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Sant Jeroni auf Mallorca gehört nun definitiv den Nonnen – doch was wird aus dem Kloster?

Zwölf Jahre lang stritten Bistum und Jerónimas-Nonnen um eines der bekanntesten Klöster Palmas. Nun ist der Prozess beendet - und die Zukunft des historischen Baus ungewiss

Das Kloster Sant Jeroni liegt am östlichen Rand der Altstadt von Palma.

Das Kloster Sant Jeroni liegt am östlichen Rand der Altstadt von Palma. / Johannes Krayer

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Der Oberste Gerichtshof hat Ende vergangener Woche den langen Streit um das Kloster Santa Elisabet (span. Santa Isabel) in Palma endgültig entschieden. Das Gebäude, das in Palma vor allem als Sant Jeroni bekannt ist, gehört der Kongregation der Jerónimas-Nonnen, die auf Deutsch Hieronymitinnen genannt werden. Das Bistum Mallorca ist mit seinem Versuch gescheitert, das Kloster für sich zu beanspruchen. Eine Berufung ist nicht mehr möglich.

Für Mallorcas Bischof Sebastià Taltavull kommt das Urteil zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. An diesem Wochenende reiste er nach Madrid, wo er Papst Leo XIV. traf. Im Gepäck hatte er nun eine juristische Niederlage in einem Streit, der innerhalb der Kirche Mallorcas zwölf Jahre lang für Spannungen gesorgt hat.

Begonnen hatte der Konflikt 2014 unter Taltavulls Vorgänger Javier Salinas. Er ließ Sant Jeroni im Grundbuch von Palma auf den Namen der Kirche Mallorcas eintragen. Als Begründung nannte er damals Gerüchte, die Nonnen wollten das leerstehende Kloster verkaufen, damit dort ein Hotel entstehe. Der Orden wies das zurück. Es habe nie die Absicht gegeben, mit einem Verkauf Gewinn zu erzielen, ließen die Schwester wissen.

Zwei Hieronymitinnen bei einer Pressekonferenz 2022. Die Ordensschwestern leben in Klausur.

Zwei Hieronymitinnen bei einer Pressekonferenz. Die Ordensschwestern leben in Klausur. / B.RAMON

Ein Kloster mit langer Geschichte

Die Hieronymitinnen verweisen auf eine Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Nach den Forschungen des früheren Klosterkaplans Josep Estelrich nahmen sie Sant Jeroni im Jahr 1485 in Besitz. Zuvor hatten dort seit 1317 Beguinas (Beginen) und Terciarias (Tertiarinnen), also religiöse Frauengemeinschaften, gelebt.

Das Bistum stützte seine Ansprüche auf ein Gesetz aus dem Jahr 1860. Es regelte den Umgang mit religiösen Immobilien nach der "desamortización", der staatlichen Einziehung kirchlichen Besitzes im 19. Jahrhundert. Die Richter folgten dieser Auslegung nicht. Nach ihrer Auffassung gehörte Sant Jeroni schon vor diesem Prozess der religiösen Kongregation und nie dem Bistum.

Auch das Argument, die Nonnen hätten dort nur „aus bloßer Duldung” gelebt, ähnlich wie bei einem Nießbrauch, wies der Oberste Gerichtshof zurück. Ebenso ließ er nicht gelten, die Eigentumsfrage sei bereits in einem früheren Verfahren geklärt worden. Damals war es nur um die Eintragung im Grundbuch gegangen, nicht um die Frage, wem das Kloster tatsächlich gehört.

Damit bestätigte das höchste Gericht die Linie der Audiencia Provincial, des Oberlandesgerichts der Balearen. Das Bistum muss nun auch die Kosten der drei Gerichtsinstanzen tragen.

Der Innenhof des Klosters Sant Jeroni.

Der Innenhof des Klosters Sant Jeroni. / MANU MIELNIEZUK

Nicht nur ein religiöser Ort

Die Nonnen haben gewonnen. Doch für Palma bleibt eine zentrale Frage offen: Was geschieht nun mit Sant Jeroni? Das Kloster ist nicht nur ein religiöser Ort. Es ist auch als Bien de Interés Cultural, ein geschütztes Kulturgut. Sein Wert reicht damit weit über den innerkirchlichen Streit hinaus.

Die Jerónimas-Nonnen verließen das Kloster im Stadtteil Sa Calatrava im Jahr 2014. Seitdem steht es leer. Auch über den Bestand und den Zustand der Kunstwerke gibt es offene Fragen. Im Mai 2015 berichtete die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca", dass Ordensfrauen Bilder aus dem Kloster wegschafften. Danach brachte der Inselrat Mallorcas einen Teil der Güter „vorläufig” nach Sant Bartomeu in Inca.

2015 sollte ein Lastwagen die Kunstschätze des Klosters Sant Jeroni auf Geheiß der Nonnen abtransportieren. Das Bistum griff ein, der Abtransport konnte gerade noch verhindert werden.

2015 sollte ein Lastwagen die Kunstschätze des Klosters Sant Jeroni auf Geheiß der Nonnen abtransportieren. Das Bistum griff ein, der Abtransport konnte gerade noch verhindert werden. / Nele Bendgens

Eine stark geschrumpfte Klostergemeinschaft

Sant Bartomeu ist das einzige Jerónimas-Kloster, das auf Mallorca noch besteht. Doch auch dort ist die Gemeinschaft stark geschrumpft. Anders als etwa Kapuzinerinnen oder Augustinerinnen haben die Jerónimas ihre historischen Klöster in Palma nicht durch Ordensfrauen verwandter Gemeinschaften weitergeführt.

Die Nonnen hatten früher erklärt, sie wollten Sant Jeroni in ein kulturelles und religiöses Zentrum umwandeln. Dieses Projekt hat bisher nicht begonnen. Nach Angaben der Kongregation tragen die Nonnen aber weiterhin die Unterhaltskosten für das Gebäude.

Sor Ángeles Sanz Rodríguez, auch Sor Natividad genannt, zeigte sich nach dem Urteil zufrieden. Sie ist die Präsidentin der Föderation der Jerónimas-Klöster. Zwar habe Javier Salinas den Konflikt begonnen, sagte sie. Sie kritisierte aber auch den heutigen Bischof Sebastià Taltavull. Er habe keine Einigung gesucht, sondern weiter vor Gericht das Eigentum am Kloster beansprucht.

Im Inneren der Kirche von Sant Jeroni in Palma. Aufnahme von 2022

Im Inneren der Kirche von Sant Jeroni in Palma. Aufnahme von 2022 / B.RAMON

Nonnen haben ihre Pläne noch nicht dargelegt

In einer Mitteilung sprach die Kongregation von einer „so langen wie bedauerlichen Kontroverse”. Die Nonnen hätten Sant Jeroni seit 1485 „besessen, erweitert, gepflegt und bewahrt”. Die Vorgehensweise des Bistums habe ihre historischen Rechte verletzt. Das Bistum Mallorca reagierte knapp. Man respektiere die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs und beuge sich dem Urteil, hieß es.

Damit endet der Zivilprozess. Die Debatte um die Zukunft von Sant Jeroni aber ist nicht beendet. Der Richterspruch klärt die Eigentumsfrage. Was aus dem geschlossenen Kloster und seinem Kulturerbe werden soll, ist hingegen ungewiss. Das muss nun der Orden der Hieronymitinnen erklären. Bisher hat er das nicht getan.

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