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Drei Jahre alt, drei Tage auf See: Gloria und Mohamed schaffen es auf Mallorcas Nachbarinsel Formentera

Der Fotograf Javi Parejo hat die Ankunft auf Mallorcas Nachbarinsel dokumentiert

Ein Beamter der Guardia Civil gibt Gloria und Mohamed Wasser zur trinken.

Ein Beamter der Guardia Civil gibt Gloria und Mohamed Wasser zur trinken. / Javi Parejo

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Gloria und Mohamed sind gerade einmal drei Jahre alt. Drei Tage lang waren die beiden Kinder auf dem Meer unterwegs, bevor das Boot, in dem sie gemeinsam mit 26 weiteren Migranten saßen, am Montagmittag (17.8.) Formentera erreichte. Die Menschen aus Guinea und Nigeria kamen erschöpft und mit Anzeichen von Dehydrierung an der Küste an.

Ein Fischer hatte den Fotografen Javi Parejo über die Ankunft des Bootes informiert. Als Parejo gegen 13.30 Uhr eintraf, waren die 28 Insassen bereits an Land. Unter ihnen befanden sich insgesamt zehn Minderjährige zwischen drei und 17 Jahren. Gloria war gemeinsam mit ihrer Mutter unterwegs, Mohamed mit seinen Eltern.

Große Strapazen

Nach Angaben Parejos hatten die Migranten während der dreitägigen Überfahrt unter extremer Hitze große Strapazen erlitten. Als sie seine Wasserflasche sahen, hätten sie sich sofort darauf gestürzt. Parejo gab zunächst den Kindern zu trinken, versammelte die Gruppe anschließend im Schatten und wartete mit ihnen auf die Guardia Civil. Die Menschen seien völlig erschöpft gewesen und hätten Anzeichen von Dehydrierung gezeigt, berichtete der Fotograf.

Gloria und Mohamed beim Spielen nach der Ankunft auf Formentera.

Gloria und Mohamed beim Spielen nach der Ankunft auf Formentera. / Javi Parejo

Kurz darauf traf die Guardia Civil ein. Da in den beiden Einsatzfahrzeugen nicht genügend Platz für alle Migranten war, brachte Parejo drei von ihnen mit seinem eigenen Auto nach El Pilar de la Mola. Dort wartete die Gruppe auf einen Bus, der sie zur Erstaufnahmestelle für Migranten im Hafen von La Savina bringen sollte. Anschließend war die Weiterreise mit der Fähre nach Ibiza vorgesehen. An dem Einsatz waren die Guardia Civil von Formentera und die Einheit für Bürgersicherheit der Kommandantur (Usecic) beteiligt.

"Hoffe, dass Fotos aufrütteln"

Parejo dokumentierte die Ankunft mit seiner Kamera. „Ich hoffe zumindest, dass diese Fotos die Menschen aufrütteln“, sagte der Fotograf, der mit seinen Bildern das Schicksal der Migranten auf Formentera jenseits der reinen Zahlen sichtbar machen will.

Die Migranten suchen in einem Verschlag an der Küste von Formentera ein wenig Schatten.

Die Migranten suchen in einem Verschlag an der Küste von Formentera ein wenig Schatten. / Javi Parejo

Die 28 Neuankömmlinge waren nicht die einzigen Migranten, die innerhalb weniger Stunden Formentera erreichten. Bereits um 0.45 Uhr waren in der Nacht von Sonntag auf Montag (17.8.) nach Angaben der Delegation der Zentralregierung 27 Menschen aus Ländern südlich der Sahara im Gebiet Es Caló angekommen. Auch dort waren die Guardia Civil von Formentera und die Usecic im Einsatz.

Damit erreichten innerhalb eines Tages insgesamt 55 Migranten Formentera, darunter mindestens zehn Minderjährige. Für unter 18-Jährige, die ohne Begleitung eines Erwachsenen ankommen, muss der Inselrat von Formentera die Vormundschaft übernehmen. Die Verwaltung befindet sich dadurch inzwischen in einer schwierigen Lage: Es fehlen sowohl Ressourcen als auch Budget, um die Bedürfnisse der großen Zahl an Minderjährigen zu bewältigen.

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