Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Auktion bei Sotheby's in London: Inselrat von Mallorca sichert sich historische Seekarte von 1447

Der Consell war der einzige Bieter. Insgesamt wird der Steuerzahler 687.000 für das historische Dokument berappen

Detail der außergewöhnlichen Mittelmeer-Karte von Pere Rosell, die bem Auktionshaus Sotheby's versteigert wird.

Detail der außergewöhnlichen Mittelmeer-Karte von Pere Rosell, die bem Auktionshaus Sotheby's versteigert wird. / EFE

Der Inselrat hat am Dienstag (9.12.) die historische Seekarte aus dem 15. Jahrhundert erworben, die das Auktionshaus Sotheby’s in London auf den Markt gebracht hatte. Das wertvolle Dokument des mallorquinischen Kartografen Pere Rossell hatte einen Ausgangspreis von 600.000 Pfund (etwa 687.000 Euro) – und genau diesen Betrag wird die Inselinstitution letztlich zahlen, da kein weiterer Bieter an der Auktion teilnahm.

Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass die wertvolle Karte versteigert werden soll. Daraufhin hatten sich zahlreiche Historiker auf den Balearen für einen Erwerb durch die öffentlichen Institutionen starkgemacht. Durch den Direktkauf, für den bisher eine erste Absichtserklärung unterschrieben wurde, werden die bürokratischen Schritte vereinfacht. So kann die mittelalterliche Navigationskarte früher wieder auf die Insel zurückkehren. Geplant ist, dass sie im Museu de Mallorca, dem Geschichtsmuseum der Insel, ausgestellt wird.

Außergewöhnlich gut erhalten

Bei dem historischen Unikat handelt es sich um eine Portolankarte, das heißt, eine Karte, die als Navigationsinstrument konzipiert ist. Auf der Karte sind vor allem Anlegehäfen eingezeichnet. Keine Informationen finden sich hingegen zu Territorien im Landesinneren. Die Karte ist aus Pergamentpapier und in einem außergewöhnlich guten Zustand. Dieser Umstand lässt vermuten, dass sie nicht viele Schiffsreisen mitgemacht hat – tatsächlich war sie während des Großteils ihrer sechs Jahrhunderte währenden Geschichte in den Händen der florentinischen Familie der Martelli.

Der Autor signierte die Karte an ihrem rechten Rand, in katalanischer Sprache: "Pere Rosell l'a fet a Malorqua en l'any 1447", liest man deutlich auf dem Dokument. Rosell verließ wahrscheinlich nur selten seine mallorquinische Werkstatt. Die Informationen erhielt er von Seeleuten, die ihm Daten über die angelaufenen Häfen – etwa Entfernungen oder Hindernisse – lieferten, wie Natascha Domeisen, Spezialistin für mittelalterliche Handschriften bei Sotheby's, gegenüber der Nachrichtenagentur Efe ausführt.

Obwohl die Karte, die ausschließlich den Bereich des Mittelmeers erfasst, an den spanischen, italienischen oder maghrebinischen Küsten von erstaunlicher Genauigkeit ist – man kann Barcelona, Mallorca, Venedig oder Ceuta identifizieren –, nahm sich Rosell an den östlichen Grenzen des Mittelmeers einige Freiheiten. So nahm er bedeutende Städte auf, die niemals einen Hafen hatten, wie Damaskus oder Jerusalem (hier "Santo Sepulcro" genannt), oder sogar Städte, die zu seiner Zeit bereits nur noch Mythen waren, wie Babylon./pss/bro

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents