Bis zu 6.000 Euro Strafe: Deutschen-Hochburg verbietet Buggies und Quads auf Feldwegen
Die Gemeinde Andratx reagiert damit auf die Proteste von Anwohnern

Die Quads zerpflügen mit ihren dicken Reifen die Landschaft. / MZ Archiv
Sie sind laut, zerstören die Wege und nerven die Anwohner – jetzt greift eine Gemeinde auf Mallorca durch: Die Deutschen-Hochburg Andratx hat ein Fahrverbot für Quads, Buggies und ähnliche Freizeitfahrzeuge erlassen. Die Begrenzung gilt allerdings nur auf Feldwegen. Wie die Gemeinde bekanntgab, hatte es in der jüngeren Zeit immer wieder Beschwerden von Anwohnern gegeben. Daraufhin hätten sich das Umweltdezernat und die Ortspolizei zusammengesetzt, um nach Lösungen zu suchen.
In den kommenden Tagen wolle man Schilder aufstellen, die auf das Verbot hinweisen. Ab kommender Woche soll dann kontrolliert werden, dass die Beschränkung auch wirklich eingehalten wird. Dafür will die Gemeinde sowohl Beamte vor Ort als auch Drohnen einsetzen. Die Strafen für eine Missachtung des Verbots können bis zu 6.000 Euro betragen.
Kreativer Protest mit Strohballen
Freizeitfahrzeuge wie Quads und Buggies, die vor allem von Urlaubern gebucht werden, sind auf Mallorca seit Jahren ein Ärgernis. Mittlerweile formiert sich kreativer Prozess. Mitte Juli versammelte sich etwa eine Gruppe von rund 20 Anwohnern, Bewohnern von Nachbardörfern und Aktivisten an der kleinen Straße Camí de Son Llodrà nahe Son Macià in der Gemeinde Manacor. Mit Strohballen blockierten sie die Durchfahrt. Die Männer, Frauen und Kinder wollten damit eine Buggy-Exkursion mit 15 Fahrzeugen bei der Durchfahrt stören.
In der MZ erzählte der pensionierte deutsche Lehrer Hartmut Botsmann, der bereits seit vielen Jahren in Son Macià lebt und beim Protest mit dabei war, von der Erfahrung: "Wir haben uns bei Biobauern in der Umgebung ein paar Strohballen besorgt und uns am Morgen am Weg postiert. Wir wussten ja ungefähr, wann die Buggy-Exkursion vorbeikommt, das ist fast jeden Tag zur selben Zeit der Fall. Und kurz bevor die Fahrzeuge aufgetaucht sind, haben wir die Strohballen in den Weg gestellt, uns darauf gesetzt sowie Melone und pa amb oli gegessen. Einige von uns haben das mallorquinische Kartenspiel truc gespielt. Die Polizei kam vorbei und hat die Personalien von uns sowie den Guides aufgenommen und die Kennzeichen der Buggies fotografiert. Die Veranstalter werden ein Bußgeld zahlen müssen, weil die Exkursion nicht zuvor angemeldet worden war. Wir werden wahrscheinlich auch ein Bußgeld bekommen, das wir uns aber aufteilen. Dann ist es nicht mehr so viel."
- Sexueller Übergriff auf Mallorca: Junge Frau verletzt vor Wohnhaus in Cala Ratjada aufgefunden
- Auswandern nach Mallorca: Die 10 wichtigsten Schritte für den Start auf der Insel
- Umweltschützer sprechen von 'Zeitbombe': Mallorca ist im Winter schon voller als Ende der 1990er im Sommer
- Betrug bei der Einkommensteuer: Warum auf Mallorca die Steuerpflicht manchmal nicht so ernst genommen wird
- Ärger über Handgepäckregeln: Passagier schlägt im Flughafen Mallorca Ryanair-Mitarbeiter die Zähne aus
- Zehn Schlafzimmer, zehn Bäder, eigener Park: Deutscher verkauft sein 'Schloss' auf Mallorca
- Ein Hauch von Frühling auf Mallorca: Temperaturen klettern in der neuen Woche auf 22 Grad
- Lust auf einen Job auf Mallorca? Diese Hotelkette sucht jetzt Mitarbeiter für Alcúdia und Can Picafort
