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"Sind stinksauer und kommen uns hilflos vor": Wie eine deutsche Urlauberfamilie mit Kleinkind die Nacht am Flughafen verbrachte

Wegen des Unwetters wurde ihr Flug gestrichen. Jetzt müssen sie bis Montag auf der Insel ausharren

Das provisorische Nachtlager der Tochter.

Das provisorische Nachtlager der Tochter. / Krayer

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Hunderte Passagiere haben die Nacht auf Freitag (16.8.) am Flughafen Palma verbracht, weil wegen des Unwetters auf Mallorca zahlreiche Flüge gestrichen wurden. Unter den Betroffenen war auch eine Familie aus Oberhausen mit einem Kleinkind. "Wir sind stinksauer und kommen uns hilflos vor. Niemand sagte uns, wie die Lage ist", so die Familie Nakot zur MZ.

Der Mallorca-Urlaub mit den Großeltern und dem zweieinhalb Jahre alten Sohn war vorbei. Am Donnerstagabend sollte es mit Eurowings zurück nach Düsseldorf gehen. "Zehn Mal wurde das Gate gewechselt und wir sind mit dem Kleinen hin und hergerannt", sagen die Eltern. Statt Düsseldorf sollte es plötzlich nach Köln gehen.

Nach Stunden der Unsicherheit stiegen tatsächlich Passagiere ein. Als die Familie Nakot an der Reihe waren, sperrte ihnen die Eurowings-Crew die Tür vor der Nase zu. Der Flieger war mit 180 Passagieren voll, 23 Leute hatten den schwarzen Peter gezogen und musste auf Mallorca bleiben. Darunter die Familie aus Oberhausen.

Nachtquartier auf dem Gang

Die Deutschen riefen den Reiseanbieter an, über den sie die Pauschalreise gebucht hatten. Dieser gab die Verantwortung an Eurowings ab. "Bei der Airline hieß es nur, sie können auch nichts machen", so die Nakots. Ihr Koffer war bereits in den Flieger eingeladen, in dem für sie kein Platz mehr war. Nach längerer Ungewissheit konnte das Gepäck aber wieder ausgeladen werden.

Die Familie versuchte, eine Unterkunft zu bekommen. Doch auf die Schnelle war kein Hotel zu finden. Die drei schlugen ein provisorisches Nachtlager mit Decken und Koffern für den Sohn auf dem Gang auf. "Gegen 1 Uhr ist er weggenickt. Er war völlig überdreht." Die vier Erwachsenen machten kein Auge zu. Von Eurowings gab es immerhin einen Verpflegungsgutschein in Höhe von 20 Euro pro Person.

Neuer Rückflug erst am Montag

Am nächsten Morgen hieß es dann, der Ersatzflieger stünde bereit. Allerdings erst am Montag, und dann auch nur nach Berlin. "Das ist eine absolute Unverschämtheit", so Nakot, dessen Sohn am Samstag eigentlich schon wieder auf der Intensivstation im Krankenhaus arbeiten müsste. Die Familie konnte nun doch erst einmal ein Hotel in Palma finden. Ob sie bis Montag bei dem ganzen Stress nun noch ein paar Tage zusätzlichen Urlaub überhaupt genießen können, ist noch unklar. "Wir wollen erst einmal nur ins Hotel und duschen."

Viele Leute machen es sich auf dem Gang bequem, wie diese Gruppe aus München.

Viele Leute machen es sich auf dem Gang bequem, wie diese Gruppe aus München. / Krayer

Das sagt Eurowings dazu

Eine Sprecherin der Airline antwortete auf MZ-Anfrage: "Aufgrund der ausgedehnten Gewitterfront über den Balearen, die unser Flugprogramm von und nach Mallorca am Mittwoch und Donnerstag stark beeinträchtigt hat, mussten wir insgesamt rund 60 Flüge annullieren – darunter der Flug der Familie Nakot. Gestern und heute wurden zwar insgesamt 15 zusätzliche Flüge von und nach Mallorca organisiert, um das Flugprogramm zu stabilisieren und unsere Fluggäste möglichst zeitnah an ihr Ziel zu fliegen – das deckt jedoch nicht den gesamten Rückreisebedarf ab, vor dem Hintergrund, dass dieses Wochenende die Sommerferien in NRW enden." Berlin sei aber nur der Zwischenstopp. Nach zwei Stunden Pause ginge es nach Düsseldorf weiter.

Unterdessen entspannt sich die Lage am Flughafen ein wenig. Am Freitagvormittag lagen noch um die 40 Grüppchen auf dem Gang zwischen den beiden Sicherheitskontrollen herum. Die Stühle im Wartebereich sind fast alle belegt. Nun müssen Flughafen und Airlines den in den vergangenen Tagen angesammelten Stau im Reiseverkehr auflösen.

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