Der Bierkönig soll zum Konzertsaal mit VIP-Bereich umgebaut werden
Der Bierkönig kann mit dem Megapark nicht mehr mithalten. Ändern sollen dies nun massive Investitionen – und in der Zwischenzeit muss Mia Julia angesichts der Wechselgerüchte ein bisschen häufiger singen

Nicht klanglos untergehen
Der Bierkönig hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt und plant für die kommende Sommersaison eine größere Investition im sogenannten „neuen Bereich“. Aus dem Riesenraum mit dem Flair einer Trinkhalle soll ein echter Konzertsaal werden, in das sogar das Lokal Pancho am Kopfe der Schinkenstraße einbezogen werden soll. Auch von einem VIP-Bereich ist gut informierten Quellen zufolge die Rede.
Entsprechende Überlegungen würden derzeit diskutiert, bestätigen die Schinkenstraßen-Gastronomen, ohne sich auf Details einzulassen. Man prüfe derzeit alle Möglichkeiten, heißt es aus der Pressestelle des Bierkönigs auf MZ-Anfrage.
Anschluss an Megapark nicht verlieren
Die Überlegungen dürfen als Versuch verstanden werden, nicht ganz den Anschluss an den Megapark zu verlieren. Denn wenige Wochen vor dem Start der „Kölschen Woche“, die als Highlight im September ausgerufen ist, muss sich der Partytempel an der Schinkenstraße weiter mit Gerüchten herumschlagen, dass sein wichtigstes Zugpferd Mia Julia nach zwölf Jahren im Bierkönig in der kommenden Saison bei der Konkurrenz im Megapark singen könnte (MZ berichtete). Der „Königin von Mallorca“ winkt in der Partyhalle der Cursach-Gruppe ein Engagement in Millionenhöhe.
Es wäre ein Bruch mit den seit vielen Jahren bestehenden Regeln am Ballermann: Denn bisher galt zwischen beiden Clubs der Deal, dass man sich nicht gegenseitig die Künstler wegschnappt. Doch ist der Megapark dem Bierkönig seit dem Ende der Coronamaßnahmen in Sachen Image, Umsatz und Gagen enteilt. Das sei kein Wettbewerb mehr auf Augenhöhe, konstatieren Kenner der Ballermann-Szene. Und deshalb brauche man keinen Nicht-Angriffspakt mehr, der regelt, wer wo auftreten darf.
Das Verhalten von Mia Julia wird derweil als Vorbereitung auf einen Wechsel betrachtet: Die Sängerin äußerte in dieser Saison bereits mehrfach ihren Unmut über die Auftrittssituation im Bierkönig, die alles in allem für sie unbefriedigend sei. Das liege hauptsächlich am miserablen Klangerlebnis.
Zu zwei Auftritten gezwungen
Der Bierkönig hat mittlerweile auf die Situation reagiert und fordert die 37-Jährige mehr, als ihr lieb ist. Aus gut informierten Bierkönig-Kreisen heißt es, dass Mia Julia ab sofort wieder zweimal in der Woche aufzutreten habe statt nur einmal. Zur Erinnerung: Mia Julia hatte zu Beginn der Saison angekündigt, ihre Auftritte um die Hälfte zu beschränken. Von bislang zwei auf einen pro Woche. Dabei gibt es noch bis Ende des Jahres eine Vereinbarung zwischen Sängerin und Kultkneipe, die zwei Auftritte pro Woche vorsieht. Doch der Bierkönig genehmigte am Jahresanfang aus Kulanzgründen die reduzierten Gigs. Mit diesem freundlichen Entgegenkommen soll es nun vorbei sein.
Aus dem Mia-Julia-Lager hieß es auf Nachfrage, man habe schon öfter diese Saison zweimal gespielt. Man frage sich, woher die Gerüchte kämen. Ein Dementi klingt anders. Ähnlich verhält es sich bei der Anfrage im Bierkönig. Dort heißt es: „Wir haben dieses Jahr einige Wochen, in denen Mia zweimal auftritt.“
Aus dem Dunstkreis der Sängerin heißt es, dass Mia Julia maximal genervt sei von Gerüchten und Forderungen und sie sogar mit einem Ballermann-Ende liebäugele. Offiziell wird das nicht kommentiert.
Das ist bei der "Kölschen Woche" geplant
Nun aber steht zunächst die „Kölsche Woche“ an. Dabei handelt es sich um eine in den 70er-Jahren entstandene Institution, deren Popularität über die Jahre immer weiterwuchs, sodass daraus mittlerweile ein ganzer rheinischer Monat wurde. Seit vergangenem Jahr feiert der Bierkönig offiziell mit seiner hauseigenen „Kölschen Woche“ mit , die 2024 vom 9. bis 13. September steigt.
Das Line-Up ist für Nicht-Kölner allerdings etwas ernüchternd. Zwar werden wie im vergangenen Jahr De Höhner wieder als Headliner fungieren, Namen wie Lupo, Pläsier oder Cöllner dürften hingegen nur eingefleischten Karnevalisten etwas sagen. Allerdings werden sich die Kölner Musiker nicht wie Mia Julia über mangelhaften Sound beschweren können: Sie bringen ihre komplette Ton- und Lichttechnik aus Deutschland mit.
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