Wer zahlt für die "Acoa“? Das Tauziehen um die gestrandete deutsche Segelyacht vor Mallorca
Seit Januar liegt die deutsche Segelyacht „Acoa“ an Mallorcas Nordostküste auf den Felsen. Die Bergung würde rund 300.000 Euro kosten. Die Gemeinde lehnt eine Finanzierung ab, während komplizierte Eigentumsverhältnisse und zunehmende Schäden eine Lösung erschweren

Biel Capó
Seit dem Sturmtief „Harry“ liegt die „Acoa“ zwischen Port Vell und der Platja de sa Marjal südlich von Costa dels Pins auf den Felsen. Die rund 28 Meter lange Segelyacht wurde Mitte Januar von ihrem Ankerplatz losgerissen und an die Küste von Son Servera getrieben. Monate später ist noch immer offen, wann das unter deutscher Flagge fahrende Schiff entfernt wird – und wer die Kosten dafür trägt.
Grundsätzlich sieht die Gemeinde Son Servera die Eigentümer in der Pflicht. Das Rathaus hat den Bereich um das Schiff aus Sicherheitsgründen abgesperrt und steht nach eigenen Angaben mit der Küstenbehörde und den Besitzern in Kontakt. Bürgermeister Jaume Servera stellte bereits im März klar, dass aus der Gemeindekasse kein Geld für die Bergung fließen werde. Falls nötig, wolle die Gemeinde auch vor Gericht dafür kämpfen, dass die Eigentümer das Schiff entfernen lassen.

Das gestrandete Segelschiff "Acoa" / Biel Capó
Sollten die Besitzer nicht handeln, wäre nach Angaben des Bürgermeisters ersatzweise die Küstenbehörde zuständig. Wer die Arbeiten am Ende tatsächlich veranlasst und bezahlt, ist bislang jedoch nicht geklärt.
Hohe Kosten und komplizierte Verhältnisse
Die Bergung der „Acoa“ wurde zunächst auf rund 300.000 Euro geschätzt. Ein erster Plan kam jedoch nicht zustande. Streit über Kosten und Vorgehen sowie fehlende vertragliche Vereinbarungen verzögerten die Arbeiten. Die beteiligte Bergungsfirma zog sich schließlich zurück, nachdem sie Öl abgepumpt und erste Vorbereitungen getroffen hatte.
Erschwert wurde die Situation auch durch die Eigentums- und Finanzierungsverhältnisse. Als Eigner gelten offenbar zwei Deutsche, während ein dritter Mann als Geldgeber aufgetreten sein soll. Währenddessen setzte der Wellengang der Yacht weiter zu. Die Schäden nahmen zu, wodurch Bergung und mögliche Reparatur immer aufwendiger wurden. Nach Einschätzung der zunächst beteiligten Firma könnten die Reparaturkosten die eigentlichen Bergungskosten deutlich übersteigen.

Die Segelyacht "Acoa" liegt seit Monaten vor der Küste von Son Servera. / DM
Ungewöhnliche Versuche, die Kosten loszuwerden
Im Frühjahr stellte der Kapitän und Miteigentümer des Schiffs wiederholt eine baldige Bergungsaktion in Aussicht. Bislang wurde jedoch keine der angekündigten Lösungen umgesetzt. Zwischenzeitlich versuchte er, seinen Anteil an der „Acoa“ für den symbolischen Preis von einem Euro abzugeben. Der Käufer hätte im Gegenzug die Kosten für die Bergung übernehmen müssen. Später brachte der Miteigentümer die Idee ins Spiel, die Bergung als Veranstaltung zu inszenieren. Interessierte sollten gegen „Spenden“ von jeweils 20.000 Euro die Arbeiten aus nächster Nähe verfolgen können. Auch daraus wurde nichts.
Inzwischen ist die Yacht zusätzlich mit tourismuskritischen Parolen wie „Tourist go home“, „SOS residents“ und „Mallorca per qui l’habita“ besprüht worden. Die Botschaften ändern jedoch nichts an der zentralen Frage: Die Eigentümer sollen das Schiff entfernen, die Gemeinde will dafür nicht zahlen, und die Kosten steigen mit jedem weiteren Schaden.
Wann die „Acoa“ tatsächlich von den Felsen geholt wird, bleibt offen.
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