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Im Bikini auf Mallorca wohlfühlen: Tipps für mehr Selbstbewusstsein am Strand

Der Bikinikauf ist für viele Frauen ein heikles Thema. Eine Deutsche in Santanyí weiß, wie frau sich mit kleinen Tricks am Strand wohler fühlen kann

Ein Curvy-Model kommt bei vielen Kunden besonders gut an.

Ein Curvy-Model kommt bei vielen Kunden besonders gut an. / Fishkiss

Sophie Mono

Sophie Mono

Menschen wegen ihres Aussehens zu kritisieren, ist out: bodyshaming ist in den vergangenen Jahren immer mehr in Verruf geraten. Stattdessen gewinnt die Body-Positivity-Bewegung an Bedeutung: Die Akzeptanz und Liebe aller Körper – unabhängig von Größe, Form oder anderen Merkmalen. Gleichzeitig sind die sozialen Netzwerke weiter voll von Influencern, die utopische Schönheitsideale pushen. Was macht das mit uns – gerade jetzt, wo der Sommer da ist und wir uns auf Mallorca leicht bekleidet am Strand zeigen?

Optische Tricks zum Wohlfühlen

Maria Sickmüller verkauft mit viel Einfühlungsvermögen Hingucker-Bikinis an ein breitgefächertes Publikum

Maria Sickmüller verkauft mit viel Einfühlungsvermögen Hingucker-Bikinis an ein breitgefächertes Publikum / Nele Bendgens

Maria Sickmüller ist studierte Psychologin – und mittlerweile langjährige Bikini-Expertin. Die Freiburgerin lebt seit 1997 auf Mallorca, hatte lange eine Praxis für Homöopathie und Psychotherapie in Santanyí, entschied sich dann aber im Jahr 2015, die Markenrechte der brasilianischen Edel- Bademode-Marke Fishkiss in Europa zu erwerben. In all den Jahren hat sie schon viele Frauen erlebt, die sich wegen ihres Körpers schämen.

„Wir selbst sind mit uns am allerkritischsten, das ist das Problem“, findet Sickmüller. Mit ihrer einfühlsamen Art und einem mittlerweile geschulten Blick dafür, welche Art von Bikini welchem Typ Frau steht, schafft sie es meist, die Frauen zumindest dazu zu bringen, die farbenfrohen Hingucker einmal anzuprobieren, die sie aus einer kleinen Werkstatt in Brasilien importiert. Fünf verschiedene Schnitte für Oberteile und fünf für Unterteile hat sie vorrätig, beide können beliebig kombiniert werden – je nach individueller Körperform. „Ich kann jeden schön verpacken“, so Sickmüller. Denn letztlich gehe es natürlich vor allem darum, dass frau sich auch dann wohlfühlt, wenn am Strand viele Hüllen fallen.

Dabei helfen einfache optische Tricks: „Triangeloberteile mit breiten Trägern erzeugen eine Rautenform und strecken optisch. Wer wenig Oberweite hat, kann mit gefüllten Bandeaus nachhelfen, ohne dass es unnatürlich aussieht. Und helle Hauttypen sollten lieber auf kräftigere dunklere Farben setzten statt auf Weiß oder Hellrosa.“ Instinktiv wollten viele Kundinnen zunächst möglichst viel Haut verdecken, um schlanker zu wirken, so die Deutsche. „Aber das ist ein Irrtum. Viel Stoff macht flächig. Wenn man etwas wegnimmt, durch Schnüre oder Seitenapplikationen, ist der Gesamteindruck viel filigraner.“

Die hübschen Seitenapplikationen der fishkiss-Bademode sind patentiert

Die hübschen Seitenapplikationen der fishkiss-Bademode sind patentiert / Nele Bendgens

Nicht nur Einheits-Barbies

Die 58-Jährige, die ihre Unikate weltweit im Onlinversand und in dieser Saison auch in einem Laden im Zentrum von Santanyí anbietet, ist der Meinung: Jede Frau kann potenziell Bikini tragen, auch mit 80 – und sollte sich das auch trauen, wenn der Wunsch da ist. „Vor allem deutsche und schweizer Kundinnen machen sich oft zu viele Gedanken über die Meinung anderer oder hängen Modetrends nach. Spanierinnen und Südamerikanerinnen sind lockerer. Sie trauen sich, mehr Haut zu zeigen und tun eher, was ihnen selbst gefällt, als über mögliche Urteile anderer nachzugrübeln.“

So kritisch der Blick vieler Frauen auf sich selbst sei, so groß sei gleichzeitig ihre Sehnsucht nach mehr Vielfalt. „Meine Models sind normale Menschen, auch mal mit Bäuchlein und kräftigen Schenkeln. Und meine Kundinnen lieben es, dass ich nicht nur Einheits-Barbies zeige.“ Gerade eines ihrer Curvy-Models käme im Netz besonders gut an. Und zumindest ein bisschen dürften solche Versuche, alte Stereotype aufzubrechen, auch auf die Kundinnen selbst abfärben. „Ich glaube, in den vergangenen zwei bis drei Jahren einen kleinen Trend zu mehr Weiblichkeit zu erkennen. Gerade jüngere Frauen werden wieder etwas selbstbewusster, trauen sich, Tangas anzuziehen und setzen auf knallige Farben oder sogar Leopardenmuster“, freut sich Sickmüller.

Und die Männer?

Und was ist mit den Männern? „Nach außen geben sich viele weniger selbstkritisch als Frauen. Aber die meisten haben dann doch nicht das Selbstbewusstsein, enganliegende Badehosen anzuziehen, in denen man den Po sieht und auch das, was vorne ist. Schade.“

Mehr Infos zu Schnitten, Formen und ihren Vorzügen auf fishkiss-swimwear.com

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