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Notarzteinsatz und gespanntes Warten: So war das Frühlingsfest mit Peter Maffay und Radtourismus-Pionier Max Hürzeler

Noch bevor der Promigast am Freitag (2.5.) auf der Finca Can Sureda in Pollença aufschlug, kam es zu einem medizinischen Zwischenfall bei "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Thommy Schmelz

Der große Moment beim Frühlingsfest auf der Maffay-Finca: Peter Maffay und Radtourismus-Pionier Max Hürzeler fahren ein

Simone Werner

Simone Werner

Simone Werner

Wer Peter Maffay noch nie auf seiner Finca in Pollença angetroffen hat, hatte am Freitag (2.5.) bei einem Frühlingsfest Gelegenheit dazu: Hunderte Besucher kamen nach Can Sureda, um den Sänger, begleitet von Radtourismus-Pionier Max Hürzeler, live zu erleben. Gesungen hat er zwar nicht, der Star des Großevents war er trotzdem. Und noch vor seinem großen Auftritt, einer Einfahrt auf dem Rad, kam es zu einem Notarzteinsatz.

Es war das erste öffentliche Fest auf Can Sureda seit mehreren Jahren, und dieses Mal war einiges anders. Schon um 11.30 Uhr, eine halbe Stunde nach dem offiziellen Einlass, war das Gelände gut besucht. Immer mehr Autos reihten sich auf der Parkwiese aneinander. Dieses Mal hatten im Gegensatz zu früher nur jene Besucher Zutritt, die sich im Vorfeld eine Eintrittskarte gesichert hatten. 1.000 Gäste waren zugelassen. Karten vor Ort gab es keine.

Ob die MZ denn wüsste, ob Peter Maffay heute sicher hier aufschlägt, fragte etwa Norbert Janietz aus Oberbayern. Noch nie habe er den Sänger live gesehen. Der Mallorca-Liebhaber war extra mit seiner Freundin Susanne Zajak gekommen, die ein Haus in Portixol hat. Er selbst lebe nicht auf der Insel. "Als Maffay in den 70er-Jahren noch in Waldkraiburg wohnte, haben die Eltern meiner Freundin ihn in ihrem Geschäft öfter bedient", erzählte er aufgeregt.

Notarzteinsatz bei TV-Auswanderer

Während das Publikum gespannt auf Peter Maffay wartete, kam es noch zu einem Notarzteinsatz. "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Thommy Schmelz, der mit seiner Frau Kathrin Mermi-Schmelz unter den Gästen war, erlitt plötzlich einen Krampfanfall. Seine Frau schrie nach den Rettungssanitätern vor Ort. Der Auswanderer wurde wenig später mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Inca gebracht.

"Er saß ganz normal am Tisch. Auf einmal hat er einen Krampfanfall bekommen und keine Luft mehr gekriegt", schilderte Katrin Mermi-Schmelz gegenüber der MZ die dramatischen Minuten. Noch sei nicht bekannt, was genau passiert ist. 

Der große Moment

Während aus den Lautsprechern Musik schallte, für die das Inselradio zuständig war, folgte eine gute halbe Stunde später dann endlich der große Moment. Von zwei Bodyguards begleitet, fuhren der von Hunderten von Besuchern erwartete Rockstar und Radtourismus-Pionier Max Hürzeler auf Fahrrädern auf das Gelände. Viele Besucher zückten ihre Handys."Der ist ja klein", sagte eine Besucherin. "Wo ist er?", fragte eine andere. Mit seinen nicht einmal 1,70 Metern Körpergröße ging der Rockstar in der Menge schnell unter, als er sich zur Bühne vorkämpfte. Zuerst richtete sich dann Max Hürzeler mit ein paar Worten an die Besucher. Seit knapp 40 Jahren sei er auf Mallorca im Radtourismus aktiv, habe damit begonnen, als er noch "jung und knackig" war. Immer wieder hätten sich seither Kunden von ihm gefreut, wenn sie Maffay bei einer Radtour auf dessen Finca angetroffen hätten. "Peter ist ein Riesenstar", so Hürzelers Worte. "1,68 Meter", warf Maffay ein. Es soll nicht der letzte Witz aus seinem Mund über seine Körpergröße gewesen sein.

Peter Maffay ging auf seinem Weg zur Bühne in der Menge leicht unter.

Peter Maffay ging auf seinem Weg zur Bühne in der Menge leicht unter. / Simone Werner

Er habe Maffay vorgeschlagen, mit seiner Harley einzufahren, so Hürzeler, doch der Rockstar habe sich stattdessen für ein Trekking-Rad entschieden. "Er ist eben bodenständig, hat ein einfaches Rad”, sagte der Radreise-Veranstalter..

Dann bedankten sich beide bei Finca-Pächter Kai Pechtold, der wegen des hohen Publikumsverkehrs im Hofladen kaum eine freie Minute hatte und die Gäste daher von dort aus grüßte. Maffay und Hürzeler stellten zudem das Konzept von Mad Donkey vor. Resümee: Die Esel stehen hier im Vordergrund.

Hatte am Freitag (2.5.) jede Menge zu tun: Kai Pechtold von Mad Donkey.

Hatte am Freitag (2.5.) jede Menge zu tun: Kai Pechtold von Mad Donkey. / Simone Werner

In den Genuss, Maffay singen zu hören, kamen die Gäste des Frühlingsfestes nicht. Er werde nicht singen, die Bühne stattdessen frei machen für eine jüngere Künstlerin, kündigte er an. Gemeint war Roberta Fauteck. Die Tochter von Inselradio-Eigentümer Jürn-Hinnerk Fauteck hatte 2022 im Finale von "La Voz Kids" Spanien und 2023 in dem von "The Voice Kids" Deutschland gestanden. “Wir haben uns vorhin schon ein bisschen unterhalten. Sie ist sehr hörenswert", lobte Maffay, dessen Tabaluga-Stiftung in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert.

War's das schon?

Während die Jugendliche mehrere Lieder auf der Bühne performte, schlug gegen 15 Uhr auch Schauspieler Martin Semmelrogge auf Can Sureda auf. Unterdessen war Maffay kurzzeitig verschwunden. "Ist er schon wieder weg?", fragten vier Frauen, die sich hinter der Bühne versammelt hatten. "Er lebt doch hier nebenan. Der ist bestimmt noch da", sagte eine andere.

Ein Großteil an Radfahrern, die über Hürzeler von Maffays Auftritt erfahren hatten, machten unterdessen die Biege. Der Schweizer Felix Ameseder etwa, der schon seit 20 Jahren auf die Insel kommt, war zum allerersten Mal auf Can Sureda, wegen Maffay. "Wir sind nicht enttäuscht, dass er nicht gesungen hat. Vielleicht komme ich am 3. Oktober mit meiner Frau wieder", sagt der Radfahrer. Dann soll das nächste große Event auf der Finca stattfinden.

Rechts: Felix Ameseder aus der Schweiz war zum ersten Mal auf der Finca.

Rechts: Felix Ameseder aus der Schweiz war zum ersten Mal auf der Finca. / Simone Werner

Einige der Besucher trugen T-Shirts von Peter Maffay. Dann tauchte der Rockstar auf einmal doch wieder auf. Dieses Mal auf dem Parkplatz, wo auch einige Esel grasten. Dort gab er mehreren Medien ein Interview. "Die Esel sind hier auf der Finca immer schon zu Hause gewesen. Als ich vor einigen Jahrzehnten gekommen bin, wurde hier mit den Eseln noch gearbeitet", erzählte er.

Maffay im Interview mit einigen Medien.

Maffay im Interview mit einigen Medien. / Simone Werner

Neugierige Fans schauten aus der Ferne zu, hofften, danach ein Foto mit Maffay zu ergattern. Maffay sei aktuell nur noch etwa zweimal im Jahr auf der Insel, sagte er. Dabei befinde sich die Finca doch "in einem der schönsten Täler Mallorcas". Auch die Kinder, die dank der Tabaluga-Stiftung nach Can Sureda und die benachbarte Finca Can Llompart kommen, würden davon profitieren.

Dann gab es für viele Besucher noch einen Fanmoment: Endlich näherte sich Maffay für Fotos und den ein oder anderen Handshake den Gästen auf der Finca.

Ein paar Fans passten den richtigen Moment ab, um sich mit Maffay fotografieren zu lassen.

Ein paar Fans passten den richtigen Moment ab, um sich mit Maffay fotografieren zu lassen. / Simone Werner

Schaumherzen statt Luftballons

Unterdessen stiegen an dem Hofladen weiter Schaumherzen in die Luft. Dahinter steckte die Firma Schaumwolke, die ihren Sitz in Hamburg hat. Gründer ist Arne Glage. "Die Herzen bilden sich durch ein spezielles Gas, das wir Wolkengas nennen, und Düsen, die mit Wasser und einer Flüssigkeit gefüllt sind", erklärte er. Der Vorteil: Im Vergleich zu etwa mit Gas befüllten Luftballons seien die Schaumherzen gänzlich biologisch abbaubar.

Auch die MZ durfte beim Frühlingsfest auf der Maffay-Finca Schaumherzen der Firma Schaumwolke in den Himmel steigen lassen.

Auch die MZ durfte beim Frühlingsfest auf der Maffay-Finca Schaumherzen der Firma Schaumwolke in den Himmel steigen lassen. / Arne Glage

"Sie fliegen bis zu 1.500 Meter hoch und 10 Kilometer weit", erzählte Garbe, der mit den speziellen Maschinen auch auf Hochzeiten oder Firmenevents zu Gast sei. "Heute ist unser erstes Mal auf Mallorca", freute er sich.

Bis 18 Uhr gab es bei dem Gemeinschaftsevent des Sängers, des Radsportveranstalters und Mad Donkey noch allerhand anderes zu erleben:

  • Die Mallorca Zeitung war neben dem mit Bühne und DJ vertretenen Inselradio Medienpartner
  • Für Live-Musik sorgte die "Tannys Band". Sie spielten vor allem Musik aus den 80er Jahren
  • Die in Can Picafort ansässige Firma Buggy4fun bot anlässlich des Events eine Sondertour zum Fest an. Daneben konnten Zuschauer Buggys bestaunen und sich über die Ausfahrten informieren
  • Bier vom Fass, Wein im Ausschank und Fleisch vom Grill gab es vom Restaurant La Trencadora
  • Für Live-Cooking sorgte das Restaurant "Affamata" aus Palma, das verschiedene Pasta-Gerichte anbot (auch vegane)
  • Auch im Hofladen von Mad Donkey konnte man sich mit Getränken, Essen, Kaffee, Kuchen und Eis eindecken
  • Die Einnahme der Fotoaktion von fotobox-mallorca.com gehen direkt an die balearische Kinderkrebshilfe ASPANOB.

Peter Maffay hatte viele Jahre oft auf Mallorca verbracht. Can Sureda ist einer von zwei benachbarten Maffay-Höfen. Auf dem Grundstück leben neben vier Eseln (daher auch der Name 'Mad Donkey', was 'verrückter Esel' heißt), auch Gänse und Ziegen. Die aktuellen Betreiber sind Kai und Sandra Pechtold. Die Auswanderer hatten Can Sureda nach zwei Jahren Leerstand im Juni 2024 unter neuem Namen wiedereröffnet. Auf der benachbarten Finca Can Llompart finden die Ferienaufenthalte der Peter-Maffay-Stiftung bzw. der Fundació Tabaluga statt.

Peter Maffay mit Kai Pechtold von Mad Donkey.

Peter Maffay mit Kai Pechtold von Mad Donkey. / Bendgens

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