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Arbeiten im Königs-Palast: Balearen-Regierung stellt halbe Million Euro für Marivent-Renovierung bereit

Pool, Fassade, Parkanlagen: Die balearische Regierung investiert rund 500.000 Euro in die Renovierung des Marivent-Palasts – zusätzlich zu den gewohnten Instandhaltungskosten

Im Hauptturm des Marivent-Palasts soll Feuchtigkeit beseitigt werden

Im Hauptturm des Marivent-Palasts soll Feuchtigkeit beseitigt werden / Lorenzo

Alles neu für den König: Die balearische Landesregierung wird eine halbe Million Euro investieren, um am Marivent-Palast umfassende Renovierungsarbeiten voranzutreiben. Ausgaben, die über die gewöhnlichen Instandhaltungskosten hinausgehen. Die Maßnahmen an der Residenz der spanischen Könige auf Mallorca müssten "ohne weitere Verzögerung durchgeführt werden", um veraltete oder beschädigte Anlagen instand zu setzen“ und „den dringendsten Bedürfnissen gerecht zu werden“, heißt es in der öffentlich einsehbaren Beschreibung des Renovierungsvorhabens.

Pool-Arbeiten und neue Fassade

Zwar weise der aktuelle Zustand des Gebäudes noch „relativ gute Bedingungen hinsichtlich Stabilität und Bewohnbarkeit“ auf. Durch die Witterung und die Nähe zum Meer schreite der Verfall aber voran. Zudem liege die letzte größere Renovierung 25 Jahre zurück.

Auf dem Archivfoto sieht der Pool von Marivent schick aus, doch auch hier soll renoviert werden

Auf dem Archivfoto sieht der Pool von Marivent schick aus, doch auch hier soll renoviert werden / Lorenzo

Vor allem der Pool von Marivent habe eine Renovierung dringend nötig, heißt es. Eingebaut werden soll unter anderem eine Gegenstrom-Schwimmpumpe. Auch ein großer Brunnen in den Palastgärten wird renoviert, ebenso das Dach des Häuschens, in dem die öffentlichen Toiletten der Parkanlage untergebracht sind. Denn seit 2017 ist ein Teil der Parkanlage für die Öffentlichkeit zugänglich –zumindest dann, wenn die Königsfamilie gerade nicht vor Ort ist, also die meiste Zeit des Jahres.

Zudem werde man Zierelemente am Hauptportal anbringen, den Fahrbahnbelag und die Stützmauern der inneren Zufahrtsstraße zum Palast erneuern und den Platz vor dem Hauptgebäude instand halten. Auch an der Palastfassade sollen Arbeiten vorgenommen werden, vor allem an der Südseite, die am stärksten der Witterung ausgesetzt ist. Des Weiteren sollen Risse in der Terrassendecke im ersten Stock ausgebessert und Feuchtigkeitsprobleme im Turmzimmer behoben werden.

Wenn die Königsfamilie gerade nicht da ist, kann ein Teil der Parkanlage öffentlich besichtigt werden

Wenn die Königsfamilie gerade nicht da ist, kann ein Teil der Parkanlage öffentlich besichtigt werden / B. Ramon

Vermächtnis eines griechischen Kunstsammlers

Im Gegensatz zu anderen königlichen Residenzen in Spanien gehört Marivent (wörtlich: „Meer und Wind") nicht der öffentlichen Körperschaft Patrimonio Nacional, die die Besitztümer des Königshauses verwaltet, sondern der balearischen Landesregierung. Die hatte das Anwesen 1966 von der Witwe von Ioannes Saridakis übertragen bekommen.

Der griechische Kunstsammler hatte den Palast 1923 erbauen lassen, nachdem er als Ingenieur in den Minen von Chile zu Reichtum gekommen war und sich in die Küstenlandschaft bei Palma verliebt hatte. Saridakis verstarb im Jahr 1963. Drei Jahre später vermachte seine Witwe Ana Marconi das auch Can Saridakis genannte Anwesen der mallorquinischen Provinzdeputation. Einzige Bedingung: Hier muss ein Kunstmuseum eingerichtet werden. Der damalige Präsident der Deputation, José Alcover, aber überließ den Komplex 1973 dem damaligen Prinzenpaar Juan Carlos und Sofía für ihre Sommerferien. Auf Mallorca versprach man sich damit nicht zuletzt königliche Werbung für die Ferieninsel.

Es folgten Verhandlungen mit den Saridakis-Erben und immer wieder Klagen, bis im Jahr 1988 ein Urteil des obersten spanischen Gerichtshofs für Klarheit sorgte. Marivent blieb im Eigentum der Landesregierung. Die Erben schafften jedoch im folgenden Jahr die ihnen zugesprochenen wertvollen Gemälde, Keramiken sowie Möbel aus dem Palast. 1.300 Kunstwerke und eine 2.000 Bücher umfassende Bibliothek wurden nach Barcelona verschifft. Patrimonio Nacional musste schnell standesgemäßen Ersatz herbeischaffen.

Anlaufpunkt für Polit-Prominenz

Nach der ersten royalen Sommerfrische 1973 gaben sich immer wieder Prominente die Klinke der Palasttüren in die Hand. Mallorca war Sommer für Sommer in der internationalen Klatschpresse vertreten, mit den heranwachsenden Kindern und Enkeln des Königspaares und den Gästen des Monarchen. Dazu gehörten Gorbatschow, Clinton, der frühere jordanische König Hassan II., das japanische Kaiserpaar, Prinz Charles und Lady Di, Venezuelas Präsident Maduro oder zuletzt Michelle Obama. Marivent war fortan auch ­Schauplatz ­nationaler Politik. Die stets im August angesetzten Unterredungen mit dem jeweiligen spanischen Ministerpräsidenten wurden zu einem festen Bestandteil des Insel-Sommers.

Archivfoto von König Felipe IV vor dem Marivent-Palast

Archivfoto von König Felipe IV vor dem Marivent-Palast / B. Ramon

Im Laufe der Jahre bewarben sich viele andere spanische Regio­nen darum, die königliche Familie in den heißen Sommerwochen beherbergen zu können. Marivent aber konnte sich stets behaupten. Dabei spielten sicherlich auch Sicherheitserwägungen eine Rolle: Die dicht bewaldete Landspitze lässt sich sehr gut abschirmen. König Felipe und Königin Letizia schauen abgesehen von einigen festen Anlässen im Jahr nur noch selten auf Mallorca vorbei, Altkönigin Sofía aber bleibt dem Palast am Meer treu und ist häufiger hier – fühlt sie sich doch in Marivent an ihre griechische Heimat erinnert. /somo

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