Pool, Leuchtturm oder Olivenhain: Mallorquiner erzählen, wo sie die Sonnenfinsternis beobachten wollen
Schutzbrillen liegen bereit, Abendessen sind geplant und manche meiden schon jetzt das Auto: So bereiten sich Menschen in Mallorcas Dörfern auf die Sonnenfinsternis vor

V.l. oben: Xavier Moratinos (Foto: DM), Toni Horrach (Foto: Joan Pons), Miquel Perelló (Foto: Tonina Crespí), José Juan Umbert (Foto: DM), Macià Ferrer (Foto: DM) und Felip Munar (Foto: DM). V.l. unten: Suso Reixac (Foto: Biel Capó), Maria Nicolau (Foto: M.A.Rigo), Miquel Gual (Foto: Joan Mora), Taty Ferrer (Foto: Joan Mora), Pep Prieto (Foto: Biel Capó) und die Familie Veny (Foto: Sebastià Sansó).
Mallorca bereitet sich auf die Sonnenfinsternis am Mittwoch, 12. August, vor. Während manche Inselbewohner bereits besondere Aussichtspunkte ausgewählt haben, wollen andere wegen der erwarteten Staus und Menschenmengen möglichst in der Nähe ihres Zuhauses bleiben. Pools, Terrassen, Olivenhaine, Leuchttürme und Berge sollen dabei zu Beobachtungsorten werden.
Mit Garnelen am Pool
In Manacor wollen Xisca Alzamora, Pep Lluís Veny und ihre Tochter Laura, die das Bar-Restaurant Nou Convent betreiben, die Sonnenfinsternis vom Pool ihres Hauses in Son Serra de Marina aus verfolgen. Dort werde das Naturschauspiel besonders gut und klar zu sehen sein, sagen sie. Für die Familie sei dies zugleich die „frischeste und entspannteste“ Art, den Moment zu erleben.
Mehrere Freunde werden ebenfalls dabei sein. Auch das Abendessen steht bereits fest: Es soll gebratene Garnelen geben. „Wir hatten überlegt, Stühle für 80 Euro zu vermieten, falls noch jemand zu uns kommen möchte“, scherzt Veny. Sollten Wolken die Sicht versperren, wäre das für ihn kein großes Problem. Entscheidend seien die Gesundheit und die Freude darüber, gemeinsam Zeit zu verbringen.
Zwischen Leuchtturm und Beobachtungszone
Xavier Moratinos aus Sant Joan plant dagegen einen Ausflug zum Leuchtturm von ses Salines. Bislang wolle er allein fahren, sagt er. Ob er sich tatsächlich auf den Weg macht, werde aber vom Wetter abhängen. Falls Saharastaub in der Luft liege, sei mit den Schutzbrillen kaum etwas zu sehen, warnt Moratinos.
Der Gitarrist der Band Anegats, José Juan Umbert, der unter dem Künstlernamen Umbert auftritt, will die Sonnenfinsternis in Petra beobachten, wo er lebt. Der Musiker, der gerade mit „El Goig“ den zweiten Vorboten seines nächsten Albums veröffentlicht hat, möchte dafür eine der von der balearischen Landesregierung eingerichteten Beobachtungszonen nutzen. Begleiten werden ihn Familie und Freunde. Die nötigen Schutzbrillen haben sie bereits vor einer Woche in einer Apotheke gekauft.
Andere wollen an diesem Tag möglichst gar nicht ins Auto steigen. Der Content-Creator Toni Horrach aus Campanet möchte am liebsten zu Hause bleiben. „Wenn mich nicht jemand zu einer Bootsfahrt mitnimmt, stelle ich mich für eine Minute Sonnenfinsternis nicht in einen Stau“, sagt er. Mallorca könne im Sommer ohnehin schon anstrengend genug sein. Für den Tag der Sonnenfinsternis rechnet er mit besonders viel Verkehr. Eine Schutzbrille besitzt er noch nicht, will sich aber vorsichtshalber eine besorgen. „Die Sonnenfinsternis raubt mir nicht den Schlaf“, sagt Horrach.
Möglichst ohne Auto
Ähnlich sieht es Felip Munar aus Lloret de Vistalegre. Der Glosador (Stegreifdichter) möchte das Ereignis mit seiner Familie von zu Hause aus verfolgen. An diesem Tag sei es besser, nicht mit dem Auto unterwegs zu sein, meint er. Die Sonnenfinsternis dürfe nicht dazu führen, dass die Insel durch unnötige Fahrten kollabiere.
Auch Miquel Perelló aus Búger möchte einen möglichst nahen und wenig besuchten Ort finden. Als Möglichkeit nennt er den puig de Santa Magdalena. Er werde schauen, ob er in der Nähe seines Hauses einen Platz finde, der nicht zu viele Menschen anziehe. Das Erlebnis möchte er mit Familie und Freunden teilen.
Maria Nicolau aus Montuïri zieht es dagegen zum Puig de Sant Miquel, wo eine besondere Feier vorbereitet worden ist. „Als gute Montuirera werde ich dorthin gehen, weil es heißt, dass man sie dort gut sehen kann“, sagt sie. Ihre Schutzbrille hat sie bereits: Sie bekam sie beim Tanken geschenkt. Nicolau hält die Sonnenfinsternis für eine außergewöhnliche Gelegenheit, weist aber zugleich auf die Bedeutung des Augenschutzes hin. Über das richtige Verhalten seien viele Informationen verbreitet worden, „manche richtig und manche nicht“.
Macià Ferrer, Präsident der Glosadors de Mallorca, will die Sonnenfinsternis ebenfalls in Montuïri verfolgen. Er plant, mit seiner Familie auf der Terrasse seines Hauses zu bleiben. Von dort blickt er in Richtung Serra de Tramuntana. Ob er tatsächlich dabei sein kann, ist allerdings noch nicht sicher. Ferrer arbeitet als Krankenpfleger in der Notfallversorgung. Sollte er im Rahmen des Katastrophenschutzplans zum Dienst gerufen werden, müsse er auf die Beobachtung verzichten.
Am Hafen und im Olivenhain
Der Liedermacher Suso Reixac aus Capdepera will nach Colònia de Sant Pere fahren. Begleiten wird ihn sein Sohn, der in Deutschland lebt und derzeit einige Urlaubstage bei ihm verbringt. Für Reixac handelt es sich um ein historisches Ereignis, das man nur einmal im Leben beobachten könne.
Taty Ferrer bleibt dagegen in Port de Sóller. Sie möchte die Sonnenfinsternis dort gemeinsam mit ihrer Familie ansehen. Die Schutzbrillen liegen bereits bereit. Für den besonderen Tag sei „alles vorbereitet“.
Nur wenige Kilometer entfernt, aber abseits möglicher Menschenmengen, plant Miquel Gual eine größere Runde. Der Vorsitzende der Genossenschaften Camp Mallorquí und Sant Bartomeu de Sóller will rund 40 Menschen in seinem Olivenhain Es Seregalls im Marroig de Biniaraix empfangen. Familie, Freunde und weitere Gäste können von dort in Richtung Meer blicken. Anschließend ist ein gemeinsames Abendessen geplant. Auch die Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis liegen laut Gual bereits bereit.
Pep Prieto in Son Servera muss ebenfalls nicht weit fahren. Er will die Sonnenfinsternis von der Terrasse seines Hauses am Hafen von Cala Bona aus verfolgen – bei einem guten trampó (mallorquinischer Tomaten-Paprika-Salat). Von hier aus soll die Sonnenfinsternis laut seiner KI-Recherche zumindest teilweise sichtbar sein. Nun fürchtet er vor allem eines: „Weil sie so kurz dauert, möchte ich mich nicht ablenken lassen und sie verpassen.“
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