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Sonne, Salz und etwas zum Nachdenken: So besonders war der ZDF-Live-Gottesdienst auf Mallorca

Live aus der Porciúncula-Kirche an der Playa: Das ZDF hat am Sonntag einen Gottesdienst von Mallorca übertragen. In der Predigt des Pfarrerehepaars Martje Mechels und Holmfried Braun spielten Sonne, Salz, Licht und das Leben auf der Insel eine zentrale Rolle

Das Pfarrerehepaar und die Sendungsverantwortlichen bei einer letzten Vorbesprechung

Das Pfarrerehepaar und die Sendungsverantwortlichen bei einer letzten Vorbesprechung / Nele Bendgens

Sophie Mono

Sophie Mono

Großes Fernsehen auf Mallorca: Das ZDF hat am Sonntag (19.4.) um 9.30 Uhr live einen Gottesdienst übertragen, den das evangelische Pfarrerehepaar Martje Mechels und Holmfried Braun in der Porciúncula-Kirche an der Playa de Palma abgehalten haben. Die knapp 45-minütige Messe lockte zahlreiche Besucher auf die Kirchenbänke, die teilweise sogar aus Deutschland angereist waren. In ihrer Predigt streuten die Geistlichen immer wieder auch eigene Eindrücke von der Insel ein.

Sonnengesang mit Esther Schweins

Esther Schweins (Mitte) mit Sheela Gathright (links) und Miriam Henseling (rechts) am Sonntagmorgen (19.4.) vor der Porcíncula

Esther Schweins (Mitte) mit Sheela Gathright (links) und Miriam Henseling (rechts) am Sonntagmorgen (19.4.) vor der Porciúncula / Ciro Krauthausen

Schon der Sonnengesang am Anfang des Gottesdienstes stellte deutliche Bezüge zum Inselerleben dar. Bei Musik und Textimpulsen über Sonne, Strand, Meer und mediterrane Gerüche wurden die Gottesdienstbesucher vor Ort und vor den Bildschirmen gedanklich in Mallorca-Stimmung versetzt - auch durch TV-Promi und Mallorca-Residentin Esther Schweins, die einige Textpassagen vortrug. Unter anderem hieß es dabei: "Wir sind zusammen unter dem Sternenhimmel. Deutsche und Mallorquiner, Spanier und Schweden. Danke Gott, ein buntes lebendiges Zusammenleben."

Predigt mit Inselbezügen

Auch bei der Predigt, die Martje Mechels und ihr Mann Holmfried Braun gemeinsam bestritten, setzte sich der Inselbezug fort. Während sie einleitend eine Sonnenbrille vom Altar nahm, griff er zu einer Dose Salz. "Salz von den Salinen bei Es Trenc. Ihr wisst ja, wie Salz schmeckt. Intensiv, manchmal einen Tick bitter. Aber eine Paella gut mit Salz abgestimmt... Hmmmm, himmlisch", so der Pfarrer und fügte hinzu: "Salz wirkt im Verborgenen, aber ist umso wirksamer."

Auch unter den Kirchgängern war die Nervosität vor Sendestart zu spüren

Auch unter den Kirchgängern war die Nervosität vor Sendestart zu spüren. / Ciro Krauthausen

Martje Mechels widmete sich thematisch dem Licht: "Wisst ihr, warum ich das Licht so mag? Weil ich auch die Dunkelheit kenne", so die Geistliche - und meinte damit auch die Dunkelheit in ihr selbst. "Die Helligkeit, das ist wie Sonne im Herzen. Das fühlt sich warm an und leicht und unbeschwert. Sogar im Winter, wenn auch hier auf Mallorca ein kalter Wind weht."

Gemeinsam nahmen beide dann Bezug zum Bibeltext über Salz und Licht aus dem Matthäusevangelium. "Ihr seid das Salz der Erde, sagt Jesus. Das bedeutet: Ihr Christen seid wichtig", so Holmfried Braun. "Ihr seid das Licht der Welt", fügte auch Martje Mechels hinzu - und das mitten in einer Welt voll Leid und Krieg. "Hier in Spanien haben wir ein paar Ideen bekommen, was das heißen könnte, Licht und Salz zu sein. Kleine Taten, im Verborgenen , aber auch total erhellend", so Mechels und leitete zu einer Anekdote über, die sie auf Mallorca an der Supermarktkasse erlebte: Sie im Stress, während eine andere Kundin vor ihr nur im Schneckentempo vorankommt. "Da lächelt mich die Kassiererin an und sagt: tranquilo - immer mit der Ruhe. Ich fühle mich ertappt. Dann lächle ich zurück und denke: So einfach geht entspanntes Zusammenleben."

Ein Großer Ü-Wagen des ZDF vor der Kirche

Ein Großer Ü-Wagen des ZDF vor der Kirche / Ciro Krauthausen

Auch auf die Gemeindearbeit und die von der evangelischen Kirchengemeinde initiierte Stiftung Herztat nahmen die Geistlichen Bezug. "Hier auf Mallorca wollen wir als Gemeinde genau das tun: Licht für andere sein", so Mechels - und erinnerte daran, dass die Stiftung Herztat sich seit acht Jahren um ältere deutschsprachige Menschen kümmert, die einsam oder in Not geraten sind.

Zum Ende der Predigt ermahnten die Pfarrer die Menschen, mutig zu sein, und für Gerechtigkeit und Frieden einzustehen und Unrecht ins Rampenlicht zu rücken. "Ihr seid Licht und Salz - und ja - tut es auch!"

Sekundengenau getaktet

Dass die Live-Übertragung für das Pfarrerehepaar ganz schön herausfordernd war, merkte man den beiden nicht an. Wie sie der MZ schon im Vorhinein verrieten, sei es vor allem schwierig, sich an den exakten zeitlich sehr eingegrenzten Rahmen zu halten, den das Fernsehformat vorgibt. Exakt 44 Minuten und 30 Sekunden Zeit hatten die Gestalter des Gottesdienstes, jedes Element war zuvor genau mit dem 35-köpfigen Team vom ZDF abgestimmt, bei mehreren Proben hatten alle Beteiligten den Ablauf üben können.

In der Regie im Übertragungswagen liefen alle Fäden zusammen

Im Übertragungswagen des ZDF liefen alle Fäden zusammen / Ciro Krauthausen

Bei den Fernsehgottesdiensten, die es schon seit 1979 gibt, schalten wöchentlich zwischen 700.000 und 900.000 Menschen ein. Von Mallorca aus wird erst zum zweiten Mal übertragen. Das letzte Mal war im Jahr 2003, als der öffentlich-rechtliche Sender einen Gottesdienst aus der Strandkirche San Fernando an der Playa live wiedergab.

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