Katastrophe im Jahr 1844: Felanitx gedenkt der 422 Opfer der schlimmsten Tragödie des Dorfes
Bei der Gedenkfeier im Ort am Dienstag wurden eine Gedenktafel enthüllt und 422 Kerzen entzündet

Bei der Enthüllung der Gedenktafel. / DM
182 Jahre ist es her, dass Felanitx im Osten von Mallorca von einer schrecklichen Tragödie heimgesucht wurde: Nun hat der Ort am Dienstag (31.3.) der Opfer von Sa Timba gedacht – mit dem Entzünden von 422 Kerzen, einer für jedes Todesopfer der größten Tragödie in der Geschichte der Gemeinde. Die Gedenkfeier umfasste auch die Enthüllung einer Gedenktafel.
Die Katastrophe geht auf den 31. März 1844 zurück, einen Palmsonntag, an dem Tausende Gläubige am traditionellen "Viacrucis dels Dotze Sermons" teilnahmen, mit dem die Karwoche begann. Am Nachmittag blieb die Menge an der Seite der Kirche Sant Miquel im Carrer Major stehen, um die Predigt zur vierten Station zu hören, die von Mossèn Simó Bordoy gehalten wurde.
Hunderte Menschen unter den Trümmern
In diesem Moment gab die Esplanade nach, auf der die Kirche stand, und die bereits bauliche Mängel aufwies. Unter dem Gewicht der Menschen, die sich versammelt hatten, brach sie zusammen. Der Einsturz riss Hunderte Menschen mit sich und begrub andere unter den Trümmern. 422 von ihnen kamen ums Leben, fast 200 wurden verletzt. Seitdem ist die Tragödie im kollektiven Gedächtnis von Felanitx lebendig geblieben. In jeder Karwoche gedenkt der Ort der Opfer der Katastrophe.
Bürgermeisterin Catalina Soler erinnerte in ihrer Ansprache an die „Pflicht zur Erinnerung“, die Felanitx gegenüber dieser Katastrophe habe. Sie betonte, die 422 Kerzen stünden nicht „nur für Zahlen“, sondern für „422 Leben, 422 Geschichten“ – und ebenso viele Familien, die von dem Unglück des Jahres 1844 gezeichnet wurden, das eine bleibende Spur in der Geschichte und im Herzen des Ortes hinterlassen habe.
In diesem Zusammenhang hob sie die Symbolkraft der Gedenkveranstaltung hervor: das gemeinsame Entzünden der Kerzen und die Enthüllung einer Gedenktafel als Ausdruck des Einsatzes für die Würde der Opfer. Die Bürgermeisterin lud Einwohner und Besucher dazu ein, an diesem Punkt des Carrer Major innezuhalten, um der Menschen zu gedenken, die hier ihr Leben verloren.
Abonnieren, um zu lesen
- Nach Gerichtsbeschluss auf Mallorca: Warum der Fall Fernandes gegen Ulmen in einer Hinsicht auf jeden Fall nach Deutschland gehört
- Kein König Pilsener mehr: Bierkönig an der Playa de Palma wechselt das Bier
- Jan Ullrich nur einer von vielen: Das Radrennen Mallorca 312 rollt den roten Teppich für die Stars aus
- „Ist das wirklich noch mein Bierkönig?“: Was im Partytempel am Ballermann jetzt alles anders ist
- Wetter: Mallorca steuert schon wieder auf die 30-Grad-Marke zu
- Die Ballermann-Saison ist gerettet: Die Playa de Palma bekommt ihr Mäuerchen zurück
- MZ-Exklusiv: Gericht auf Mallorca gibt Anzeige von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen an Deutschland ab
- Britt und Ralph Hagedorn machen ihre Villa auf Mallorca zur exklusivsten Galerie der Insel