Neue Pächter, neue Looks: Diese acht Lokale in Palmas bester Lage am Meer erstrahlen bald in neuem Glanz
Das gastronomische Angebot in und um Palmas Hafen ist groß – und wird in den kommenden Monaten auf den Kopf gestellt. In insgesamt acht etablierten Lokalen laufen die Pachtverträge dieses oder nächstes Jahr aus. Die Hafenbehörde will die neuen Betreiber dazu verpflichten, umfassende Renovierungen vorzunehmen – passend zur umgestalteten Promenade

Für das Varadero hat sich noch kein neuer Pächter gefunden. / Miguel Vicens
Sie liegen direkt in erster Meereslinie von Palmas Paseo Marítimo, an Stadtstränden oder im Hafen: Acht Bars und Restaurants in bester Lage werden in diesem oder dem nächsten Jahr vollständig renoviert ihre Türen öffnen. Der Grund: Die Konzessionen für die Gastronomielokale, die von der balearischen Hafenbehörde vergeben werden, laufen aus. Die neuen Betreiber werden nun dazu verpflichtet, umfassende Umbauarbeiten durchzuführen.

In und um Palmas Hafen wechseln acht Lokale den Pächter / Redaktion MZ
Neues Design für die Bar Pesquero
Besonders aufwendig: die Umgestaltung der urigen Bar Pesquero, die seit 60 Jahren nahe der Fischerbörse Llotja liegt. Neuer Pächter ist seit Ende Dezember 2025 das Unternehmen Coliving Puig de Alaró, das eine entsprechende Ausschreibung gewann. Insgesamt 2,9 Millionen Euro muss der Pächter nun investieren, um ein neues Gebäude mit Erdgeschoss und Untergeschoss, eine neue Terrasse sowie eine große Pergola aus Brettschichtholz zu bauen – stilistisch inspiriert durch die Fischerboote in den alten Werften, die hier einst repariert wurden.

So soll die Bar Pesquero den Plänen der Architekten zufolge bald aussehen / Jordi Herrero
So nett das Vorhaben der Architekten Jordi Herrero und Eduardo García Acuña auf dem Papier auch anzusehen ist – nicht alle sind mit den Baumaßnahmen einverstanden. Verantwortliche der Denkmalschutzvereinigung ARCA kritisierten nach Bekanntwerden der Pläne das auffällige Design. Stattdessen verlangen die Denkmalschützer eine neue Ausschreibung, die sich um Projekte bemühen solle, die auf „minimale“ Eingriffe setzen und das Landschaftsbild der Uferfront nicht verändern. „Palma braucht in diesem Bereich – nur wenige Meter von der Fischerbörse entfernt und mit der Kathedrale im Rücken – keinen Bau mit bewusstem Willen, extrem sichtbar zu sein“, argumentieren die Aktivisten. Inwieweit sie Gehör finden, ist noch unklar. 18 Jahre lang dürfen die neuen Pächter die Bar Pesquero nun führen. Pro Jahr müssen sie dafür 700.000 Euro an die Hafenbehörde zahlen.
Varadero und Port Centre

Das Varadero hat noch keinen neuen Pächter gefunden / Miguel Vicens
Anders verhält es sich mit dem Wettbewerb um das Restaurant Varadero am Ende de Kaimauer Moll de s’Escollera: Noch ist trotz öffentlicher Ausschreibung kein Pächter für das Hauptgebäude, eine angrenzende Terrasse und eine Gartenfläche von insgesamt 1.000 Quadratmetern gefunden. Die Hafenbehörde will nun neue Bedingungen ausarbeiten und es erneut versuchen. Die jährliche Pachtgebühr betrug bei der erfolglosen Ausschreibung 134.000 Euro, die Dauer der Konzession ist aber auf sechs Jahre begrenzt. Denn mittelfristig hat die Hafenbehörde andere Pläne für diesen Teil des Hafens: In einigen Jahren soll das gesamte Gebiet der kommerziellen Werften freigegeben und der daraus entstehende Raum für die Öffentlichkeit bereitgestellt werden – mit einer großen Grünfläche und der Wiederherstellung der alten Flaniermeile Passeig de la Riba.
Ebenfalls ohne Angebote geblieben ist der Wettbewerb für das Restaurant Port Centre, das sich auf der Dachterrasse des Institutionssitzes der Hafenbehörde befindet und im Februar 2025 zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde – mit einer 400 Quadratmeter großen Terrasse mit Blick auf das Meer, die Kathedrale und den Almudaina-Palast. Jährlicher Konzessionszins: 67.165 Euro.
Beachclub am Stadtstrand

Auch die Konzession für das Ánima Beach wird neu ausgeschrieben / Miguel Vicens
Kurz vor der Vergabe stehen derweil zwei weitere Lokale: Da ist zum einen das Restaurant Ánima Beach an Palmas Stadtstrand Can Pere Antoni. Die Bewerbungsfrist für die Pachtvergabe für das Lokal, das 2012 die bei Einheimischen beliebte Strandbude Bar Gabi ersetzte, ist bereits abgelaufen. Derzeit werden die eingegangenen Angebote geprüft. Wer die Ausschreibung gewinnt, kann das Restaurant 18 Jahre lang betreiben und muss dafür jährlich 80.000 Euro Abgaben zahlen. Die Vergabe umfasst die Bewirtschaftung von mehr als 1.260 Quadratmetern Fläche: 220 für das Gebäude, 1.040 für die Außenterrasse sowie weitere 200 mit abnehmbaren Elementen.
Der neue Konzessionsnehmer muss einen Bar-Cafeteria- und Restaurantbetrieb anbieten, kann jedoch ergänzende Angebote aufnehmen, „sofern sie die Umgebung respektieren“, hieß es in der Ausschreibung. Außerdem ist er verpflichtet, die Anlagen entsprechend dem Geschäftsmodell anzupassen, das er in seinem Angebot vorlegt.
Can Blanc kann wiedereröffnen

Das Can Blanc soll ebenfalls renoviert werden / Miguel Vicens
Ebenfalls kurz vor dem Pächterwechsel ist das Restaurant Can Blanc am Moll de Sant Magí. Während der Bauarbeiten an Palmas Meerespromenade war es geschlossen, jetzt, wo alles fertig ist, kann es wieder eröffnen. Allerdings, so heißt es in der Ausschreibung, soll der Gastronomiebereich saniert und wiederbelebt werden, „damit er vollständig in die Promenade integriert und so die Beziehung Hafen–Stadt gefördert wird“. Es handelt sich um ein Gebäude mit einer 700 Quadratmeter großen Terrasse. Die Konzessionsdauer beträgt 18 Jahre, und die Nutzungsgebühr wurde auf 31.000 Euro jährlich festgesetzt.
Wie bereits im Fall der Bar Pesquero muss das Unternehmen, das die Ausschreibung gewinnt, die Kosten für den Abriss und den Neuaufbau selbst übernehmen.
Bar Marítimo als neuer Hotspot?
Außerdem hat die Hafenbehörde eine Ausschreibung zur Vergabe der Bar Marítimo angekündigt, bislang noch ohne konkretes Datum. Dieses altehrwürdige Etablissement könnte zu einem neuen Hotspot in der Stadt werden – die angrenzende Plaça Santo Domingo de la Calzada wurde erst vor Kurzem erneuert und für den motorisierten Verkehr gesperrt. Der Platz dient jetzt als Verbindung zwischen dem In-Viertel Es Jonquet und dem renovierten Meeresboulevard Paseo Marítimo.
Das Vorgängerlokal eröffnete 1951 und schloss 2022 seine Türen, bedrängt von den Bauarbeiten, die bis zu seinem Eingang reichten. Der neue Konzessionsnehmer darf selbst entscheiden, ob er den historischen Namen beibehält oder auf eine Erneuerung setzt.
Am Wasserbus-Knotenpunkt
Die Hafenbehörde beabsichtigt zudem, das Restaurant am Muelle de las Golondrinas auszuschreiben, jedoch erst, nachdem entschieden ist, wer künftig den Bereich verwalten wird, in dem die Ausflugsschiffe und bald auch der geplante Wasserbus abfahren werden.
Die elektrisch betriebenen Boote sollen die Fortbewegung im weitläufigen Hafengelände vereinfachen und auch den Straßenverkehr in dieser Gegend entlasten. Geplant ist, dass die Muelle de las Golondrinas zu einem Knotenpunkt des neuen Wasserbusnetzes wird, das sich vom Moll Vell und dem Dic de l’Oest bis nach Portitxol ziehen soll – ein Aspekt, der dem Standort und der dort ansässigen Gastronomie ein neues Gewicht zukommen lässt.
Neues auch in Portitxol

Das Anssia Gastro Beach liegt in Portitxol direkt am Strand / Miguel Vicens
Und auch in dem beliebten Hafen von Portitxol stehen mittelfristig Neuerungen an: Die Konzession des Restaurants Anssia Gastro Beach direkt am Strand von Can Pere Antoni endet im Juni 2027. Auch dafür werden also neue Pächter gefunden werden müssen. Noch liegt hierfür aber keine Ausschreibung vor.
Die Pachtverträge in und um Palmas Hafen sind eine wichtige Einnahmequelle für die balearische Hafenbehörde, die für die Inselhäfen und dessen unmittelbare Umgebung zuständig ist. Auch ohne die noch nicht ausgeschriebenen Konzessionen spielen die Abgaben, die die Gastronomen in Palmas Hafenbereich zahlen müssen, jährlich mehr als eine Million Euro in die Behördenkasse.
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