"Ich hatte keine Ahnung": Finnin staunt über die Playa de Palma
Statt Palmas alternativem Stadtleben erwarteten Riia Hantula deutsche Bars und Partytouristen in Arenal. Doch die Alleinreisende machte das Beste daraus

Riia Hantula kam genau zur Sonnenfinsternis nach Mallorca. / privat
Im alternativen ExpressArt Café in Palma, wo an diesem Abend ein DJ Rock ’n’ Roll auflegt, wirkt Riia Hantula (54) wie ein Fisch im Wasser. Die Finnin mit den leuchtend roten Haaren und den vielen Tattoos wurde zufällig von der Musik angezogen. Sie liebt das Ambiente hier, wo nur ein paar Einheimische das Tanzbein schwingen oder entspannt eine caña trinken, wo Tortillas bereitstehen als wäre man bei einer privaten Geburtstagsfeier. Doch leider muss sie bald wieder in einen Bus steigen – denn ihr Hotel liegt an der Playa de Palma.
„Ich habe schon seit Jahren von einem Urlaub auf Mallorca geträumt, und vor allem von Palma, weil ich gehört habe, dass die Stadt so schön sein soll“, erzählt Hantula der MZ. Aus einem Impuls heraus buchte sie nun „in zwei Sekunden“ einen günstigen Flug auf die Insel. Um wenig später festzustellen, dass in Palma praktisch keine Unterkunft verfügbar war. Denn es war ausgerechnet die Woche, in der die totale Sonnenfinsternis stattfand. So landete die Finnin quasi wider Willen an der Playa, wo die Hotel-Dichte deutlich höher ist.
Überrascht von den Deutschen an der Playa
„Ich habe mir dann zumindest ein richtig schönes Hotel ausgesucht, mit dem ich sehr zufrieden war“, so die finnische Frohnatur, die ohnehin der Typ Mensch ist, der aus der Not eine Tugend macht. Dass Arenal eine Hochburg des germanischen Party-Tourismus ist, scheint unter Besuchern aus Nordeuropa jedoch wenig bekannt zu sein: Hantula kam aus dem Staunen nicht heraus. „Ich dachte, es gäbe dort nur einen sehr langen Strand und einen Boulevard“, sagt sie. „Dann war ich sehr überrascht, dass ich um mich herum fast nur Deutsch und ein wenig Holländisch und Französisch gehört habe – und dann die ganzen deutschen Bars und Restaurants! Ich hatte keine Ahnung, dass dort so ein Hotspot ist.“

Dass sich an der Playa viele Deutsche tummeln, ist nicht allen Urlaubern aus anderen Ländern bekannt. / Nele Bendgens
Gestört habe sie das nicht so sehr: Die Alleinreisende fand auch bei den deutschen Urlaubern schnell Anschluss. „Es war keine böse Überraschung, ich war bloß noch nie an solch einem Ort in Spanien“, betont sie. Nichtsdestotrotz: Eine Nacht im Megapark oder im Bierkönig entspricht eher wenig dem Urlaub, der ihr vorschwebte. Sie genoss die Nähe zum Strand und entspannte Stunden am Hotelpool, aber suchte ansonsten nach Wegen, außerhalb ihrer Basis etwas Schönes zu unternehmen. Ein Auto für sich allein mieten wollte Hantula nicht.
Alternativprogramm rund um Arenal
So wie ihr dürfte es einigen Reisenden ergehen, die sich auf der Insel nicht gut auskennen und denen nicht bewusst ist, dass die Playa zwar ein idealer Mikrokosmos ist, wenn man genau diese Art von Urlaub sucht – aber nicht der beste Ort, um irgendeine andere Art von Urlaub zu erleben. „Ich bin sehr viel spazieren gegangen und habe den Bus nach Palma genommen – das geht schnell und ist wirklich unkompliziert“, sagt Hantula. Einmal fuhr sie auch in die andere Richtung, nach Cala Blava, wo es die nächstgelegenen Traumbuchten gibt, wenn man die Strandpromenade satt hat, etwa die schnuckelige Cala Mosques.
Was wir der Finnin (und anderen Urlaubern) für ihren nächsten Besuch an der Playa empfehlen, lesen Sie hier.
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