Mit 95 Jahren zum ersten Mal ans Meer: Senioren erfüllen sich auf Mallorca einen Lebenstraum
Für viele war es die erste Flugreise, für manche der erste Blick aufs Meer: 80 Senioren haben sich in Magaluf einen Wunsch erfüllt, der sie ein Leben lang begleitet hatte

Jesús Castaño | Nexus Integral
Für 80 Seniorinnen und Senioren ist am Strand von Magaluf ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: Zum ersten Mal in ihrem Leben sahen sie das Meer – und gingen hinein. Begleitet wurden sie von 40 Pflegekräften. Gemeinsam legte die Gruppe die rund 400 Meter vom Hotel bis zum Strand zurück und sorgte dabei in Calvià mehr als eine Stunde lang für Aufsehen.
Die Teilnehmer waren aus Extremadura, Kastilien und León, Kastilien-La Mancha und Andalusien angereist. Einige hatten ihre Reise bereits um 3 Uhr morgens begonnen, um rechtzeitig in Talavera de la Reina zu sein und von dort weiter zum Flughafen Madrid zu fahren. Für viele war nicht nur der Besuch am Meer eine Premiere, sondern auch der Flug nach Mallorca.
"Freude im ganzen Körper"
Einer von ihnen ist Francisco Lozano. Der 77-Jährige aus Mérida stieg zum ersten Mal in ein Flugzeug. Kurz vor dem Gang zum Strand sagte er, er spüre „Freude im ganzen Körper“. Bei der Landung habe er sich erschrocken: Wegen eines lauten Geräuschs habe er gedacht, ein Reifen sei geplatzt. Auch José Macías flog zum ersten Mal. Das Meer hatte er zwar bereits während seines Militärdienstes in Cádiz gesehen, gebadet hatte er dort jedoch nie. In Magaluf wollte er das nun nachholen.
Organisiert wurde die Reise von einem Unternehmen, das Seniorenheime betreibt. Anlass ist das 20-jährige Bestehen der Firma. Man habe nicht zulassen wollen, dass die Seniorinnen und Senioren das Meer nie zu sehen bekämen, sagte ein Sprecher.
Am Strand gingen die Teilnehmer nach und nach ins Wasser, zunächst vorsichtig und stets begleitet von einer Pflegekraft. Raimunda Giménez beschrieb den Moment als Mischung aus dem Gefühl, sich etwas Besonderes zu gönnen, und der Erfüllung eines Traums. Die 95-Jährige lief an der Hand ihrer Betreuerin am Ufer entlang und sagte, sie fühle sich jünger, als sie sei.
Mit einem Gehstock ins Meer
Besonders mutig zeigte sich Maximina Crespo. Sie ging gleich mehrfach ins Wasser und spritzte auch einige ihrer Begleiter nass. Juan Antonio Giménez wagte sich mit seinem Gehstock ins Meer. Für Matea Sánchez war das Wasser zwar kalt, dennoch spürte die 96-Jährige nach zehn Jahren erstmals wieder Salz auf der Haut.
Gegen 19 Uhr machte sich die Gruppe auf den Rückweg ins Hotel – mit der Vorfreude, am nächsten Tag wieder an den Strand zurückzukehren. Die Sozialarbeiterin Ana Moreno, die die Seniorinnen und Senioren begleitete, beschrieb den Tag als verantwortungsvolle, aber erfüllende Aufgabe. „Sie so zu sehen, ist die emotionale Belohnung für unsere Arbeit“, sagte sie.
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