Erinnerungen, Emotionen, Party: So feierte die Mallorca Zeitung ihr Jubiläum
Gut 200 Gäste waren gekommen, um am Donnerstag (15.5.) das 25-jährige Bestehen der Mallorca Zeitung zu feiern. Ein Abend zum Erinnern, Nachdenken und Spaß haben

Javier Fernández
Erinnern, begegnen, feiern - im festlichen Rahmen hat das Team der Mallorca Zeitung am Donnerstag (15.5.) das 25-jährige Bestehen der MZ begangen. Gemeinsam mit Lesern, Partnern und Vertretern der deutschsprachigen und mallorquinischen Gesellschaft ließ die Redaktion das zurückliegende Vierteljahrhundert ein wenig Revue passieren. Es war ein Abend voller Emotionen, Erinnerungen und Denkanstöße.
Es begann frisch, lebendig und mitreißend: Klarinettistin Sabine Grofmeier und Pianist Pau Vallbona Roig stimmten die Gäste mit Schostakowitschs "Walzer Nr.2" und Gershwins "Rhapsody in Blue/A Foggy Day" auf den Festakt ein.
"Eine kleine Zeitreise"
"Wir begeben uns auf eine kleine Zeitreise", erklärte anschließend Moderatorin Alexandra Wilms, die in gewohnt souveräner und charmanter Manier durchs Programm führte, den gut 200 Gästen. Auf der Leinwand zu sehen war die Titelseite der ersten MZ, erschienen am 12. Mai 2000. "Bereits damals ging es um die hohen Mieten auf der Insel. Sie lagen bei 500 Euro. Da verdrückt man aus heutiger Sicht ein Tränchen", kommentiert Wilms.
Wie es zu dieser Zeitungsgründung und Seite 1 kam, erzählten im Anschluss Wolfgang Schönborn, der erste Chefredakteur der MZ, und der damalige Geschäftsführer José Manuel Atiénzar. "Der Verlag hatte 1998 begonnen, die Mallorca-Ausgabe der 'Bild' in unserer Druckerei zu drucken. Wir merkten, dass sich das Springer-Produkt gut verkaufte und dass es offensichtlich einen lohnenden deutschsprachigen Lesermarkt gab", erinnerte sich Atiénzar. Gut ein Jahr brauchte er, um seine Verlagskollegen zu überzeugen, selbst ein deutsches Zeitungsprodukt auf den Markt zu bringen und alles in die Wege zu leiten. "Wolfgang Schönborn war dabei ein fundamentaler Baustein", so Atiénzar.

Marisa Goñi (Chefredakteurin "Diario de Mallorca", Ciro Krauthausen (Chefredakteur "Mallorca Zeitung"), Jaime Martínez (Bürgermeister von Palma), Sebastià Sagreras (PP-Sprecher Balearen-Parlament) und Sebastián Oliver (Geschäftsführer "Diario de Mallorca" und "Mallorca Zeitung"). / Nele Bendgens/Javier Fernández Ortega
"Anders sein als die Konkurrenz"
"Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir anders sind als die Konkurrenz", so der ehemalige Chefredakteur. Durch ein kreatives, durchdachtes und mehrfarbiges Layout, durch mehr Tiefgang bei der Bearbeitung der Themen und durch leserfreundliche, ansprechende Sprache. "Wie ich sehe, wird die MZ diesen Ansprüchen bis heute gerecht", sagte Schönborn.
Nächster Programmpunkt: Ein kleiner Blick in das Fotoalbum der Redaktion zu den Klängen von "Dat kütt mer spanisch vör", der kölschen Band Höhner. In einer witzigen und ein wenig nostalgischen Zusammenstellung waren Highlights des Redaktionsalltags zu sehen: Spaß unter Kollegen, ernsthafte Polit-Interviews, Begegnungen mit Promis und journalistische Selbstexperimente - ein Potpourri, so vielfältig wie die Erlebnisse der Redakteure.
"Anders als man gemeinhin denken könnte, ist die Mallorca Zeitung keine deutsche Zeitung. Die Mallorca Zeitung ist eine spanische Zeitung und Online-Plattform in deutscher Sprache", betonte dann der aktuelle Chefredakteur Ciro Krauthausen, der seit 2007 die Redaktion führt - und die Gelegenheit nutzte, um Danke zu sagen: den Lesern für ihre Treue, den Kollegen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" für ihre Unterstützung, den Anzeigenkunden, die teils seit 25 Jahren die journalistische Freiheit der MZ unterstützen: "Das ist ein Privileg. Vielen, vielen Dank für das Vertrauen, die gute Zusammenarbeit und die gelegentliche Geduld mit uns", so Krauthausen.
"Mallorca ist nicht das 17. deutsche Bundesland"
"Unsere Kernaufgabe besteht darin, unseren Lesern Mallorca, so wie es ist, über sprachliche Barrieren hinweg zu vermitteln. Wir berichten, erklären, erzählen", sagte der MZ-Chef. Und appellierte: "Die Insel steht vor großen Herausforderungen. Um sie zu bewältigen, sind auch die Deutschen, Schweizer und Österreicher gefordert, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen."
Gleichzeitig bleibe eine unumstößliche Tatsache : "Mallorca ist nicht das 17. deutsche Bundesland, und wird es auch nie werden. Dass so viele Deutsche, Schweizer und Österreicher hier, auf diesem wunderschönen Felsen im Mittelmeer willkommen sind, dass wir alle hier sein dürfen, ist, wenn man einen Schritt zurücktritt und darüber nachdenkt, das größte Privileg von allen. Ich glaube, das im Namen aller sagen zu können: Moltes gràcies, Mallorca!"
Nach einem Dank auch an all jene Mitarbeiter, die im Laufe der Jahre am Erfolg der Zeitung mitgewirkt haben, bat Krauthausen das aktuelle Redaktionsteam auf die Bühne, um sich feiern zu lassen: "Ihr seid die Mallorca Zeitung, danke für eure tolle Arbeit, Chapeau!"

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"Wichtigste Ansprechpartnerin der Leserinnen und Leser"
Unter Applaus übergab der MZ-Chef zudem einen Ehrenpreis an eine langjährige, treue Mitarbeiterin: "Barbara Pohle hat diese Zeitung mitgegründet, war über all die Jahre mit ihrer Rubrik 'Leserfragen' die wichtigste Ansprechpartnerin der Leserinnen und Leser und hat wohl sämtliche Gärten dieser Insel besucht", sagte Krauthausen, bevor er ihr einen großen, von MZ-Cartoonist Pau gestalteten "MZ-Reporter" überreichte.
Verleger Javier Moll konnte wegen der Verleihung eines hohen katalanischen Ordens nicht vor Ort sein, übersandte jedoch eine Videobotschaft. "Dank der Mallorca Zeitung haben viele gelernt, die Realität auf der Insel besser zu verstehen", lobte auch Palmas Bürgermeister Jaime Martínez in einem Grußwort. Die Professionalität und Objektivität der Mallorca Zeitung seien beste Voraussetzungen für viele weitere erfolgreiche Jahre.
Nach einer weiteren musikalischen Einlage ("Immer kleiner", von Adolf Schreiner), während der Sabine Grofmeier zum Titel passend ihre Klarinette in Einzelteile zerlegte, bedankte sich Alexandra Wilms im Namen der Zeitung noch einmal ganz herzlich bei den Sponsoren: das Sicherheitsunternehmen Trablisa, das Transportunternehmen Benzinger, das Autohaus Sportwagen Genssler, die Kanzlei Löber Steinmetz García, das Immobilienunternehmen Minkner & Bonitz und die Hotelkette Riu. Danach ging es in den Garten des Verlagsgrundstücks, um gemeinsam bis spät in den Abend zu feiern.
Sie und viele andere waren unsere Gäste
Zugegen waren unter vielen anderen der deutsche Konsul Wolfgang Engstler, die Schweizer Honorarkonsulin Mirtha Erhart-Zimmerli und ihr Mann Yannik Erhart (Universal Beach Hotels), der österreichische Honorarkonsul Carlos Anglada, Inselradio-Chef Daniel Vulic, Ballermann-Sängerin Isi Glück und ihr Mann Carlos Lucio (Sommerland), das evangelische Pfarrerehepaar Holmfried Braun und Martje Mechels, der Pastor der katholischen deutschsprachigen Gemeinde Andreas Falow, die Leiterin der deutschen Schule Eurocampus Gabriele Fritsch, die Immobilienunternehmer Lutz und Edith Minkner sowie Marvin Bonitz, der Rossmann-Spanien-Chef Stefan Frings, das Unternehmer-Ehepaar Yvonne und Willi Plattes (Plattes Group), Tui-Sprecher Aage Dünhaupt, die Leiterin der Seniorenresidenz Es Castellot, Regina Moll und und und...
Alte Anekdoten auffrischen, aktuelle Themen diskutieren, über Zukunftsmusik philosophieren - zu den Klängen von DJ Marcos Ferragut, dem Fingerfood von "Exclusive-Catering" und leckeren Weinen gab es viel Raum für gute Gespräche und neue Bekanntschaften zwischen Mallorquinern und Deutschen. Und natürlich immer wieder Glückwünsche zum MZ-Jubiläum. Ein Abend, der sich einreihen wird in die lange Reihe der MZ-Erinnerungen. Allgemeiner Tenor: Auf die nächsten 25 Jahre!
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