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Die Havarie der „Acoa“: Warum die deutsche Segelyacht vor Mallorca strandete – und bis heute dort liegt

Seit dem Sturmtief „Harry“ sitzt die rund 28 Meter lange „Acoa“ an der Küste von Son Servera fest. Eine erste Bergung kam nicht zustande, die Schäden wurden immer größer, die Kosten stiegen. Inzwischen ist das Wrack auch zum Ziel tourismuskritischer Proteste geworden

Gestrandetes deutsches Segelschiff vor Mallorca: Hier liegt die "Acoa" vor Son Servera

Biel Capó

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Redaktion MZ

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Wer bei Google Maps an Mallorcas Nordostküste weit genug heranzoomt, kann die „Acoa“ noch in einem Zustand sehen, in dem die Segelyacht vergleichsweise unversehrt wirkt. Das Schiff liegt dort jedoch nicht vor Anker. Es sitzt auf den Felsen zwischen Port Vell und der Platja de sa Marjal südlich von Costa dels Pins fest.

Seit Mitte Januar wartet die unter deutscher Flagge fahrende Yacht auf ihre Bergung. Inzwischen ist sie nicht nur ein weithin sichtbares Wrack, sondern auch zur Projektionsfläche für die Debatte über den Tourismus auf Mallorca geworden. Unbekannte besprühten die Außenfläche des Schiffes mit Parolen wie „Tourist go home“, „SOS residents“ und „Mallorca per qui l’habita“ – Mallorca für diejenigen, die hier leben.

Dabei begann die Geschichte der „Acoa“ nicht mit Protestbotschaften, sondern mit einer stürmischen Nacht.

Der Kapitän wurde über Bord gespült

Als das Sturmtief „Harry“ im Januar die Balearen traf, herrschte an der Küste von Son Servera starker Wellengang. Die Mitte der 1980er-Jahre gebaute, rund 28 Meter lange Segelyacht wurde von ihrem Ankerplatz losgerissen und auf die Felsen getrieben.

Klaus F., deutscher Kapitän und Miteigentümer des Schiffes, versuchte nach eigener Darstellung, die Yacht während des Sturms unter Kontrolle zu halten. Dabei wurde er über Bord gespült. Er konnte sich nach eigenen Angaben nur mit Mühe an Land retten. Die „Acoa“ dagegen krachte auf die felsige Küste und blieb dort liegen.

Das Schiff soll mehr als eine Million Euro wert sein. Nach der Havarie schien es zunächst noch möglich, die Yacht vergleichsweise schnell zu bergen. Doch aus Tagen wurden Wochen und schließlich Monate.

Die "Acoa" wurde mit Graffiti besprüht.

Die "Acoa" wurde mit Graffiti besprüht. / DM

Warum die erste Bergung nicht zustande kam

Wenige Tage nach der Strandung wurde ein erstes Bergungskonzept ausgearbeitet. Die Kosten für die Arbeiten, den Einsatz eines Schleppers und den anschließenden Transport nach Port d’Alcúdia wurden auf rund 330.000 Euro geschätzt.

Zu einer Einigung kam es jedoch nicht rechtzeitig. Unterschiedliche Vorstellungen über den nötigen Aufwand und die Kosten verzögerten das Vorhaben. Hinzu kamen komplizierte Eigentums- und Finanzierungsverhältnisse: Als Eigner der „Acoa“ gelten offenbar Klaus F. und Dieter F., während ein dritter Mann als Geldgeber aufgetreten sein soll. Auch die erforderlichen vertraglichen Vereinbarungen kamen nicht vollständig zustande. Die zunächst beauftragte Bergungsfirma zog sich deshalb im April von dem Vorhaben zurück. Zuvor waren nach Angaben des Unternehmens Öl aus der Yacht abgepumpt und erste vorbereitende Arbeiten vorgenommen worden.

Die Bergung wurde immer schwieriger

Je länger die „Acoa“ auf den Felsen lag, desto stärker wurde sie durch Wellen und weitere Stürme beschädigt. Dadurch stiegen nicht nur die Anforderungen an eine Bergung, sondern auch die zu erwartenden Reparaturkosten erheblich. Ob sich eine Instandsetzung überhaupt noch lohnt, ist inzwischen fraglich.

Gemeinde lehnt Kostenübernahme ab

Die Behörden drängen seit Monaten darauf, dass die Yacht entfernt wird. Die Gemeinde Son Servera hat das Gebiet aus Sicherheitsgründen abgesperrt, sieht die Verantwortung für die Bergung jedoch bei den Eigentümern. Bürgermeister Jaume Servera stellte klar, dass dafür keine Gemeindemittel eingesetzt würden. Sollten die Besitzer nicht handeln, könnte letztlich die Küstenbehörde zuständig werden.

Ungewöhnliche Rettungsversuche und ein neues Protestsymbol

Eine konkrete Lösung blieb bislang aus. Zwischenzeitlich versuchte Miteigentümer Klaus F., seinen Anteil an der Yacht für einen Euro abzugeben, wobei der Käufer die Bergungskosten hätte übernehmen müssen. Auch die Idee, die Bergungsarbeiten gegen hohe „Spenden“ als Veranstaltung zugänglich zu machen, führte nicht zum Erfolg.

Sieben Monate nach der Havarie liegt die „Acoa“ deshalb noch immer an der Küste. Die tourismuskritischen Parolen auf dem Rumpf haben dem Fall inzwischen eine zusätzliche Bedeutung gegeben: Aus der gestrandeten Yacht ist unfreiwillig auch ein Symbol der Auseinandersetzung um den Tourismus auf Mallorca geworden. Wann das Schiff entfernt wird, bleibt offen.

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