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Deutsche sichern sich Bruchstücke der Ballermann-Mauer – doch diese soll gar nicht verschwinden

Diesen Winter wird wieder an der Playa de Palma gearbeitet. Das beliebte Mäuerchen soll im Anschluss wieder aufgebaut werden

"Mauerfall" an der Playa de Palma: Bierkönig-DJ sichert sich Mauerstück als Ballermann-Souvenir

Redaktion MZ

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Ist das noch Ballermann oder schon Berlin? Die Bauarbeiten an der Kanalisation und Straßenbeleuchtung an der Playa de Palma wurden nach der Sommerpause fortgesetzt. Im Zuge dessen haben die Arbeiter nun auch wieder Teile der bei Urlaubern beliebten Mauer direkt am Strand abgerissen. Einige Deutsche nutzen die Chance, um sich nach dem Vorbild des typischen Berliner Souvenirs ein Bruchstück der Mauer zu sichern. Dabei wird die Sitzgelegenheit alsbald wieder neu gebaut.

Mit Hammer und Meißel rückten MZ-Autor Ingo Wohlfeil gemeinsam mit Ballermann-Sänger Lorenz Büffel und Bierkönig-DJ Chris Caramello an, um sich einen Betonklotz zu sichern. Die Bauarbeiter hätten nur mit dem Kopf geschüttelt und ein paar Steine rausgerückt, ohne dass die Deutschen Hand anlegen mussten, erzählt er.

Wie der Präsident des Hotelierverbands Playa de Palma, Pedro Marin, der MZ versicherte, handelte es sich bei den Arbeiten um das alte Projekt rund um die Kanalisation. Anders als geplant legten die Bauarbeiter nicht an zwei Stellen - von Arenal und von Can Pastilla aus - den Fußweg frei, sondern nur auf Höhe des Balneario 11 und 12. "Die Arbeiten gehen schneller voran als gedacht. Deswegen reicht es, wenn nur an einer Stelle gearbeitet wird", sagt Marin. 300 Meter Fußweg seien gerade freigelegt. An den Stellen, an denen die Arbeiter mehr Platz brauchen, wird das Mäuerchen am Strand abgerissen. "Die Mauer wird aber im Anschluss, sobald die Bauarbeiter dazu kommen, wieder aufgebaut."

"Mauerfall"am Ballermann? So sieht es gerade bei den Bauarbeiten an der Playa de Palma aus

Redaktion MZ

Wo kommt die neue Mauer hin und wie wird sie aussehen?

Die Frage ist noch, ob an selber Stelle. Der Hoteliersverband will sich in der kommenden Woche mit dem Bürgermeister zusammensetzen und einen Alternativvorschlag unterbreiten. "Mir wäre es lieber, wenn wir den Strand verbreitern und die kleinen parkähnlichen Anlagen auf dem Fußweg abreißen. Um die wird sich sowieso nur schlecht gekümmert", sagt Marin. Der Fußweg auf der Strandseite würde dann etwas schmaler ausfallen. Auch bei der Mauer sieht er Verbesserungspotenzial. "Diese Betonblöcke sind schrecklich. Mir schwebt eine mallorquinische Variante aus Trockenstein vor, in die man auch LED-Lichter einbauen könnte. Ähnlich wurde es bereits an der Autobahnausfahrt 11 gemacht."

Nicht zu verwechseln sind die derzeitigen Arbeiten mit dem geplanten Projekt zur Renaturierung der Playa de Palma. Ein Architekturbüro in Barcelona sitzt gerade an einem Plan. Bis Februar soll der ausgearbeitet werden. Im Anschluss müsste die Stadt darüber abstimmen. Die Idee der leitenden Architektin Miriam García sieht vor, die Mauer wirklich so weit es geht abzureißen und gegen eine Dünenlandschaft einzutauschen. Dabei müsse man natürlich schauen, dass man die nun erst neu gemachten Stellen nicht direkt wieder umbauen muss. Pedro Marin hält wenig von dem Projekt und bezeichnet es als "Ungeheuerlichkeit". "Wir werden mir aller Macht dagegen ankämpfen", so der Hotelierspräsident.

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