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90 Aussteller, 35 Länder und prominente Gäste: Dieses Kunsthandwerksfestival auf Mallorca setzt Zeichen gegen Fast Fashion

Beim XTANT kommen ab Freitag (8.5.) in Palma Textilkünstler aus aller Welt zusammen - nicht nur, um zu verkaufen

Besucher können beim XTANT zahlreiche Stoffe in stimmungsvollem Ambiente bestaunen

Besucher können beim XTANT zahlreiche Stoffe in stimmungsvollem Ambiente bestaunen / Veranstalter

Sophie Mono

Sophie Mono

Feste Stoffe, leichte Stoffe, einfarbige, bestickte und bedruckte Stoffe – wer sich für Textilprodukte und ihre traditionelle Herstellung interessiert, kommt dieser Tage in Palma auf seine Kosten. Doch das Kunsthandwerksfestival XTANT, das am Freitag (8.5.) im Palau Can Vivot in seine siebte Ausgabe startet, ist mehr als nur ein thematischer Markt. Der Stadtpalast beherbergt hochwertige handgemachte Textilien aus aller Welt und ihre Hersteller. Und setzt damit eine Zeichen gegen Konsum und Fast Fashion.

Gemeinschaftsgefühl statt separate Stände

„Ich würde das Ganze als Textilsalon beschreiben“, sagt Valentina Hoyos im Gespräch mit der MZ. Sie ist eine der 90 Aussteller aus 35 Ländern, die bei XTANT mitwirken – und zum ersten Mal dabei. „Can Vivot ist einfach wunderbar, ich habe den Palast gestern angeschaut. Morgen wird dann alles aufgebaut“, berichtet sie am Mittwoch (6.5.).

Fast Fashion war gestern

Fast Fashion war gestern

Dafür haben die Veranstalter rund um die gemeinnützige mallorquinische Vereinigung Trama Textiles extra Innenarchitekten angeheuert. Denn auf dem Event stellt nicht jeder Produzent und Künstler separat an seinem eigenen Stand aus – vielmehr werden alle Produkte gemeinschaftlich so angeordnet, dass sie am besten in Szene gesetzt sind und die Besucher ein Gesamtkunstwerk erwartet. „Dieser Gemeinschaftsaspekt ist es, der mich am meisten reizt. Er deckt sich mit meiner Philosophie des Teilens“, sagt Valentina Hoyos.

Von indigenen Völkern inspiriert

Seit 44 Jahren widmet sich die mittlerweile 67-jährige Kolumbianerin Stoffen und ihrer Verarbeitung. Inspirieren lässt sie sich dabei von indigenen Völkern ihres Heimatlandes und anderswo auf der Welt. Alles dreht sich bei ihr um Naturfasern und -farben – und um die eigenhändige Herstellung besonderer Textilien. „Genau das scheint mir auch die Essenz von XTANT zu sein. Deshalb bin ich hier. Der Salon bestärkt die Slow-Fashion-Bewegung, die in den vergangenen Jahren aufgekommen ist.“ Wenn dieses Event „nur 30 oder 40 Menschen“ dazu bringe, umzudenken in ihrem Konsumverhalten, sei es den Aufwand bereits wert.

Prominenter Zulauf

Viel Zulauf dürfte es allemal geben: Im vergangenen Jahr besuchten rund 3.000 Menschen XTANT, darunter namhafte Designer, Kuratoren und Sammler. Viele der Ausstellungsstücke stehen zum Verkauf. Erstmals, so geht aus der Ankündigung hervor, soll es neue spezialisierte Bereiche geben, darunter Räume, die Herrenmode und Schmuck gewidmet sind sowie eine Ausstellung mit mallorquinischer Wolle im Castell de Bellver.

Bei XTANT kann man den Textilhandwerkern über die Schulter schauen

Bei XTANT kann man den Textilhandwerkern über die Schulter schauen / Veranstalter

Ergänzt wird das Programm durch eine Reihe von Vorträgen, Präsentationen und Podiumsdiskussionen, auf denen internationale Experten etwa über Transparenz in der Modeindustrie, regenerative Fasern und Systeme der Kreislaufwirtschaft diskutieren. Auch prominenter Besuch kündigt sich an: Ex-Model und Farm-Betreiberin Elettra Rossellini ist die Tochter der Schauspielerin Isabella Rossellini und Enkelin der Filmlegenden Ingrid Bergman und Roberto Rossellini.

Wertschätzung für Slow Fashion

„XTANT ist nicht nur ein Festival. Es ist eine Bewegung, die den Wert des Handgemachten, Schönheit als Form des Widerstands und die Kraft des Handwerks einfordert, um eine nachhaltigere Zukunft zu imaginieren“, heißt es etwas geschwollen im Ankündigungstext. Oder, wie Valentina Hoyos es ausdrücken würde: „Ein Ort, an dem gewertschätzt wird, was ich tue.“

XTANT, 8. bis 12. Mai, 11 bis 19 Uhr, Palau Can Vivot, Carrer Savella, 4, Palma.

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