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Radfahren auf Mallorca: 15 Touren, um die Insel gemütlich zu erstrampeln

Eine Erkundung auf zwei Rädern muss auf Mallorca nicht mit körperlicher Verausgabung einhergehen. Ein neuer Reiseführer präsentiert 15 leichte Routen unter 55 Kilometern

Der Autor und Klarinettist Herbert Rönneburg mit seinem Rad am Aussichtspunkt der Dünenlandschaft Es Carnatge nahe Can Pastilla.

Der Autor und Klarinettist Herbert Rönneburg mit seinem Rad am Aussichtspunkt der Dünenlandschaft Es Carnatge nahe Can Pastilla. / Privat

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Lesestoff für Rennradfahrer auf Mallorca gibt es mehr als genug. Schließlich kommen jedes Jahr mehrere Zehntausend Radsportler aus nördlichen Gefilden auf die Insel – vor allem dann, wenn es in ihrer Heimat noch regnerisch und kalt ist. Dem müsste man doch etwas entgegensetzen, fand der begeisterte Radfahrer Herbert Rönneburg, der bereits seit 20 Jahren Mallorca erkundet, durchaus auch mit dem Rennrad.

„Ich war in einer großen Hamburger Buchhandlung, in der es alles gibt. Und nicht einmal dort hatte man ein Buch mit gemütlicheren Touren auf Mallorca“, erzählt in einem Telefongespräch der Solo-Klarinettist der Hamburger Symphoniker im Ruhestand, der nach seinem Abschied bei dem Orchester direkt mit dem Rad von Hamburg nach Lissabon gefahren war.

Aus der Reihe "Radeln für die Seele"

Also machte sich Rönneburg an die Arbeit. Das Ergebnis erschien im Juni beim Droste Verlag in der Serie „Radeln für die Seele“. Geschrieben hat der Musiker das Buch unter anderem für diejenigen, „die sich am Strand langweilen und noch etwas anderes erleben wollen“.

Die Touren sind dementsprechend auch nichts für solche, die sich einen Tag lang komplett verausgaben wollen, Rönneburg hat die Durchschnittsgeschwindigkeit auf 12 km/h festgelegt – ein sehr gemütliches Tempo. „Die Vorgabe des Verlags war auch, dass keine Strecke länger als 55 Kilometer sein sollte.“

Das Cover des Buches "Radeln für die Seele - Mallorca".

Das Cover des Buches "Radeln für die Seele - Mallorca". / MZ

Zwischen 20 und 55 Kilometern lang

Die 15 Routen, die Rönneburg vorstellt, sind somit zwischen 20 und 55 Kilometern lang. „Es sind alles Touren, die ich vorher irgendwann schon einmal gemacht habe“, sagt er – entweder alleine, mit seiner ebenfalls fahrradbegeisterten Frau oder auch in einer Freundesgruppe. Zunächst hatte Rönneburg 27 Wegstrecken gesammelt, aus denen er dann aussieben musste. Trotzdem ist für jede Gegend auf der Insel etwas dabei.

Gegliedert hat Rönneburg seine Touren in drei verschiedene Kategorien: Auszeiten, Weitblicke und Erfrischung. In der ersten finden sich beispielsweise Wege durch das Feuchtgebiet s’Albufera mit gerade einmal 28 Kilometern und 50 Höhenmetern, durch die Inselmitte bei Sineu oder auch durch das Bauernland im Süden der Insel zum Es-Trenc-Strand.

Zur Kategorie Weitblicke gehört etwa die längste Strecke im Buch, eine Runde ab Manacor mit 440 Höhenmetern, für die fünf Stunden eingeplant werden. Eine weitere fünf Stunden lange Tour führt von Llucmajor zur Cala Pi und auf einem Abstecher bis fast nach Campos wieder zurück.

Und zur letzten Kategorie Erfrischung hat Rönneburg etwa eine Strecke von Pollença nach Campanet und dann bis zum Meer ausgesucht. Dazu gesellt sich eine sogenannte Vier-Buchten-Tour an der Ostküste mit insgesamt 46 Kilometern, und ein Abstecher auf die Vía Verda von Manacor über Sant Llorenç nach Sa Coma und Cala Millor.

Vía Verda "etwas rumpelig"

Wobei Rönneburg auf dieser eigens angelegten Trasse auf der ehemaligen Bahnstrecke nicht nur gute Erfahrungen gemacht hat. „Diese Strecke ist an einigen Stellen etwas rumpelig, nach Unwettern sind dort manche Abschnitte ausgewaschen und teilweise schaut der Fels heraus. Das ist gerade mit einem Rad mit dünneren Reifen nicht ungefährlich.“

Die Rad-Infrastruktur auf Mallorca hat es dem Norddeutschen dabei angetan. „In vielen Orten gibt es einen Radverleih, wo man zu vernünftigen Preisen verschiedene Fahrräder mieten kann.“ Für die Fahrt zu den Ausgangspunkten der Touren sei dann ein Kombi nötig, in den man das Rad bequem verladen könne.

Viele Touren beginnen an Bahnhöfen

Positiv hervorzuheben ist, dass Rönneburg sich bemüht hat, viele Touren an den Bahnhöfen oder ganz in der Nähe starten zu lassen. Schließlich ist die Fahrradmitnahme in den Zügen auf der Insel gratis.

Das Buch (192 Seiten, 18 Euro) ist liebevoll mit schönen Illustrationen gestaltet, die Sprache ist „blumig“, wie Rönneburg ohne Umschweife zugibt. Doch dieser Stil habe eben seine „Fangemeinde“.

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