auf der ganzen Welt vertreten
Ziel der IPA sei es, die internationale Vernetzung der Polizisten zu fördern. „Wir sind auf allen fünf Kontinenten vertreten“, sagt Toni Luna, Präsident der IPA auf den Balearen. Der Guardia-Civil-Beamte erzählt, dass sich Polizisten aus dem Ausland bei Problemen im Urlaub regelmäßig an sie wenden – daraus entstehen oft sogar Freundschaften.„Ein deutscher Polizist wurde letzten Sommer auf der Fähre von Barcelona nach Mallorca ausgeraubt. Bei seiner Ankunft kontaktierte er uns, und unsere Kollegen von der Hafenpolizei schnappten letztlich den Dieb.“
Verknüpfungen ins Ausland
Doch es blieb nicht bei dieser einen Begegnung: Im November reiste Luna mit seiner Familie nach Bensheim bei Frankfurt am Main, um den Kollegen zu besuchen. „Trotz Sprachbarriere konnte ich mich stundenlang mit einem Übersetzungsprogramm mit ihm unterhalten.“ Untergebracht war er in einer sogenannten „Casa IPA“ – Apartments oder Wohnungen, die der Organisation zur Verfügung stehen und ihren Mitgliedern vergünstigte Unterkünfte bieten.

Eladio Matamalas (li.) und Toni Luna von der International Police Association. / Sarah López
Luna berichtet auch von einer weiteren Reise: Vor einigen Jahren organisierten die IPA-Kollegen in Rom für ihn eine Audienz beim Papst. Vermittelt worden sei sie von der Schweizer Garde, der Vatikan-Polizei.
Frewillig bei Kathastrophen am Start
Doch die IPA ist nicht nur für Austausch und Freizeitaktivitäten da. Es gibt auch jährliche internationale Sommercamps für Kinder und Enkel von Polizisten sowie sportliche Events, etwa ein Fußballturnier mit Teams aus aller Welt oder Austauschprogramme mit anderen Ländern. Auch bei Katastrophen halten IPA-Mitglieder zusammen: „Wir waren als Freiwillige bei der Flutkatastrophe in Valencia vergangenes Jahr und auch beim Erdbeben in Marokko 2023“, erzählt Eladio Matamalas, Vorstandsmitglied der IPA. „ Für solche Einsätze nehmen wir uns extra Urlaub. Ich verdiene damit keinen Cent, habe nur Stress mit meiner Frau“, sagt er augenzwinkernd.
Finanziert wird die Organisation über Mitgliedsbeiträge. Doch auch einige Unternehmen der Insel unterstützen die Polizisten: „Baleària zum Beispiel kooperiert mit uns und gewährt uns einen satten Rabatt bei den Fährfahrten“, sagt Luna. Weitere Unterstützung komme von Hoteliers, Autovermietern und anderen Dienstleistern, deren Angebote die Mitglieder nutzen können.
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