Renommierte Auszeichnung gewonnen: Wie sich dieser Hochzeitsfotograf von der Menge der Kollegen abhebt
Der Mallorquiner Miguel Ángel Garrote hat für seine Fotos kürzlich den Wedisson Award verliehen bekommen. Was er anders macht als viele andere

Dieses Bild ist im Gästebereich des Castillo Hotel Son Vida entstanden. / M. A. Garrote
Wie so viele seiner Hochzeitsfotos ist auch das Siegerfoto des prestigeträchtigen internationalen Wedisson Award 2024 für Hochzeitsaufnahmen eher zufällig entstanden. „Während des Begrüßungscocktails habe ich mit dem Brautpaar eine Runde gedreht. Plötzlich sah ich die halb offene Türe und Licht im Hintergrund.
Also bat ich einen Gast, den Blitz zu halten, um das hinter der Tür versteckte Paar auszuleuchten“, erinnert sich Miguel Ángel Garrote. In den Augen der Jurymitglieder, Hochzeitsfotografen aus aller Welt, zählt der in Alaró lebende Mallorquiner auch dank seines auf dem Landgut Ses Cases de sa Font Seca bei Palmanyola entstandenen Porträts nun zu den Besten seines Faches.

Das Foto, für das der Mallorquiner den Wedisson Award 2024 abgeräumt hat. / M. A. Garrote
Und der Wedisson Award 2024 ist nicht der einzige Preis, den der Mallorquiner für seine Bilder vom „großen Tag“ bisher abgeräumt hat. Auch der nationale Premio de Fotografía de Boda 2021 ziert seine Vitrine. Bei diesem Bild fing er den „entscheidenden Moment“ ein, mit dem der berühmte französische Fotograf Henri Cartier-Bresson in Verbindung gebracht wird. Der Wind hatte das Kleid der Braut stark aufgewirbelt. Perfektes Timing.
Bloß keinen besonderen Moment verpassen
Das Wichtigste für ihn sei, „sich selbst treu zu bleiben, ohne darüber nachzudenken, was anderen gefallen könnte. Ich möchte das darstellen, wonach mir ist, wie ein Maler bei seinen Bildern. Die Paare, die mich engagieren, lassen mir bei der Umsetzung freie Hand. Sie kennen und mögen meinen Stil. Hochzeitsfotografen gibt es wie Sand am Meer. Daher ist es gut, wenn ich mich von den traditionellen Motiven entferne. Dadurch bleibe ich zudem auf der Hut, motiviert, kreativ und langweile mich nicht.“
Garrote hält vor allem spontane Szenen fest und versucht, Emotionen einzufangen. „Letzteres ist schwieriger als alles, was man vorbereiten kann, da man dem Brautpaar die ganze Zeit folgen muss. Man darf nicht abgelenkt sein, denn so verpasst man womöglich einen wichtigen Moment. Ich bin höchst aufmerksam, damit ich keine Geste, keine Umarmung und kein emotionales Augenzwinkern verpasse“, so der 43-Jährige.

Das Gewinnerfoto des nationalen Preises von 2021. / M. A. Garrote
Zeremonie gerettet
Auch bei vorgeplanten Porträts setze er auf Kreativität, um keine konventionellen Hochzeitsbilder zu schießen. Die Erfahrung habe ihn gelehrt, dass auch bei Porträts Spontaneität wichtig ist, „da man nie weiß, was passieren kann“. Einmal etwa sei es auf einer Hochzeit infolge eines Gewitters zu einem Stromausfall gekommen. Zahlreiche Besucher benutzten ihre Handys zur Beleuchtung. Garrote wiederum rettete die Zeremonie, in dem er mit einigen seiner Blitze Licht spendete.
Auch mit dem Wechsel zwischen Farbe und Schwarz-Weiß spielt der Profi des Focus Foto Estudio. Mit Farbfotos hebe er Lebendigkeit und Kontraste hervor. Wenn er die Bilder als Schwarz-Weiß-Foto nachbearbeitet, dann um „eine Emotion oder etwas ganz Bestimmtes hervorzuheben, wovon Farben ablenken würden“.
Bei der Auswahl der Orte, an denen er die Paar letztlich fotografiert, passe er sich an die Gegebenheiten der Hochzeitslocations an. Dennoch, betont er, „sollte man sich nie mit dem erstbesten Ort, den man sieht, zufriedengeben“. Einmal habe er sich etwa in den Gästebereich des Luxushotels Castillo Son Vida geschlichen und auf der dortigen Treppe ein Porträt des Brautpaares gemacht.
Bilder vom Profi: IG: miguelangelgarrote_weddings, miguel_angel_garrote, focusfotoestudio.com
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