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Nicht mal einen Meter breit: Diese Gasse in Palma ist ein echtes Kuriosum

Die Carrer de la Sagristia de Sant Jaume ist kürzer als ihr Name und so schmal, dass sich zwei Rollator-Rentner auf die Vorfahrt einigen müssten. Eine Ortsbeschau

An ihrer engsten Stelle ist der Weg weniger als einen Meter breit.

An ihrer engsten Stelle ist der Weg weniger als einen Meter breit. / Guillem Bosch

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Straßen können auffallen, weil sie so lang oder so breit sind, wegen ihrer prächtigen Bäume oder weil von interessanten Gebäuden oder historischen Denkmälern gesäumt. Und dann gibt es die Carrer de la Sagristia de Sant Jaume, im Volksmund als Carrer Estret bekannt, die „enge Straße“ – eine kaum 30 Meter lange und an manchen Stellen weniger als einen Meter breite Gasse, die den Anspruch erhebt, die schmalste Gasse Palmas zu sein.

Palmas schmalste Gasse

Um hier über die Gase zu hüpfen, muss man nicht James Bond heißen. / Guillem Bosch

Obwohl sie mitten in der historischen Altstadt liegt, verbindet sie die Straßen Sant Jaume und Caputxines fast unauffällig miteinander. Von einem Ende aus kann man wegen ihres kurvenreichen Verlaufs nicht einmal das andere Ende sehen. Jahrelang war es zudem Glückssache, ob man die Gasse überhaupt passieren konnte.

Anfang der 2000er-Jahre war der Carrer Estret einer der ungewöhnlichsten und zugleich rätselhaftesten Orte der Altstadt. Jeden Abend wurde die Gasse an beiden Enden mit einem Eisengitter verschlossen, um zu verhindern, dass sie von Drogenabhängigen genutzt wurde. Auch tagsüber war keineswegs garantiert, dass man sie durchqueren konnte. Die Tore konnten geöffnet oder geschlossen sein, das wurde offenbar von einem Zufallsgenerator beschlossen, sodass man gelegentlich einen Umweg nehmen musste, um auf die andere Seite zu gelangen.

Diese Gitter wurden schließlich zu einem Teil der besonderen Identität der Gasse. Auch ihre jüngere Geschichte war von Barrieren gekennzeichnet. Erst 2021 wurde die Gasse wieder geöffnet, nachdem sie lange Zeit wegen der Sanierungsarbeiten in Can Armengol gesperrt gewesen war, einem historischen Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert, das von Ryanair-Chef Michael O’Leary erworben wurde.

Auch heute wird die Gasse nachts verschlossen

Aus Sicherheitsgründen hatten die Arbeiten zur statischen Sicherung und zur umfassenden Renovierung eine vollständige Sperrung erforderlich gemacht. Nach deren Abschluss konnte die Gasse wieder ihre ursprüngliche Funktion erfüllen. Auch heute wird sie nachts noch mit den traditionellen Gittern verschlossen, damit dort niemand Gassi geht.

Palmas schmalste Gasse

Nicht nur schmal, sondern auch malerisch. / Guillem Bosch

Doch der Carrer Estret kann mehr als Enge. Wer zwischen den hohen Mauern der Kirche Sant Jaume und dem angrenzenden Gebäude hindurchgeht, erhält eine völlig andere Perspektive auf die Altstadt. Von diesem schmalen Durchgang aus lassen sich die Wasserspeier der Kirche aus einem Blickwinkel betrachten, der von praktisch keinem anderen Punkt aus möglich ist. Über den Köpfen der Passanten fällt außerdem eine kleine Brücke mit Balustrade ins Auge, die die beiden Seiten des Gebäudes miteinander verbindet.

Häufig wird die Gasse mit dem Carrer de les Mosques in Barcelona verglichen, die als schmalste Straße der katalanischen Hauptstadt gehandelt wird und an ihrer engsten Stelle 1,47 Meter breit ist. Der Carrer Estret de Sant Jaume unterbietet diese Marke, wie erwähnt, deutlich. Nimm das, Barcelona!

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