Mallorca Zeitung

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Mallorca neu entdecken: Sechs persönliche Tipps aus der MZ-Redaktion

Die bekanntesten Attraktionen und Sehenswürdigkeiten der Insel kennen Sie bereits. Aber Mallorca hat noch viel mehr zu bieten. Am besten man fragt jemanden vor Ort. Sechs Tipps aus der Redaktion

In der Rooftopbar des Hotels MLL Mediterránean Bay in Arenal kann man ganzen und den Sonnenuntergang bestaunen. S. Werner

Von Stein zu Stein bei Cala Pí

Seien wir ehrlich: Mallorca hat nicht ganz so beeindruckende archäologische Stätten zu bieten wie andere Mittelmeer-Destinationen. Zu sehen sind hier, nun ja, erst einmal nur aufgetürmte Steine, übereinander gewuchtet von Menschen, die vor rund 3.000 Jahren auf der Insel lebten. Es gehört ein wenig Vorstellungskraft dazu, sich auszumalen, wie es in und zwischen diesen Bauten, den sogenannten Talaiots, einst zuging. Die Ausgrabungsstätte Capocorb Vell hilft dabei auf die Sprünge. Hier, auf einer privaten Finca bei Cala Pi, stehen gleich drei gewaltige Rundbauten (und zwei quadratische) sowie die Überreste einer frühzeitlichen Siedlung. Ein in etwa einer Stunde zu bewältigender Rundweg führt von Stein zu Stein, Infotafeln, die auch über das Handy abrufbar sind, liefern die nötigsten, nicht allzu akademischen Erklärungen. Die Familie, der die Finca gehört, lebt seit Jahrzehnten davon, die Inselgeschichte den Besuchern zugänglich zu machen, und das mit einem ganz eigenen, spröden, man möchte sagen: urmallorquinischen Charme. Zum Abschied lässt sich in einem Verschlag noch etwas trinken oder essen, und nicht selten sitzt dann dort auch Ballermann-Star Peter Wackel bei einem Kaffee (Eintritt: 3 Euro, Sonnenschutz nicht vergessen). Ciro Krauthausen

In Pollença bummeln und fantastisches Eis essen

Eine Fahrt zum wunderschönen Dorf Pollença lohnt sich immer. Denn man kann dort charmante kleine Läden entdecken, für einen Panorama-Blick den Kalvarienberg oder den Puig de Maria erklimmen, im Claustre de Sant Domingo und im Museum Kunst und Kultur erleben und dazu noch in den Restaurants und Bars ganz vortrefflich essen gehen – zum Beispiel bodenständig-mallorquinisch im Oh! Vermut direkt am Dorfplatz. Die Krönung ist aber zweifellos das womöglich beste Eis der Insel. Wobei sich hier zwei Eisdielen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern: Der 1929 gegründete Familien-Betrieb Ca’n Butxaca – direkt neben dem Oh! Vermut – erfreut sich großer Beliebtheit. Mindestens genauso köstliches Eis, aber mit einer Auswahl, die Liebhaber besonders kreativer Sorten noch glücklicher macht, bietet die Eisdiele Ca’n Noble direkt um die Ecke, im Carrer del Temple. Unbedingt probieren: miel de romero (Rosmarin-Honig), flor de violeta (Veilchenblüte), cardamomo (Kardamom), almendra con mandarina (Mandel mit Mandarine) oder canela con ciruelas (Zimt mit Pflaumen). Eigentlich reicht das schon als alleiniger Grund für den Ausflug. Brigitte Rohm

Ein Traum für Fans besonderer Sorten: die Eisdiele Ca’n Noble. B. Rohm

An der Playa in luftiger Höhe tanzen

Möglichkeiten, um auf Mallorca auch im Sommer Salsa, Bachata und Kizomba zu tanzen, gibt es viele – zumindest in Innenräumen. Statt sich in einem dunklen Lokal einzufinden, können Tanzliebhaber aber auch jeden Samstag in der Sky Bar des Hotels MLL Mediterránean Bay in Arenal (C/. Sant Bartomeu, 18) die Hüften schwingen und den Sonnenuntergang bestaunen. Wer mit dem Auto kommt, kann es auf einer Parkfläche, dem einstigen Fußballfeld von Arenal, an der Kreuzung der Straßen Sant Bartomeu und Antoni Galmés abstellen. Die Zufahrt erfolgt am besten über letztere, da das Gelände dort flacher ist. Der Eintritt für die Veranstaltung namens „Sky Dance“ kostet 12 Euro. Darin enthalten ist ein Freigetränk. Gegen 19.30 Uhr gibt es jeweils einen Workshop, gegen 20.15 Uhr beginnt dann das freie Tanzen. Zudem tritt immer auch eine professionelle Gruppe auf. Infos gibt es in einer WhatsApp-Gruppe. Simone Werner

In der Rooftopbar des Hotels MLL Mediterránean Bay in Arenal kann man ganzen und den Sonnenuntergang bestaunen. S. Werner

Sundowner-Cocktail auf der Terrasse in Son Vida

Orte, um in Ruhe den Sonnenuntergang zu betrachten, gibt es auf Mallorca mehr als genug. Wer keine Lust hat, an einen abgelegenen Strand zu fahren oder auf einen Hügel zu kraxeln, der kann dem Spektakel am Himmel auch auf der gediegenen Terrasse des Castillo Hotel Son Vida direkt oberhalb von Palma frönen – mit einem spektakulären Ausblick auf die gesamte Bucht. Die Bar Armas des Fünf-Sterne-Hauses mit seiner exponierten Lage bietet neben dem Panorama praktischerweise auch noch eine ganze Batterie an Cocktails, von den Klassikern bis hin zu ausgefallenen Kreationen, unter anderem mit dem mallorquinischen Gin Cabraboc. Und da sitzt man dann in einem der Sessel mit den roten Kissen und schlürft gemächlich seinen Drink, während einem die Stadt zu Füßen liegt. Seit Juni und noch bis September gibt es zusätzlich dazu jeden Abend Livemusik. Johannes Krayer

Die Terrasse des Castillo Hotel Son Vida mit dem Panoramablick. CASTILLO HOTEL SON VIDA

Durchatmen über dem Hafen von Cala Ratjada

Von Cala Ratjadas Meerespromenade aus ist es nicht zu übersehen, das auffällige Herrenhaus Casa March, das auf einem Hügel über dem Hafen prangt. Noch beeindruckender ist es, das 1916 erbaute Gebäude, das auch den Namen Torre Cega (Blinder Turm) trägt, von innen zu sehen – und von der Anhöhe aus über den gesamten Küstenort zu schauen. Nur wenige Meter vom Ortszentrum entfernt, scheint man hier über den Dingen zu schweben – genau wie es einst auch die Eigentümerfamilie March tat, als sie die Villa noch als Residenz nutzte. Die Stimmung in dem Haus mit den aufwendigen Deckengemälden in der Eingangshalle und dem gepflegten botanischen Garten ist ideal für eine Auszeit vom trubeligen Alltag im Urlaubsort. Der Einlass ist nur mit vorher reservierten Führungen möglich (fundacionbmarch.es). Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren 8 Euro. Sophie Mono

Die March-Gärten (Torre Cega) in Cala Ratjada. MZ

Auf dem Landgut Son Real Geschichte erleben

Es ist schon mehr als 20 Jahre her, dass die Politik großen Wind um Son Real machte, damals, als das Landgut dank der ersten Version der Touristensteuer, der Ecotasa, erworben wurde. Dass es aber in den folgenden Jahren nie groß vermarktet wurde, erklärt wohl den geringen Besucherandrang an dem idyllischen Ort. Auf dem Gutshof nahe Can Picafort befindet sich ein liebevoll gestaltetes ethnologisches Museum. Zwischen Dünen und Kiefern verlaufen vier Spazierwege, am Wegesrand wühlen schwarze Schweine nach Eicheln. Auf den Wegen gelangt man bis zu einer Totenstadt aus phönizischer Zeit direkt am Meer. Danach haben Besucher die Wahl zwischen Naturstrand direkt vor Ort oder urbaner Playa im nahen Can Picafort mit Rundum-Versorgung an der Strandpromenade. Anfahrt über Landstraße Ma-12, km17,7, von 9 bis 16 Uhr, Eintritt frei, mit Verleih von Fahrrädern. Frank Feldmeier

Auf dem Gutshof ist ein ethnologisches Museum untergebracht. Bendgens

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